Als ich gestern zu P. gefahren bin, fand ich das, als ich dort war, überhaupt keine gute Idee mehr. Viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt, viel zu depressiv, um einen netten Abend haben zu wollen, geschweige denn, dazu etwas dazu beitragen zu können. Doch als wir beim Italiener saßen kippte die Stimmung auf die andere Seite - was ich mich daran erinnert, ich sollte unbedingt mal wieder von Arno Holz Die andere Seite lesen - und meine Stimmung marschierte, ganz Thomas Bernhard mäßig, "in die entgegengesetzte Richtung" (Der Keller).
Später noch einen Pomerol getrunken, noch später ein paar selbstgemachte Schnäpse und noch später lagen wir nebeneinander auf der Matratze und haben - wie in guten alten Zeiten - die Nacht zerredet. (Schlafentzug soll ja bei Depressionen helfen, das nur mal nebenbei.) Ungewöhnlich offen hat P. Themen angesprochen, die sonst nicht so sein Ding sind. Irgendwann, dass muss aber schon nach vier Uhr gewesen sein, sind wir dann doch eingeschlafen, wie eigentlich immer, auf eine eigene Art und Weise verknotet, die Schlaf eigentlich unmöglich macht.
Keine drei Stunden später waren wir wieder auf.
P. bleibt für mich nach wie vor ungewöhnlich und zusammen sind wir es dann auch irgendwie.
Kurz: Das hat richtig gut getan.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen