Denn alles Fleisch, es ist wie Gras / und alle Herrlichkeit des Menschen / wie des Grases Blumen.
Montag, 10. Juni 2013
Nun ja.
Dieses Jahr habe ich irgendetwas verpasst. Bin gerade total überrascht, dass ich so müde bin, obwohl es draußen noch so hell ist. dabei ist es gleich halb zehn. Irgendeine Angleichung hat nicht stattgefunden. Und U. ist auch noch im Chat. Alles etwas eigenartig derzeit.
Sonntag, 9. Juni 2013
Entschluss
Diese Woche arbeite ich noch, es ist sauberer und fairer, gerade dem Kollegen gegenüber, auch wenn es mir extrem schwer fallen wird. Aber danach ist Schluss, dann ziehe ich den Schlußstrich, notgedrungen zwar, dann bin ich halt krank, hab Urlaub und bin wieder krank, falls es vor Gericht eben nicht schon früher zu einer Freistellung kommt.
Mit dem Ende vor Augen sind die nächsten fünf Tage vielleicht einigermaßen machbar.
Typisch
Gestern lange nackt in der Sonne gesessen und mir, als C. kommen sollte, schon mal ein T-Shirt angezogen. Die kurze Hose wollte ich dann anziehen, wenn er klingeln würde. Das tat er dann auch pünktlich, doch dooferweise stand er nicht vor der Haustür sondern schon vor der Wohnungstür, die ich reflexartig öffnete. Aber in dem Moment war es mir dann auch schon egal - ihm übrigens auch. Letztendlich ausgleichende Gerechtigkeit, sonst muss er sich immer ausziehen, wenn ich ihn photographiere. (Die ästhetische Diskussion dazu lasse ich aus Faulheit beiseite.)
*räusper*
Über das Wochenende an die sechs Stunden 'lesen' geübt. Mussten dann doch noch einiges kürzen, manches hat auch beim vorlesen nicht 'funktioniert'. Jetzt scheint die Auswahl aber so einigermaßen zu sein, die Stimmen sind verteilt und meine Lieblingsstelle aus dem 14. Kapitel ist drin geblieben.
Freitag, 7. Juni 2013
Relativismus?
Mit "Mein Gott, siehst Du aber Scheiße aus!" begrüßte mich heute Abend auf einem Gartenfest die haarlose, krebserkrankte Bekannte M.
Kann sie wirklich in meinem Gesicht lesen oder ist das eine Übertragungsleistung?
Ich hatte heute einen Tag Urlaub, weil ich es diese Tage in der Arbeit echt nicht mehr ausgehalten habe, dachte, ich würde schiziophren werden. Etwas länger geschlafen, meine Homepage auf einen neuen Provider umgesiedelt, die Abschlussarbeit meiner Patentochter Korrektur gelesen, die Lesung für Sonntag gecheckt und dazu Überlegungen gemacht, einen Mittagsschlaf gehalten - den ich zugegebenermaßen nur über die Uhrzeit dann feststellen konnte, das Gefühl war, gar nicht geruht zu haben - und weitere Dinge erledigt, die erledigt gehören, also ein produktiver, selbstbestimmter Tag.
Aber M. hat nicht ganz unrecht. Dieser Tage Photos bekommen von der Hochzeit letztes Wochenende in Istanbul. Sie sind schlecht, schlimmste Knipserei, Photos, die die Welt nun wirklich nicht braucht, aber auf diesen Bildern sehe ich so alt aus, wie ich bin. Ganz schön Scheiße.
Donnerstag, 6. Juni 2013
Uff!!!
Am 16. mache ich ja die Ulysses-Lesung zusammen mit C. Den habe ich seit vier Wochen aber gar nicht erreicht und bin jetzt davon ausgegangen, dass ich es irgendwie alleine machen oder mir noch einen Ersatz besorgen muss - bloß wen? Jetzt hat er gerade angeurfen - Mails mag er gerade nicht und unter den Nummern, unter denen ich ihn angerufen habe, konnte er sich nichts vorstellen. Samstag und Sonntag wird jetzt geübt. Mal zwei schöne Termine.
Mittwoch, 5. Juni 2013
Kündigungsschutzklage
Echt, ich hätte gerne darauf verzichtet, wirklich. Aber wenn er das Spiel spielen will ... dass erwachsene Menschen sich nicht vernünftig einigen können ... Sandkastenstreitereien vor einem Gericht ... peinlich, peinlich ...
Mal sehen, wann der 'Gütetermin' ist ... und heute, ausnahmsweise, alle so scheißfreundlich.
Welt, dein Name ist Verlogenheit.
Das Auge denkt mit
Gerade auf Rezeptsuche gewesen. Mein Mann wollte was machen, was ich vor zwei Jahren das letzte Mal gemacht habe, Brandteig mit Käse in einer Gugelhupfform. Aber wo das Rezept? Interessanterweise konnte ich mich nur daran erinneren, dass es ein blaues Buch war und der Seitensatz eng. Französisch war auch noch so ein Begriff. Jetzt haben wir einige blaue Kochbücher, davon einige französisch - doch die Angaben haben gereicht, es dann doch zu finden. Das Ding nennt sich Gougère und schmeckt hervorragend zu einem Glas Wein. Aber bloß keinen Gouda oder Emmentaler nehmen, Greyerzer heißt das Zauberwort.
Dienstag, 4. Juni 2013
Nackte Männer
Ich guck ja jetzt schon seit längerem bei tumblr rum. Männerakte in erster Linie, durchaus auch erotisch bzw. pornographisch. Überrascht ja jetzt wohl niemanden. Aber je länger ich schaue, desto mehr denke ich, dass ein guter Männer-Akt echt ne Herausforderung ist und es nur die wenigsten können. Denn Bilder, auf denen Männer ihren steifen Schwanz einfach in die Kamera halten, ist so ein männliches Gebahren, dass selbst einem Mann nach dem 10. Bild lächerlich vorkommt, auch wenn es da durchaus respektable Schwänze zu sehen gibt.
Dann gibt es die Masse der in meinen Augen 'unehrlichen' Akten, weil die Männer unbedingt ihre Unterhose anbehalten müssen, was selbst bei dem schönsten Setting, dem besten Licht einfach 'begrenzt' wirkt. Akt ist Akt und Erotik ist Erotik. Dooferweise funktioniert das bei den meisten Bildern mit Männer nicht, wenn sie etwas 'verhüllt' halten, denn überwiegend haben sie dann Dinger an, die zwar nicht an Liebestöter erinnern, aber an den Einkauf der Mutter denken lassen.
Handy-Bilder vor dem Spiegel lassen natürlich interessante Rückschlüsse zu, sind aber aus photographischer Sicht eben das, was sie sind: selbstverliebte Schnappschüsse.
Über die Menge der Spaßbilder braucht man nicht zu reden. Runtergelassene Hose irgendwo im Grünen, Griff an den Schwanz eines anderen in der Öffentlichkeit usw. usw.
Aber dann gibt es doch immerhin eine Anzahl von Photos, die es genau treffen, ohne verrenkte, "klassische" Posen, ohne Küche im Hintergrund. Und das auch bei Typen, die jetzt nicht aus der Modell-Kartei entsprungen sind. Ganz interessant wird es dann, wenn Sperma mit im Spiel ist. Zu 95 Prozent sind diese Bilder billig, männliche Demonstrationsmacht. Doch dann gibt es welche, die über das Sperma die Lust der Autoerotik zeigen, das Gefühl transportieren, die Intimität.
In der Hinsicht ist tumblr eine hart Lehre - aber ich will hoffen, dass ich daraus was lerne.
So-tun-als-ob
Ich hasse es, so zu tun als ob nix wäre. Und dieses Spiel wird an der Arbeit gespielt. Bis auf die Chefin, der ist die Freude im Gesicht zu lesen, dass ihr Mann mich gekündigt hat. Das freut sie - aber so richtig.
Morgen nochmals Rechtsanwältig, ein paar wenige Sachen abstimmen, dann werde ich rechnen mit dem Ziel, so wenig Tage wie möglich dort noch zu verbringen.
Montag, 3. Juni 2013
Hochzeit mit Familienanschluss
Dass Familie des deutschen Bräutigams bei der Hochzeit in Istanbul dabei sein werden würde, das wußten wir ja. Nicht aber wie viele. Und genauso wenig wußten wir vorab, wo wir eigentlich nächtigen würden. Es stellte sich dann heraus, dass wir mit der Familie zusammen im Haus des Brautvaters wohnen würde, wo Nachbarn Zimmer und Betten bereit stellten. Und so trafen sich in einer Wohnung zum Frühstück und sonstigem als: die Mutter (87), der Bruder der Mutter (nicht unwesentlich jünger), Schwester 1 des Brätuigams mit Mann und zwei Söhnen (12, 15), Schwester 2 mit einem Sohn (17), einer Tochter (+20) nebest Freund sowie der Bruder - das war der 'harte' Kern. Je nach dem kamen dann noch zwei bis sechs deutsche Freunde dazu.
Der Abstimmungsaufwand war enorm, denn die Mutter konnte in ihrem Alter ja nicht mehr alles so locker mitmachen, trotz spontan gekauftem Rollstuhl für die weiten Wege, den Jungs stand es eher nach McDoof als landestypisch, wir wollten eher ins Museum als zum x.ten Mal auf den Basar, dazwischen gab es Standesamt und Hochzeitsfeier, Mädels-Abend und Männerabend, auf dem Basar verlorene Jungs, Bierknappheit und Cheesburger-Fress-Attacken, lange Erklärungen zu Katzen, deutsch-englisch-türkisch geführte Unterhaltungen ... und über allem schwebte nichts anderes, als gute Stimmung, Freude und Rührung und was weiß ich.
Ernsthaft, da ist nie jemand richtig ausgetickt, da war kein Egoist darunter, jeder packte da an, wo er meinte, es sei gerade wichtig, alle ertrugen die teils lange Fahrten durch Istanbul und alle waren sich, so altmodisch das auch klingen mag, "wohlgesonnen". Hat richtig, richtig Spaß gemacht und auf lange Strecken konnte ich den hießigen Stress echt vergessen.
Guten Kontakt zu den drei Jungs bekommen, die wohl auch etwas froh waren, dass da einer ist, der sie in ihrem so-sein wahrnimmt, immerhin F. (15) dazu gebracht nachzudenken, dass man Speisen, die man nicht mag (und die Liste, was er mag, ist die wesentlich kürzere), mal doch auch überprüfen könne (OK, Fisch bleibt auf der schmeckt-nicht-Liste, dafür sind Kirschen nun gestrichen), wirklich schön auch mit T. (12), einem wirklich klugem Kerlchen, zu 'philosophieren' und seine Zuneigung ungefiltert abzubekommen. Die letzten 36 Stunden hatten wir ihn quasi durchgehend an der Backe, so dass seine Cousine schon schnippisch fragte, wann wir ihn den adoptieren würden. Den würde ich sofort nehmen, hab' ich geantwortet, da war sie dann doch etwas perplex.
Die Braut natürlich ein Traum in weiß, der Bräutigam dürfte, nach dem wir alle abgeflogen waren, wohl nicht mehr wissen, welches seine Muttersprache ist ... ein chaotischer Mikrokosmos mit Selbstorganisation. Normalerweise stehe ich da nicht wirklich drauf, aber ich hab' mich echt mit ihnen wohl gefühlt.
Nur eins, wird in den nächsten Tagen spontane Aggression auslösen: Wer mich dieser Tage auf Katzen anspricht, dem scheuer ich eine - ich kann es echt nicht mehr hören.
Samstag, 1. Juni 2013
Multi
Ein Deutscher, der in Indien lebt, heiratet eine Türkin, die in Ägypten lebt. Wenn die Hochzeit dann noch in, sagen wir mal, Malawi stattfinden würde, dann wäre das "multi" perfekt. Aber, Traditionen sind weit verbreitet, wird in dem Heimatland und in der Heimatstadt der Frau geheiratet, also im alten Konstantinopel.
Und ich möchte nicht wissen, was für das pefekte 'multi' an Amtsgängen nicht noch alles nötig gewesen wäre, die Kombination war jetzt schon kompliziert genug und ich werde E. anregen, darüber zumindest eine Geschichte zu schreiben.
Wie auch immer: Ich finde, sie passen zusammen und da ich nicht Trauzeuge bin, haben sie auch große Chancen, zusammen zu bleiben.
Und E., falls Du das liest: Nächstes Jahr wollen wir Euch besuchen kommen!
Mittwoch, 29. Mai 2013
Morgen
Schön, das dieser Tag ein Ende findet!
Morgen um die Uhrzeit werde ich mindestens einmal schon mit dem Schiff über den Bosporus geschippert sein, werde derweil einen Cai getrunken und eine Zigarette geraucht und werde mir diese Minuten von niemanden genommen haben lassen.
Morgen um die Uhrzeit liege ich entweder schon im Bett oder sitze lauter Leuten, teils bekannt, teils unbekannt, irgendwo rum, haben was in den Gläsern und ich vermute, es könnte lebhaft sein.
Und ich vermute, es wird ganz gut tun, nach diesen letzten sieben Tagen Europa zu verlassen, zwar werden die Gedanken mitreisen, aber die anderen Eindrücke dürften ihre Macht haben.
Dienstag, 28. Mai 2013
Das Gute im Schlechten / "Momente ohne Datum"
Auf der Suche nach dem vermaledeiten Arbeitsvertrag das halbe Arbeitszimmer umgekrempelt, weil er nicht da zu finden war, wo er sein sollte. Letztendlich war er da, wo er sein sollte, im Ordner, ordentlich abgeheftet. Über situative Blindheiten demnächst vielleicht mal was.
Dafür aber auf ein dünnes Konvolut gestoßen, von dem ich wußte, dass es das gibt, aber wohl gut und gern 15 Jahre nicht mehr in der Hand gehabt: "Momente ohne Datum" ist es betitelt und beinhaltet kleine Begebenheiten aus dem Alltag. Ich habe sie während meiner Studienzeit notiert, mit Bleistift auf Papier, in fast mikroskopischer Handschrift. Aber es existiert auch ein Typoskript - und trotz Suche nach dem Vertrag konnte ich es nicht sein lassen, rein zu lesen. Es fällt mir echt schwer das zu schreiben, aber einen Großteil der kleinen Texte finde ich einfach nur klasse.
Ich geh' nochmals in mich und dann gibt es vielleicht die "Momente ohne Datum" auch hier in lockerer Folge zu lesen.
Einvernehmlichkeit um 14:51 Uhr
Der Chef hat heute einvernehmlich mit sich selbst, mit seiner Frau und wohl gefühlt auch mit der ganzen Welt, wobei es da aber klar definierte Ausnahmen gibt, eine Liste müsste ich extra erstellen, mir heute die Kündigung auf den Tisch gelegt. Bis dato habe ich "Einvernehmlichkeit" etwas anders interpretiert.
Tja, was sollte daraufhin die Rechtsanwältin groß anderes sagen, nach dem er sich / er mir die Möglichkeit genommen hat, einen anderen Weg zu gehen, als den, von dem ich vermutete, dass er ihn wenigstens einmal vermeiden wollte?
Jetzt kann ich mir also ein Maßband kaufen, an dem ich die Tage abschneiden kann. Denn ob und wann er mich freistellt - spätestens ab heute wage ich keine Prognosen mehr.
Montag, 27. Mai 2013
Genau!!!
Ich hab' zwar erst in zwei Jahren einen runden Geburtstag, aber immerhin weiß ich jetzt schon, was ich mir wünschen will, dank meines Mannes, der das gerade in einem ganz anderem Zusammenhang erwähnte und von dem Wunsch (noch) nichts weiß: Ein Profi-Messer-Set.
C.
C. hat sich immerhin gemeldet. Irgendetwas mit ihm ist los, aber er hat zugesichert, dass er dabei ist. Wenigstens das. Zwei Wochen haben wir jetzt nur noch für die Proben und ich sollte wohl mal langsam die Einladungen verschicken.
Egal was gerade los ist, ich freu mich sehr auf die Lesung, denn der Ulysses ist schon eine tolle Welt. Eine Besucherin ist so gut wie klar, jetzt fehlen nur noch zwei weitere. Denn es gilt die alte Schauspielerregel: Es muss eine Person mehr im Publikum sitzen als auf der Bühne stehen. Was mich daran erinnert, dass ich mal zu einem Stück von Lars Noren (oder so ähnlich) gegangen bin, und es dann abgesagt wurde. Drei auf der Bühne, drei im Publikum. Beim zweiten Versuch hat es dann geklappt, da waren es fünf im Publikum. Das Stück begann, wenn ich mich recht erinnere, so gegen Mitternacht und dauerte dann drei oder vier Stunden. Immerhin hatte man genügend Platz, mal die Beine auf den Nachbarsitz hochzulegen.
Phantastische Realität
Wunderbar surreal an der Arbeit zu sitzen, etwas zu tun, und zu wissen, die wollen einen nicht mehr und sind froh, wenn man weg ist. Die Motivation ist derzeit wirklich unterirdisch - aber das ist ja nun nicht überraschend. Der Chef kam, brachte die Post, wünschte einen "Guten Tag" und war wieder verschwunden. Kommunikation findet nicht mehr statt. Aber was hätte ich unter diesen Bedingungen noch zu sagen?
Rechtsanwältin angerufen und sehr überrascht gewesen, gleich morgen einen Termin zu haben. Heute wäre es auch schon gegangen - während der Arbeitszeit.
Einer meiner Autoren rief an, dem ich am Freitag eine kurze Nachricht geschickt hatte, damit er Bescheid weiß. Durch das Telefon hörte man erst sein Kopfschütteln und dann lachte er, als nach ein paar Fragen herausgefunden hatte, dass mir eigentlich vorerst gar nichts passieren kann. Wenn ich genug Nerven hätte, könnte der Zustand noch Jahre andauern. Aber ich weiß wirklich nicht, ob ich die Nerven habe.
J. überschüttet mich weiterhin mit Mails zum Aufbau, heute gab es ein Kinderbuch als Geschenk.
Sonntag, 26. Mai 2013
Schwere Geburt
Das war vielleicht ein Kraftakt gestern und heute zu entscheiden, was wir dieses Jahr im Urlaub machen wollen. Einfach zu viele Bedingungen und Wünsche, die sich einfach nicht unter einen Hut bringen lassen. Und dann sind wir ja auch mal wieder richtig früh dran ggf. für Flüge oder Häuser oder was auch immer. Nun sieht es so aus, als dass es Auto wird (nicht meine Präferenz) und Frankreich (geht, müssen uns nur noch über die Region einigen) und Zelt (das was ich sehr mag). Dann muss ich halt ne Alternative noch fürs Rad finden in diesem Jahr, aber das bestimmt ja wohl das Wetter.
Donnerstag, 23. Mai 2013
"Das macht keinen Spaß mehr."
Das meinte der Chef heute Nachmittag und will sich deswegen von mir trennen. Wie das einvernehmlich vonstatten gehen könne, ist das Thema der nächsten Tage.
Richtig überrascht hat mich das nicht, auch nicht, dass es zu keinem Gespräch kam, sondern nur zu einer 'Verkündung'. Aber Macht ist Macht und wenn ich, von dem ich überzeugt bin, das Bauernopfer bin, damit er in seiner Ehe Ruhe hat, dann wünsche ich ihm ein langes, langes, langes Eheleben mit dieser hasserfüllten Zicke.
Dienstag, 21. Mai 2013
Wo ist C.?
Langsam mache ich mir schon Sorgen. C. meldet sich einfach nicht. Mit ihm will ich ja die Ulysses-Lesung machen und langsam wird es zeitlich eng. Einen Ersatz wüßte ich nicht.
Montag, 20. Mai 2013
Wir professionalisieren uns
Ein Bild für Götter. Mein Mann und ich sitzen mit der Lupe (!) vor dem Rechner (!), um einen Timer auf Inhalte zu untersuchen, die vielleicht relevant sein könnten. So richtig haben wir da nix gefunden, dafür die Zeitungsannoce entschlüsseln können, was aber auch gute 20 Minuten gedauert hat. Und jetzt müssen wir bis morgen warten, damit es weiter geht.
Um was es geht? HIER KLICKEN.
Aus der Reihe "Eigenartige Wünsche"
Irgendwann würde ich gerne eine Rezension mit diesem Zitat von Alfred Kerr beginnen - ohne aber davor 'leiden' zu müssen:
Die Vorstellung begann um 8 Uhr. Als ich um 10 Uhr auf die Uhr schaute, war es erst halb 9.
4 + 3 + 4 ist nicht gleich 15
Es ist gerade schön zu wissen, dass ich drei verkürzte Arbeitswochen vor mir habe. Wie stressig es deswegen sein wird in der Arbeit, interessiert mich überhaupt nicht, fahre ich halt ein schmales Programm, merkt sowieso niemand, die Chefs eh zu letzt.
Diese Woche ist Feiertag, nächste Woche auch, zusätzlich mache ich mich auf eine Hochzeit nach Asien* auf, was mir in der dritten Woche eben einen Arbeitstag erspart.
* Hört sich doch gut an was, Asien! Das klingt nach großer weiter Welt, internationaler Kontakte, was weiß ich alles. Aber so ganz spektakulär ist es dann nicht, ein guter Freund heiratet, wenige Kilometer von Europa entfernt, aber der asiatische Kontinent ist es dann schon. Und ich freu mich echt, wieder auf dem Bosporus hin und her schippern zu können mit einem Tee in der Hand.
JCS
Vorhin lief im Fernsehen Jesus Christ Superstar. Mein Mann hat zufällig reingezappt und es dann leider gelassen. Ich habe tapfer weiter in meinem Buch gelesen, aber hin und wieder drang dann doch die ein oder andere Melodie an mein Ohr. Oh Gott, was für ein Kitsch. Und dabei war das mal DIE Platte. Als Jugendlicher hab' ich sie echt rauf und runter gehört, konnte alles mitsingen - auch wenn ich es nicht immer so ganz genau verstanden habe - bis ich mich wohl überhört hatte. Dann ganz spontan dieses 'Heiligtum' einfach einer Freundin geschenkt. War gut so.
Sonntag, 19. Mai 2013
Das Erste nach dem Sex
Vor zwei, drei Wochen mir bei 2001 ein "Erotikdrama" bei 2001 bestellt, En la Cma. Heute Zeit, es mir auch mal anzuschauen, aber lange hat das nicht gedauert. Der Film begann mit einer Sex-Szene, von der man nichts sah, dafür hörte. So weit so gut. Als dann aber die Kamera die beiden wirklich zeigte, waren sie als aller erstes dabei, sich was anzuziehen, um sich dann wieder ins Bett zu legen. Mein Interesse erlahmte da dann doch schon arg.
Ich weiß, das Nacktheit im Film nicht einfach ist, aber dann ein Kammerspiel inszenieren zu wollen, in dem sich ein Paar liebt wozu dann doch meist Nacktheit gehört, das aber auszuschließen, ist in meinen Augen eben ein grundlegender Fehler. Für mich funktioniert das dann einfach nicht.
Letztes Jahr habe ich mal einen Film gesehen, weiß aber leider nicht mehr, wie der hieß, der an sich jetzt nicht so der Knaller war, aber in der Hinsicht 'gut', da die Leute, wenn es darauf ankam, eben auch nackt vor der Kamera standen und die Regie sich nichts hat einfallen lassen, wie man jetzt die 'Blöße' geschickt verbirgt.
Na ja, wir leben halt im Zeitalter der "Neuen Prüderie", damit muss man sich abfinden. Gayromeo - für die, die es nicht kennen, dass ist ein Portal für Schwule - hat jetzt ein App für Smartphones entwickelt, man geht halt mit der Zeit. Jetzt haben aber Apple und Google gefordert, dass über das App keine Nacktbilder angezeigt werden dürfen. Bin mal gespannt, wie Gayromeo sich entscheiden wird. Entweder es sagt nein und bleibt sich 'treu', oder es beugt sich Computerfirmen. Ich vermute letzteres, sie werden einknicken, irgendwie eine Notlösung finden, so tun, als sei alles beim Alten, aber sie werden einknicken - und sie werden mit Sicherheit nicht die ersten gewesen sein.
Jede neue Technik verändert die Welt, aber verändert jede neue Technik auch gleich 'Freiheit'? Mich kotzt jedenfalls die inhaltliche Gängelei durch das Internet / Computerfirmen immer mehr an. Wenn Internetfirmen sich als Moralwächter aufschwingen können, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, worauf sie sonst noch mächtigen Einfluss nehmen werden.
Und da wird - unfreiwillig - Angela Merkel zur Prophetin mit ihrem immer und imm wieder genanntem: "alternativlos".
Mal so - mal so
Gestern aus Frust vor dem Wetter mich in die Badewanne gelegt, heute in der Sonne geschmort und spontan einen kleinen Radausflug gemacht.
Samstag, 18. Mai 2013
Freitag, 17. Mai 2013
Donnerstag, 16. Mai 2013
Blooms-Day
Am 16. des nächsten Monats mache ich ja eine Blooms-Lesung. Diese und letzte Woche habe ich das zwei Leuten erzählt, die dann wissen wollten, was das eigentlich genau ist, weil es ihnen so gar nichts sagte. Kurz: Leopold Bloom ist der Protagonist aus der Ulysses von James Joyce und der Roman spielt eben am 16. Juni.
Was mir aber so richtig gefallen hat war, dass, da Interesse bestand, mehr zu erfahren, aus dem Stehgreif mir echt eine gute 'Würdigung' des Romans gelungen ist und ich auf Nachfragen mir keine Blöße geben musste. Tja, das Herz schlägt halt zum Teil literarisch.
Neues Leseprojekt
Bin schon wieder am überlegen, ob ich nicht das nächste Leseprojekt starte. OK, "Jahrestage" lief ja etwas schief bzw. nicht so, wie erwartet, aber dennoch, irgendwie war doch kein all zu schlechtes Projekt. Überlege gerade, ob ich mir irgendwie an Proust wagen sollte. Na ja, ich denk einfach noch weiter darüber nach.
Dienstag, 14. Mai 2013
Schwarmintelligenz
Alle 14 Tage muss ich ja zur Supervision. Normalerweise leider verlorene Zeit, denn auf "piep-piep-wir-haben-uns-alle-lieb" habe ich meisten nicht so Lust. Und dann das dauernde hin-gefühle auf Stimmungen und Stimmungchen. Nun ja, es gehört halt eben dazu, und da ich im Prinzip nur jedes zweite Mal hingehe und hin und wieder da auch Ferien sind, hält sich die Aufwand gerade so in Grenzen.
Heute war es zum erstenmal gut, denn es lagen zwei Themen in der Mitte des Stuhlkreises, ja, ja, das muss so sein, und es kamen richtig guten Anmerkungen dazu. Wir sind ja alle keine Fachleute - und Frau Supervisorin ist von unserem Thema gänzlich unbeleckt - aber die Erfahrung und das gemeinsame Überlegen hat es dann doch gebracht.
Eine spürte heute einen kleinen Aspekt auf, der sich dann zwar bis jetzt nicht als der Schlüssel erwiesen hat, aber der Ansatz ist zumindest ganz schön vielversprechend.
Montag, 13. Mai 2013
Wenn das Wörtchen 'wenn' nicht wäre ...
... und es nicht meinen Mann gäbe, dann würde ich gerade am liebsten alles hier hinschmeißen, mein Geld nehmen, nach Rom oder Padua fahren, italienisch lernen, mich als Barrista ausbilden lassen und für den Rest meines Lebens hinter der Theke stehen und Kaffee zubereiten. Und wer dann von meinen Freunden / Bekannten vorbei kommen will, kann es gerne tun, bekommt auch einen ausgegeben, oder auch zwei und dann kann man ja weiter sehen.
Sonntag, 12. Mai 2013
Der Sex des Un(ter)bewußten
Mein Un(ter)bewußtes, aber wohl vor allem meine sehr katholische Erziehung, so mag ich mal vermuten, verbietet mir ja erotische Träume. Ich meine damit richtige Träume, nicht die Phantasien, die man sich hin und wieder mal macht, wenn man mit sich Lust auf Lust hat. Und so komme ich selten in den Genuß, nachts beim schlafen Sex zu haben. Gestern war so eine der äußerst seltenen Ausnahmen. An viel kann ich mich leider nicht erinnern, nur, dass ich jedenfalls sehr lustvoll mit mir selbst beschäftigt war und es immerhin schaffte, meinen Ständer auch an meine Wange drücken zu können. (Ja, ja, ich geb' ja schon zu, dass ich das als Jugendlicher schon mal probiert habe - ohne Erfolg, wer's wissen will.) Im Traum gelang das jedenfalls auf das Leichteste und ich fand das auch recht schön, doch dann verrannte ich mich in der Überlegung, ob ich das jetzt einfach so sein lassen soll, oder ob ich jetzt nicht mal versuchen sollte, mir selbst einen zu blasen.
Leider keine Ahnung, wie es ausgegangen ist.
Zeitreise
Ich kenne zumindest eine, die mich für außerordentlich bekloppt hält, ein ganzes Wochenende nichts anderes getan zu haben, außer gut 6.000 Negative zu scannen. Aber das war echt eine spannende Zeitreise, alleine nur zu sehen, wie verschiedene Menschen eine Zeit lang ganz oft zu sehen sind, dann verschwinden und verschwunden bleiben, oder nach Jahren plötzlich wieder auftauchen.
Da ich die Negative so einigermaßen gut datiert hatte, war es überraschend, welche Ereignisse doch in einem viel näheren zeitlichen Zusammenhang standen, als ich es davor behauptet hätte. Natürlich auch umgekehrt, da waren Ereignisse, die ich viel früher eingeschätzt hatte. Und dass ich mal in Holland mit meiner Patentochter war - das hätte ich bis gestern Abend auch bestritten.
Und ich habe eine Menge über Photographie gelernt. Man kann den Bilder einen gewissen biographischen Reiz ja nicht absprechen, photographisch gesehen sind sie meist eine reine Katastrophe. Jetzt nicht, weil die Belichtung nicht optimal ist oder das Licht oder die Schärfe - nein, der Bildaufbau ist teilweise einfach nur dumm, geknipst halt, ohne Verstand. Richtige Schätzchen sind kaum zu finden.
Wie unbedacht ich photographiert habe, sieht man an den Akten. Ab 1985 tauchen sie auf, aber immer züchtig noch mit Unterhose (und wie es scheinen will, für die nächsten Jahre immer mit der selben, als hätte ich keine andere gehabt). Erst 1987 dann einen echten Akt - aber ein versteckter. Diese Bilder gehören wirklich zum Schlimmsten, denn da steh ich, doof blickend vor unmöglichen Hintergründen (nur einmal auch nur annähernd neutral) und erwarte wohl, dass die Kamera von sich aus Wunder wirkt. Hat sie aber nicht getan.
Interessanterweise habe ich in den ersten Jahren meine Wohnungen alle photographiert - das war ausnahmsweise mal so richtig spannend - sollte ich jetzt dann auch mal tun.
Und dann, aber darüber muss ich noch nachdenken, gibt es Dinge, die mich teilweise seit fast 30 Jahren begleiten. Der Schreibtischstuhl, auf dem ich sitze, der Schreibtisch an sich, mein Bücherregal, mein Kaffeebecher und ein paar Gegenstände mehr, wie die eine Pflanze. Ist das Stagnation oder 'Treue'? Ist das 'Bescheidenheit' oder Ignoranz?
Und zu guter letzt noch ein Akt von vor 20 Jahren - der geht ja gerade noch so halb vielleicht ...
Samstag, 11. Mai 2013
Pfff!
War ich gestern auf die 800 Klicks stolz, so sag ich heute nur "pfff" dazu. Aktueller Klick-Stand für das Photo allein nur für den heutigen Tag, Stand 11:25 Uhr: 5.099!
Oder sitzt irgendwo einer in der Welt der nichts besseres zu tun hat, als sich immer und immer wieder dieses Photo neu anzuschauen?
Freitag, 10. Mai 2013
Wie nun auch immer
Bei tumblr schwirren ja vier oder fünf Bilder von mir rum - geklaut natürlich. Vor drei Tagen hat nun jemand von meinem Flickr-Account ein weiteres bei tumblr hochgeladen, aber immerhin so 'geschickt', dass flickr mitzählt. Wie das geht, entzieht sich vollständig meiner Kenntnis. Nun schießt gerade die Klick-Statistik durch den Himmel, locker 800 Klicks am Tag, davon ca. 780 für das Bild hier:
Ich find's gerade so OK und hab' es mehr aus Verlegenheit als aus 'Stolz' hochgeladen. In meinen Augen ist es nun nicht gerade der 'Bringer', aber nun ja, das Leben wäre ja auch langweilig, könnt man sich nicht mehr wundern.
P.S. Die anderen 20 Klicks pro Tag gehen gerade für das gestern erwähnte Self aus jungen Jahren drauf.
P.S. Die anderen 20 Klicks pro Tag gehen gerade für das gestern erwähnte Self aus jungen Jahren drauf.
!
YES I SCAN!
Gut 2.200 Negative sind - zugegebenermaßen provisorisch gescant - schon mal auf den Festplatten. Wenn ich den Ordner und das, was auf dem Regal steht, so grob hochrechne, werde ich so auf ca. 8.000 kommen. Heißt, das WE wird dazu nicht ausreichen, außer es ist totales Mistwetter.
Einige interessante Entdeckungen gemacht - aber darüber demnächst.
Donnerstag, 9. Mai 2013
Locken
Scannen macht süchtig. Den ganzen Nachmittag und den halben Abend damit verbracht. OK, die Qualität lässt zu wünschen - aber die Bilder sind jetzt auch nicht wirklich so grandios. Andererseits ist das schon recht spannend, in die Vergangenheit zu blicken. Manche Negative habe ich scheinbar nicht ausbelichtet, bei manchen habe ich keine Ahnung, wo und / oder wer das sein soll.
Selfs scheine ich schon von Anbeginn der Zeit gemacht zu haben *lach*, so dass ich mir eine gewisse Eitelkeit nicht absprechen kann. Und da gibt es welche, von denen ich echt nicht wusste, dass ich sie gemacht habe. Ich mit Locken (!), dass hat mich dann doch umgehauen.
WE bin ich ja Strohwitwer, da kann ich dann bedenkenlos weiter machen. Irgendetwas zwischen 1/8 und 1/4 des Ordners habe ich immerhin schon mal durch. Aber dass sich noch andere Negative finden werden ist sicher - alleine da oben links im rechten Regal!
WE bin ich ja Strohwitwer, da kann ich dann bedenkenlos weiter machen. Irgendetwas zwischen 1/8 und 1/4 des Ordners habe ich immerhin schon mal durch. Aber dass sich noch andere Negative finden werden ist sicher - alleine da oben links im rechten Regal!
Eins auf flickr hochgeladen, einfach so, ohne es einer Gruppe zuzufügen, ohne Tags. Und was ist? Die Klickrate ist überraschend hoch und innerhalb einer Stunde vier Kommentare. Wenn ich über ein paar Wochen zwei bekomme, bin ich schon zufrieden.
Awa
Bin gerade dabei, meine Negative provisorisch zu scannen, als Sicherung. Und obwohl ich erst seit zwei Stunden dabei bin, bin ich auf ein paar Schätze gestoßen, auf ein paar Erinnerungen.
Das hier ist Awa, die habe ich im April 1984 in Polen kennen gelernt, in Poznan. Ich war damals mit dem Maximilan-Kolbe-Werk unterwegs, um ehemalige KZ-Häftlinge zu besuchen. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, in welchem sie war. Ravensbrück? Sie sprach - ich vermute, sie ist in der Zwischenzeit gestorben - wirklich gut deutsch und war für uns zwei Tage lang Dolmetscherin. Bei ihr haben wir auch übernachtet, in einem häßlichen Hochhauskomplex. Sie ist mir deswegen in Erinnerung geblieben, weil, als wir ankamen, es erstmal Kuchen gab. Bei der Gastfreundschaft in Polen eigentlich nichts ungewöhnliches, doch als wir den ersten Bissen im Mund hatten, wollte sie gleich wissen, ob er schmecke. Das tat er auch, war eben ein ganz normaler Rührkuchen. Auf unsere Antwort hin strahlte sie über das ganze Gesicht: "Das ist mein erster Kuchen, den ich im Leben gebacken habe!"
Das war so ein Moment, wo mir damals nichts mehr einfiel. Sie, die durch die deutschen Nazis über Jahre gequält wurde backt ausgerechnet irgendwelchen Deutschen ihren ersten Kuchen.
Dienstag, 7. Mai 2013
Volle Dröhnung
Heute war es heftig, richtig heftig. Volle Breitseite Leid. Irgendwann geht es dann doch unter die Haut und hat in einem Fall eigenes Leid geweckt. Es gibt Situationen, da gibt es eigentlich keine Worte mehr.
Wird dauern, bis ich heute im Bett bin.
Wie jetzt?
Der rechte Ellenbogen ist blau, geschwollen und aufgeschürft. Nun, das passiert halt.
Was mich aber so irritiert - ich kann mich nicht erinnern, wo und wann das passiert sein sollte. Und ich war die letzten Tage weder stockbesoffen noch übervoll bekifft.
Montag, 6. Mai 2013
Dramolettchen: Die Fürsorge
Ort der Handlung: Ein Redaktionsbüro mit Schreibtischen und Computern irgendwo in Europa.
Zeit der Handlung: An einem Möchte-gern-Sommermorgen.
Handelnde Personen:
Der Chef
Der Redakteur
Akt I
Der Redakteur sitzt an seinem Schreibtisch hinter dem Computer. Konzentriert schaut er auf den Bildschirm. Hin und wieder bewegt er die Maus, hin und wieder tippt er etwas in die Tastatur.
Akt II
Man hört von Ferne Schritte, dann steht Der Chef in der Tür. Der Redakteur blickt von seiner Arbeit auf
Der Chef: Guten Morgen.
Der Redakteur: Guten Morgen Herr F.
Der Chef geht ein paar Schritte auf den Schreibtisch des Redakteurs zu.
Der Chef: Geht es wieder?
Der Redakteur: Denke schon.
Der Chef geht ein paar weitere Schritte auf den Schreibtisch des Redakteurs zu.
Der Chef: Was war's denn?
Der Redakteur: Die Nerven.
Der Chef dreht sich um und verlässt zielstrebig den Raum. Der Redakteur schaut ihm nach.
Akt III
Der Redakteur sitzt an seinem Schreibtisch hinter dem Computer. Konzentriert schaut er auf den Bildschirm. Hin und wieder bewegt er die Maus, hin und wieder tippt er etwas in die Tastatur.
Top Ten
- No Stars Again Shall Hurt You - Purcell: The Tempest
- Cinéma - Les Yeux D' La Tête
- Le dormeur du rail - Les Yeux D' La Tête
- In clandestinità - Vinicio Capossela
- Qual nave smarrita - Händel: Radamisto
- Var. 20 - Bach: Goldberg Variationen
- Voglio strage, e sangue voglio - Graun: Cleopatra & Cesare
- Muzika - Les Yeux D' La Tête
- Danser sur les toits - Les Yeux D' La Tête
- Skeezo - Les Yeux D' La Tête
Sonntag, 5. Mai 2013
Wunsch oder Warnung?
Aus einer Mail meines Kollegen zu meinem Arbeitsbeginn nach sechs Wochen 'Krankheit': "Möge die Begegnung mit den Chefs von menschlicher Wärme, Milde und Güte geprägt sein!"
Lange Leitung
Heute Morgen von A. aus Australien angerufen worden. Ausnahmsweise mal Technik, die begeistert. Ich bin nach wie vor so naiv, dass mich das wirklich beeindruckt, mit der anderen Seite der Welt sprechen zu können, ohne dass man groß was an der Leitungsqualität merkt.
Und während A. jetzt wohl noch schläft, mache ich mich an das Abendessen, was er heute morgen auch gerne gegessen hätte, doch statt Spargel mit Schnitzel und Kartoffeln gab es bei ihm nur Würstchen. Nun ja, im August ist er ja dann wieder da, dann werden wir uns schon was für ihn einfallen lassen - Bärlauchsuppe? (*grins*).
Samstag, 4. Mai 2013
Gute Nacht mit eia-popei
Heute Abend gibt es mit Sicherheit noch eine 'Tüte'. Warum auch immer die letzten drei Nächte katastrophal geschlafen. Keine Ahnung warum, denn die Bedingungen waren mehr als optimal. Und sicher werde ich auch geschlafen haben, aber der subjektive Eindruck war der, dass ich eben nur vielleicht ein, oder zwei Stunden geschlafen haben. Und wenn man aufstehen muss und merkt, dass man das noch müder tut, als wie man ins Bett gegangen ist, dann ist das psychologisch einfach nur doof.
Früher führte eine "Tüte" dazu, dass ich entweder total albern geworden bin oder / und unendlich geil. Und in den besten Zeiten war das eine Mischung von beiden, gepaart mit einer Aufmerksamkeitssteigerung, die mich Dinge wahrnehmen ließ, die ich normalerweise nicht bewußt registriere. Heute führt es einfach zum Knock-Out - und das ist, zumindest heute, wirklich gewollt.
So isses halt - Alltagsweisheit Nr. 4.593
Das weg-sein war die letzten Tage sehr schön, das da-sein ist aber auch wieder schön. Schade eigentlich, dass es davon keine Kombination gibt.
Dienstag, 30. April 2013
RIP
Wenn meine Mutter gefragt wird, ob sie Kinder hat, dann erzählt sie von meinem älteren Bruder, mir, meiner jüngeren Schwester. Und dann haut sie zum Schluss, in meinen Augen erbarmungslos, einen Satz raus, der mir immer wie ein eiskaltes Schwert in die Seele dringt: "Und mein Ältester liegt auf dem Friedhof!"
Er starb heute vor 28 Jahren an den Folgen eines unverschuldeten Verkehrsunfall.
Geheimnis Flickr
Es wird wohl für ewig ein Rätsel bleiben, warum die Klicks bei flickr keiner Logik folgen. Wenn ich neue Bilder hochlade, dann kann ich schon mehr oder weniger davon ausgehen, dass ich so um die 300 Klicks am Tag bekomme. Am nächsten Tag sinkt es ab, aber übernächsten Tag geht es aber nochmals hoch. Dann sinkt die Kurve kontinuierlich bis zum nächsten Hochladen. Stimmt bloß nicht. Seit Tagen ist die Tendenz fallend, seit zwei Wochen nichts hochgeladen, und doch, gestern mal aus dem Nichts über 500 Klicks, heute dafür noch keine 40. Schätzungsweise bin ich morgen wieder auf erwartbaren Niveau. Und das passiert immer wieder. Nun ja, ein Rätsel, dessen Lösung mich nur mäßig interessiert.
Die Folgen des Aufräumens
Mir ist gerade heiß und kalt gewesen!
Gerade eine gute Viertelstunde nach meinen kopierten Bewerbungsunterlagen etc. pp. gesucht, die nicht an ihrem Platz lagen, also da, wo ich sie meinte, hingelegt zu haben. Geistesabwesend habe ich wohl in der Zwischenzeit mal aufgeräumt - ich fand sie dann, Gott sei Dank, im Regal wieder.
Ufff!!!
Sonntag, 28. April 2013
Römische Dekadenz
Ich kann mich ja manchmal so richtig über Neuerungen aufregen. Als ich gesehen habe, dass es bei manchen Autos bei der Rückklappe jetzt so einen Knopf gibt, dass sie sich automatisch schließt, hätte ich schreien können. Braucht man denn diesen überflüssigen Scheiß? Sind denn alle Autofahrer jetzt schon so behindert, dass sie nicht einmal mehr die Klappe schließen können?
Und was sollen Kartoffeln aus Israel, die ja nicht gerade reich mit Wasser gesegnet sind. Und muss es Knoblauch aus China sein? Beides natürlich 'Bio-Ware' - wo ich mich immer frage, wie denn der Transport mit Lasteseln oder -pferden funktioniert.
Und ich kann mich herrlich über Leute aufregen, die, sagen wir mal, nach Hawaii fliegen, um dann drei Wochen lang am Strand zu liegen. OK, der sieht zwar schon etwas anderes aus, als der von Malle, aber die Sonne ist, soweit ich weiß, die selbe.
Da gibt es viele Dinge, die für mich überhaupt nicht in die Tüte kommen. OK, ein größerer Fernseher fände ich auch ganz nett, aber ob der dann 1,5 Meter in der Diagonale haben muss, glaube ich dann nicht. Wir gucken, als wohl die letzten, auf 45 cm, wenn es überhaupt so viele sind.
Dann erinnere ich mich an Westerwelle, ausnahmsweise mal positiv, an seinen Ausspruch der "römischen Dekadenz" - ok, nicht in dem von ihm genannten Zusammenhang - also ich erinnere mich an dieses Begriffspaar und bin kurz davor, mich als Gut-Mensch zu fühlen.
Wenn ich mich dann aber mal um die eigene Achse drehe, dann muss ich mir selber an den Kopf greifen: Den Kaffe, den wir trinken, kommt aus einer ganz bestimmten Bar in Rom (und nur aus der); das eine Salz kommt aus Frankreich, das andere lasse ich mir aus London schicken; und die letzten beiden Unterhosen habe ich mir aus Australien schicken lassen (und spiele mit dem Gedanken, mir dort auch meine 5. (!) Badehose zu kaufen).
Bleibt als Fazit: Joh. 8,7
Premiere II
Die ersten Spargel mit der absolut genialen Soße Hollandaise von M., dazu Kartoffeln und ein absolut passender roher Schinken. Yeah!
Premiere I
Der erste Wiener Apfelstrudel ist zwar nicht misslungen, aber es gibt Optimierungsbedarf - in erster Linie ein neuer Backofen.
Eigentlich hätte es Bilder geben sollen, aber ich habe irgendeine Einstellung an der Kamera vorgenommen, dass die Daten mit keinem meiner gängigen Programme zu lesen ist. Nun ja, so spektakulär sah er dann nun auch wieder nicht aus.
Samstag, 27. April 2013
Geplante Spontanaktion
Kurz vor Ladenschluss noch losgerannt, um Äpfel und Rosinen zu kaufen. Kurz davor hatte mich die Lust übermannt, einen (ersten) Apfelstrudel zu machen. Den mache ich also jetzt ganz spontan morgen und die Gäste sind auch schon eingeladen.
(In der Nähe gibt es zwei Bäcker ... falls er nix wird.)
Freitag, 26. April 2013
Es nimmt Gestalt an
Gestern auf dem Balkon vier Stunden lang in der Ulysses geblättert auf der Suche nach geeigneten Stellen für die Lesung zum Blooms-Day. Ich habe mich echt beschränkt, da ich mal vermute, dass man pro Seite ca. 90 Sekunden brauchen wird, sie vor zu lesen. Von den 1.015 Seiten stehen nun 79 in der engeren Auswahl. Und ich vermute, das schwierigste Stück Arbeit wird sein, diese 79 auf ca. 50 herunter zu kürzen. Und Zwischentexte muss es ja auch noch geben, sonst kapiert ja überhaupt niemand was. Und geübt muss ja auch noch werden, da ich ja mit C. zusammen lesen werde.
Warum ist Idealist kein Beruf mit einem vernünftigem Gehalt?
Diesmal nicht heiser
Vor zwei Jahren habe ich Les Yeux de'la Tete zum ersten Mal gehört. Ein zweiter Konzertbesuch scheiterte wegen mangelnder Karten, also habe ich, als die Ankündigung draußen war, diesmal sofort reagiert. Es hätte aber auch noch Karten an der Abendkasse geben. Ist schon klasse, wie die sechs nur wenigen Minuten brauchen, um eine Stimmung im Saal zu machen, die an Urlaub erinnert. Aber es ist wohl meiner Befindlichkeit zuzuschreiben, dass ich diesmal nicht so ausgeflippt bin, wie das erste Mal. Damals konnte ich am nächsten Tag kein Wort über die Lippen bringen - die Stimme war einfach so gut wie weg.
Mittwoch, 24. April 2013
Dienstag, 23. April 2013
Blick nach Frankreich
Ich guck' die Nachrichten von Frankreich ja schon mit arg gemischten Gefühlen. Der dann doch recht massive Protest gegen die Homo-Ehe überrascht im ersten Moment. Warum gehen so viele eines Landes auf die Straße, die vor vier Jahrhunderten viel Blut für "Freiheit - Brüderlichkeit - Gleichheit" vergossen haben?
Ein paar wenige Stimmen sehen das als Protest nicht gegen die Schwulen, sondern als Protest gegen die aktuelle Regierung. Nur, das glaube ich nicht. Es geht dort gegen die Schwulen und Lesben. Solange sie in ihren Kreisen bleiben und hin und wieder mal für Kolorit im Fernsehen sorgen, dann ist es gut und ok. Aber näher will man sie nicht lassen.
Man kann ja im Grunde glücklich sein, dass der Deutsche an sich ja ungern auf die Straße geht. OK, für Stuttgart 21 konnte man Massen mobilisieren, in meiner Jugendzeit mal gegen SALT II oder gegen die Startbahn West. Aber normalerweise ist der der Deutsche der aus der IKEA-Werbung: "Wir müssen auf die Straßen gehen ... aber lass uns erst mal die Flasche leer machen."
Aber das heißt noch lange nicht, dass die Stimmung auch hier nicht kippen könnte. Konkrete Anzeichen kann ich zwar (noch) nicht feststellen, aber ich bin schon seit Jahren der Überzeugung, dass die Stimmung früher oder später kippen wird. Da ist Frankreich gerade ein Vorreiter.
Was ich meine feststellen zu können ist eine Zunahme von konservativer Moral, die, interessanterweise von keinem wie auch immer geartetem Medium vorgegeben wird. Wenn man seine Sensoren mal aufstellt, dann kann man schon bemerken, dass die bürgerlichen Rechte immer mehr eingeschränkt werden. Nie wirklich so starkt, dass das faule deutsche Volk ist bemüßigt fühlt, auf die Straße zu gehen, aber die Nadelstiche sinds.
Man darf auch einfach nicht vergessen. Was das Gesetz zulässt, heißt noch lange nicht, dass es allgemein akteptiert wird.
HP
Ganz langsam nimmt sie Formen an, die neue HP. Endlich jemand gefunden, der sich darum kümmern will. Erste Vorschläge heute gesehen, erste Tipps etc. pp. Wird aber wohl noch ein paar Wochen dauern, bis sie dann endlich neu online ist.
Aber wenn das so wird wie heute gesehen: schick, schick.
Für heute Abend
- 'Trockene' Nudeln mit Schrimps und Bohnen
- Ananas
Kochaufwand: Gering
Gäste: S. + T. + P. von der Burg
Donnerstag, 18. April 2013
73 Kilometer
So untrainiert wie ich dieses Jahr bin, war das fast eine Herausforderung. Aber dafür bin ich jetzt auch schön müde.
Mittwoch, 17. April 2013
GAG
Bei den meisten Büchern fällt es mir eher einfach, darüber ein Urteil abzugeben und dieses dann auch zu begründen (dass das dann nicht der Weisheit letzter Schluss ist, versteht sich von selbst - aber macht zumindest eine Diskussion möglich, die sich dann nicht nur in der Aussage erschöpft: "Fand ich gut.") Es gibt ein paar wenige Bücher, bei denen mir ein begründetes Urteil schwer fällt, ich zwar noch sagen kann, ob es mir gefallen hat oder nicht - doch alles Weitere fällt schwer.
Und es gibt einen Autoren, Georges-Arthur Goldschmidt, dessen erzählerisches Werk mich jedesmal in eine solche Sprach- und Ausdruckslosigkeit versetzt - auch nach wiederholter Lektüre -, die es allein schon deswegen zu einer Ausnahme macht. 1993 habe ich das erste Mal etwas von ihm gelesen, seitdem alles, was von ihm auf dem deutschen Markt zu haben war und ist. Und immer und immer wieder erfassen mich seine Romane und Erzählungen, immer wieder wird da etwas in mir angesprochen, was mich dann nicht gerade aus der Bahn wirft, aber er tastet etwas Ureigenes in mir an, was verborgen schlummert.
Er wird nächsten Monat 85 und über Ostern überfiel mich - mal wieder - der Wunsch, ihm zu schreiben. Ausnahmsweise blieb es diesmal nicht bei dem Wunsch, ich hab' ihm geschrieben, von meiner Sprach- und Ausdruckslosigkeit, von den 'Erschütterungen'.
Heute lag seine Antwort, handgeschrieben, im Briefkasten.
Dienstag, 16. April 2013
Blindes Sehen
Der Kollege, der gerade meine Aufgaben übernimmt, bat um Rückruf. Telefonischer Support, was jetzt wie zu tun ist, wo er aufpassen muss, wo er locker bleiben kann. Wieder die Versicherung, er kann mich jederzeit anrufen, ich helfe ihm, aber auch nur ihm.
Die Chefetage bekommt wohl gerade ganz leicht eine Ahnung, was ich die letzten fünf Jahre geleistet habe, denn der Kollege zeigt immer und immer wieder Schwierigkeiten, Probleme und Fragen auf, die dann die Chefetage nur derzeit dadurch löst, dass es nicht mehr "wichtig" ist, dass man darauf auch "verzichten" kann, dass man jetzt auch Seiten einfach dadurch füllt, dass man ganzseitige Bilder abdruckt. Hey, ich hab' das in fünf Jahren genau einmal machen dürfen! Ich gönn's meinem Kollegen, dass er da nicht dem vollem Stress unterzogen wird.
Aber, das war so der Unterton im Gespräch mit dem Kollegen, ist schon klar geworden, dass die Chefetage zwar in Ansätzen sieht, was ich kann und tue, aber dass man es mir auch nicht verzeiht, dass ich nun insgesamt sechs Wochen ausfalle. Dass es in drei Wochen dann zu einem Gespräch kommen wird, ist mir auch klar, würde ich als Chef auch tun. Dass möglicherweise eine Kündigung im Raum steht, kann ich mir selber ausrechnen.
Die Tragik bleibt die selbe. Es IST mein Job, aber nicht unter diesen Umständen. Und ich bin gerade am überlegen, ob eine Kündigung mich befreien würde, oder mich noch tiefer in die Hoffnungslosigkeit stürzt. Darüber kann ich gerade echt keine Aussage machen.
Rational ist klar, dass es da ein Ende geben muss, besser früher als später. Rational ist auch klar, dass ein neuer Job zu ergattern, eine verdammt schwere Aufgabe ist.
Und ich überlege die ganze Zeit, schon, was der Coach damals gemacht hatte, dass ich wirklich frei denken konnte: "Du musst keinen Job finden, er findet dich." Damals stimmte das auch.
Wenn ich ehrlich bin, dann will ich da nicht mehr hin. Käme es zu einer Kündigung, würde ich natürlich kämpfen, es als ungerecht empfinden usw usf., aber als "treuer Hund" braucht es wohl diese harten Schnitte, die ich nicht mag.
Hoffnung und / oder Zuversicht aufrecht zu erhalten ist manchmal so was von verdammt schwer.
Nee!?
Uff. K. ist gerade gekommen. Ich kenne seinen Freund, M., schon länger als er ihn. Mit M. hatte ich mal eine Zeit lang 'was laufen'. Jetzt erzählt K., dass M. letzten Monat einen Herzinfarkt hatte.M. ist ein Jahr jünger als ich. lebt gesünder als ich usw. usf.
M. hat sich wenigstens schnell erholt und den Umständen entsprechend geht es ihm gut. Dass er schon wieder arbeitet, finde ich ein Unding, aber das ist nicht sein Wunsch gewesen, sondern das ist das marode Gesundheitssystem, dass meist eben nur noch "Fallpauschalen" kennt, aber mit dem Begriff "Mensch" nur sehr wenig, und wenn dann nur am Rande etwas anzufangen weiß.
Aber was mich viel mehr beschäftigt: Eigentlich müsste ich es wissen, dass sowas nicht immer nur anderen passiert. Und ich will einfach nicht in eine Lebenssituation kommen, wo man nicht mehr über das neuste Buch oder den neusten Kino-Film redet, sondern über Krankheiten und Ärzte und Maßnahmen und Krankenkassenschlachten - mit Gleichaltrigen!
Ich hab' es ja geahnt, aber altern ist echt nichts für mich.
Auf übermorgen.
Morgen doch keine Radtour. Muss zum Augenarzt - und danach liege ich erst mal wieder Stunden im dunklen Zimmer, bis ich wieder richtig gucken kann. Ätzend. Aber wenn nur das die Folgen sind, wäre ich es ja zufrieden.
"Das war eine Nacht, Wilhelm!"
Und was für eine! Gefühlt habe ich nicht eine Stunde geschlafen, dafür aber zwei bis drei Liter Wasser geschwitzt. Dabei war ich gestern richtig müde gewesen, warm ist es ja nachts auch noch nicht richtig wirklich.
Eigentlich wollte ich heute ne kleine Radtour machen. Die habe ich jetzt auf Morgen verschoben. Die paar Kilometer, dich gerade in die Stadt fuhr, haben echt gereicht.
Manchmal würde ich schon ganz gerne wissen, was so in mir los ist.
Montag, 15. April 2013
Sonntag, 14. April 2013
Band 1
Den ersten Band von Helianth heute fertig gelesen. Und ich bin echt froh, dass es noch zwei weitere gibt. Es ist schon ein Roman aus seiner Zeit (Anfang letztes Jahrhundert), aber dafür dann ganz schön modern. Er wird in der einen Quelle, die ich gelesen habe, als "Bildungsroman" beschrieben. Das ist er auch. Aber Spaß macht das schon, den vor dem Hintergrund der anderen zu lesen, die ich kenne (Wilhem Meister, Anton Reiser ...). Zudem hat er, für seine Zeit, eine gewisse Offenzügigkeit, die mich überrascht hat.
Nach dem "Idiot" das zweite gute Buch in diesem Jahr - endlich.
Kochpremiere
Oh ja, die, die mich kennen, die denken jetzt vielleicht: "Mein Gott, was hat er denn jetzt für ein Rezept ausgegraben" und hoffen klammheimlich, dass es jetzt nicht "Saure Nierchen" oder was in der Art ist. Aber was gerade auf dem Herd als Premiere köchelt ist ein solcher Klassiker, dass wahrscheinlich alle - bis auf die Vegetarier natürlich - nichts dagegen hätten, mitzuessen.
Ich koche wohl so seit 20 Jahren - aber erst letzte Woche ist es mir in den Sinn gekommen. Daher gibt es heute - dreifacher Tusch!: Rindsrouladen.
Nachtrag: Sind nicht schlecht geworden, keine Frage. Mir einen Tuck zu trocken und die Füllung kann ruhig noch etwas deutlicher werden. Der Semmelknödel war sehr gut, die Bohnen, nun ja, Tiefkühlzeugs, aber dafür einigermaßen ordentlich. Denke mir, das wäre durchaus ein Geburtstagsessen für E. gewesen, den ich nach meiner Gratulation etwas abwürgen musste, da die Küche rief.
Nachtrag: Sind nicht schlecht geworden, keine Frage. Mir einen Tuck zu trocken und die Füllung kann ruhig noch etwas deutlicher werden. Der Semmelknödel war sehr gut, die Bohnen, nun ja, Tiefkühlzeugs, aber dafür einigermaßen ordentlich. Denke mir, das wäre durchaus ein Geburtstagsessen für E. gewesen, den ich nach meiner Gratulation etwas abwürgen musste, da die Küche rief.
Dann doch
B. kam dann mit seiner Schwester, meiner Patentochter S., um nach dem Computer zu schauen. Richtig gefunden hat er nix, will jetzt aber noch weiter forschen. Nun ja, mal sehen, wie erfolgreich er sein wird. Danach war eigentlich nur noch ein Kaffee geplant, geendet hat es dann aber in einem Abendessen und einer heißen Monopoly-Schlacht, die ich überraschenderweise dann gewonnen habe, auch wenn ich einen wirklich schlechten Start hatte.
Freitag, 12. April 2013
Hoffnung keimt
Gestern eine Freundin angerufen, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. War nicht da, dafür der 17-jährige Sohn. 17! Computer! Ihn mal gefragt, was das mit meiner CPU sein könnte. Er spekulierte gleich wild drauf los - morgen kommt er und schaut es sich an.
Wie vor Jahren
Frau K. war, nach Jahren mal wieder, es hat sich wegen dem Job nicht anders ergeben, zum Frühstück da. Nun ja, was heißt da Frühstück. Es gibt Kaffee und auch was zum Essen, aber das spielt eher eine untergeordnete Rolle. Die Dauer dazu steht jedenfalls im umgekehrten Verhältnis. Wir haben es dann am Nachmittag erst beendet.
Und wie (fast) immer: Auf irgendetwas macht mich Frau K. dann immer neugierig, was ich dann gleich angehe. So wie es aussieht, ist der Start für Lightroom gesetzt.
Donnerstag, 11. April 2013
Mittwoch, 10. April 2013
Fluch der Neuzeit
Liegt das an Windows? Vorgestern installierten die beim Ausschalten wieder. Und jetzt läuft der Computer wie ne Schnecke. Kein Programm offen, aber ne CPU-Auslastung von 50-60%. Virenscann erfolglos - also nix gefunden. Ne Internetseite braucht nun ne Minute, von Photoshop ganz zu schweigen. Echt, scheiße, keine Ahnung was das sein könnte und natürlich im Freundes- und Bekanntenkreis auch niemand, der auch nur eine Ahnung eines Schimmers hat. Ich könnte gerade wirklich kotzen!
Endlich
Heute Vormittag draußen nackt in der Sonne gesessen. OK, war zwar nur einen Anschein von Sonne und auch nur für wenige Minuten und nur deshalb, weil ich gerade aus der Sauna kam, aber dennoch: tat gut.
Dienstag, 9. April 2013
Macht (mich gerade) süchtig
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Und nicht verwirren lassen, bis zur ersten Reprise stimmt was mit den Noten nicht.
So, jetzt muss ich mir nur noch mühsam den Text abschreiben und mühsam übersetzen.
Und warum klappt das mit dem 'einbetten' nicht. Dann halt schnöde den Link.
Ok, ok, der Text ist ja nun wirklich nicht lang für 5:30:
No stars again shall hurt you form above,
But all your days shall pass in peace and love.
Und meine sehr, sehr freie Übersetzung würde lauten:
Keine Sterne werden Dich mehr von oben verletzen,
dafür an allen Deinen Tagen in Frieden und Liebe vorbeiziehen.
Wer's besser kann: Bitte!
Und nicht verwirren lassen, bis zur ersten Reprise stimmt was mit den Noten nicht.
So, jetzt muss ich mir nur noch mühsam den Text abschreiben und mühsam übersetzen.
Und warum klappt das mit dem 'einbetten' nicht. Dann halt schnöde den Link.
Ok, ok, der Text ist ja nun wirklich nicht lang für 5:30:
No stars again shall hurt you form above,
But all your days shall pass in peace and love.
Und meine sehr, sehr freie Übersetzung würde lauten:
Keine Sterne werden Dich mehr von oben verletzen,
dafür an allen Deinen Tagen in Frieden und Liebe vorbeiziehen.
Wer's besser kann: Bitte!
Montag, 8. April 2013
Sonntag, 7. April 2013
"Der Idiot"
Falls ich es nicht schon erzählt haben sollte: Dostojewskij ist klasse. In den letzten Tagen "Der Idiot" von ihm gelesen. Das schöne bei ihm ist, man fragt sich nicht danach "Was soll der Roman einem sagen", sondern man ist einfach zufrieden, dass man dabei gewesen sein durfte. Die Figuren, die vorkommen, mag man zwar nicht alle, aber sie sind in einer Art und Weise dargestellt, dass es bei einigen kein Problem macht, die Gegenstücke im wirklichen Leben zu finden. In einer Figur habe ich auch Fr. F. wiedererkannt. Das war in gewisserweise tröstlich, dass es solche Typen leider in allen Zeiten gegeben hat - und dass in allen Zeiten die Umwelt an ihr verzweifelt sind.
Dankbar
Man ist ja bescheiden geworden und genießt die 11 Grad Außentemperatur auf dem Balkon mit einer Tasse Milchkaffee.
Samstag, 6. April 2013
Für heute Abend
- Aperitif mit Oliven
- Gulasch nach Art des Hauses mit Bandnudeln
- Quark-Speise mit Himbeeren
Kochaufwand: Gulasch halt, braucht so seine Zeit, aber einfach
(Spontan)Gäste: H.+J.
Geplant / Ist
Geplant:
Aufstehen - einkaufen - Kleinigkeit als Mittagessen - Sofa mit Dostojewskij - Nachmittagsschlaf - Sofa mit Dostojewsikij - Kleinigkeit als Abendessen - gemütlicher Fernsehabend
Ist:
Aufstehen - einkaufen - Gulasch kochen für den Abend - Spontanbesuch empfangen - Computernothilfe leisten - Kochen - Gäste
Es geht auch so
Es gibt hier so einen gemeinnützigen Laden. Da kann man alle Sachen hinbringen, die man selber nicht mehr braucht. Und es ist vollkommen egal, was es ist. Bücher, Klamotten, Möbel, Geschirr, Spiele, Schuhe, Rahmen ... Die nehmen es dort einfach unkommentiert an und verkaufen es. Der Erlös, nach Abzüge der Fixkosten, geht dann an gemeinnüztige Organisationen. Und da kommen mehrere Tausend Euro im Jahr zusammen. Ich meine, knapp 6-stellig.
Mein Mann geht da ja regelmäßig hin und bringt auch immer was mit. Kommen wir auf die Idee, bspw. wir bräuchten einen Espuma, stehen drei am Ende der Woche auf dem Küchentisch, wir können die ausprobieren, einen behalten wir, zwei schmeißen wir weg oder bringen sie wieder zurück.
Heute war ich mal mit, weil ich dachte, ich könnte vielleicht ein paar Klamotten fürs Shooting finden. Raus gegangen bin ich dann mit einer Hose, einem Overall, einer Männer-Strick-Lang-Unterhose, drei engen Boxerhshorts. An der Kasse dann das, was der genialste Verkaufstrick aller Zeiten ist. Die nette Dame, schaute sich mein Paket an und überwand sich dann, ihren Preis zu nennen. "Ist alles für 2,50 Euro OK? Sonst machen wir auch 2 Euro!" Der Effekt ist einfach klasse. Ich, wie all die anderen, die ich beobachten konnte, lehnten diesen Preis innerlich ab - und zahlten das, was sie meinten, was es ihnen wert ist: mehr.
Nachtrag: Die Dinge waren echt nur für Shootings gedacht, aber diese engen Boxer sind so klasse, dass ich die eine beim Probieren gleich angelassen habe, obwohl ich ja einer bin, der Boxer für absolut lächerlich halte. Der Overall, orange, und steht mir überraschend gut, wird hoffentlich demnächst seiner Bestimmung zugeführt, ebenso die Hose, die aber noch leiden werden wird. Dieser lange Unterhose wird eh der Hit werden, die ist so lächerlich veraltet, dass sie schon wieder gut ist, irgendein Strick-Gedöhns mit Eingriff.
Freitag, 5. April 2013
Es kütt wie es kütt
Irgendwie war's 'ungerecht' heute mit der Hospitantin. Ich bekam, ok, mit einer Ausnahme, echt die Heftigen ab, sie dagegen die, die man sich wünscht.
Aber es ist schon was anderes, wenn man danach gleich darüber reden kann und nicht alleine da sitzt.
Let's talk about
Schon komisch, selten so viel über Sexualität nachgedacht. Mittwoch hatte mich, irgendwann morgens, P. auf die meinige angesprochen mit zwei wirklich intelligenten Fragen. Das führte dazu, dass ich das gestern einfach für mich nochmals aufgeschrieben habe, denn manchmal hilft beim Denken das Schreiben. Und dann bin ich bei M. über einen Blogeintrag gestolpert, der ganz allgemein, aber zum Teil sehr dezidiert über die eigene Sexualität Fragen stellte. Aus Lust auch gleich mal das beantwortet, was dazuführte, dass es Nachfragen gab, die ich mir so konkret auch noch nicht beantwortet. Heute also wieder einen Text dazu geschrieben.
Eigentlich könnte ich mich mal hinsetzten und aus allen dreien dann einen Text zu machen - aber das würde dann doch zu lang werden schätze ich, und ob meine "vita sexualis" noch für die Nachwelt erhaltenswert ist, wage ich dann auch mal zu bezweifeln.
Aber spannend ist es das schon, wenn man, wie im Blog von M. Klartext reden kann und es hat eine eigene Stimmung, wenn die dortigen es auch machen.
Donnerstag, 4. April 2013
Die andere Seite
Als ich gestern zu P. gefahren bin, fand ich das, als ich dort war, überhaupt keine gute Idee mehr. Viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt, viel zu depressiv, um einen netten Abend haben zu wollen, geschweige denn, dazu etwas dazu beitragen zu können. Doch als wir beim Italiener saßen kippte die Stimmung auf die andere Seite - was ich mich daran erinnert, ich sollte unbedingt mal wieder von Arno Holz Die andere Seite lesen - und meine Stimmung marschierte, ganz Thomas Bernhard mäßig, "in die entgegengesetzte Richtung" (Der Keller).
Später noch einen Pomerol getrunken, noch später ein paar selbstgemachte Schnäpse und noch später lagen wir nebeneinander auf der Matratze und haben - wie in guten alten Zeiten - die Nacht zerredet. (Schlafentzug soll ja bei Depressionen helfen, das nur mal nebenbei.) Ungewöhnlich offen hat P. Themen angesprochen, die sonst nicht so sein Ding sind. Irgendwann, dass muss aber schon nach vier Uhr gewesen sein, sind wir dann doch eingeschlafen, wie eigentlich immer, auf eine eigene Art und Weise verknotet, die Schlaf eigentlich unmöglich macht.
Keine drei Stunden später waren wir wieder auf.
P. bleibt für mich nach wie vor ungewöhnlich und zusammen sind wir es dann auch irgendwie.
Kurz: Das hat richtig gut getan.
Mittwoch, 3. April 2013
Für dann
Vor ein paar Tagen: U. winkte mich irgendwann aus der Gruppe raus. In einem anderen Zimmer kramte er rum, zeigte etwas, ob ich es vielleicht wolle. Sie hätten keine Verwendung mehr dafür.
Kurz geschaut, kurz in die Hand genommen - dass ich das Teil für mein zukünftiges Unterhosen-Museum unbedingt haben musste, stand außer Frage. Kurz genickt.
Ob ich nicht auch das und das ..
Drei Exponate mit Seltenheitswert - und das eine trag ich mal noch selber.
Montag, 1. April 2013
Unten ohne
Immerhin, heute morgen, an der Heizung, in der Sonne, da konnte ich es schon mal ein paar Minuten ohne aushalten. Hat gut getan.
Gegeneinladung
- Hühnersuppe mit Nudeln
- Salat
- Schweinebraten aus dem Römertopf, Karotten, Borcolli, Spätzle (Tüte)
- Bratapfeln mit Vanillesoße (Tüte)
Gastgeber: L. + U.
Gäste: 7
Gäste: 7
Kochaufwand geschätzt: recht hoch, mehr als 2 Stunden.
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