Bei den meisten Büchern fällt es mir eher einfach, darüber ein Urteil abzugeben und dieses dann auch zu begründen (dass das dann nicht der Weisheit letzter Schluss ist, versteht sich von selbst - aber macht zumindest eine Diskussion möglich, die sich dann nicht nur in der Aussage erschöpft: "Fand ich gut.") Es gibt ein paar wenige Bücher, bei denen mir ein begründetes Urteil schwer fällt, ich zwar noch sagen kann, ob es mir gefallen hat oder nicht - doch alles Weitere fällt schwer.
Und es gibt einen Autoren, Georges-Arthur Goldschmidt, dessen erzählerisches Werk mich jedesmal in eine solche Sprach- und Ausdruckslosigkeit versetzt - auch nach wiederholter Lektüre -, die es allein schon deswegen zu einer Ausnahme macht. 1993 habe ich das erste Mal etwas von ihm gelesen, seitdem alles, was von ihm auf dem deutschen Markt zu haben war und ist. Und immer und immer wieder erfassen mich seine Romane und Erzählungen, immer wieder wird da etwas in mir angesprochen, was mich dann nicht gerade aus der Bahn wirft, aber er tastet etwas Ureigenes in mir an, was verborgen schlummert.
Er wird nächsten Monat 85 und über Ostern überfiel mich - mal wieder - der Wunsch, ihm zu schreiben. Ausnahmsweise blieb es diesmal nicht bei dem Wunsch, ich hab' ihm geschrieben, von meiner Sprach- und Ausdruckslosigkeit, von den 'Erschütterungen'.
Heute lag seine Antwort, handgeschrieben, im Briefkasten.
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