Dienstag, 23. April 2013

Blick nach Frankreich

Ich guck' die Nachrichten von Frankreich ja schon mit arg gemischten Gefühlen. Der dann doch recht massive Protest gegen die Homo-Ehe überrascht im ersten Moment. Warum gehen so viele eines Landes auf die Straße, die vor vier Jahrhunderten viel Blut für "Freiheit - Brüderlichkeit - Gleichheit" vergossen haben?

Ein paar wenige Stimmen sehen das als Protest nicht gegen die Schwulen, sondern als Protest gegen die aktuelle Regierung. Nur, das glaube ich nicht. Es geht dort gegen die Schwulen und Lesben. Solange sie in ihren Kreisen bleiben und hin und wieder mal für Kolorit im Fernsehen sorgen, dann ist es gut und ok. Aber näher will man sie nicht lassen. 

Man kann ja im Grunde glücklich sein, dass der Deutsche an sich ja ungern auf die Straße geht. OK, für Stuttgart 21 konnte man Massen mobilisieren, in meiner Jugendzeit mal gegen SALT II oder gegen die Startbahn West. Aber normalerweise ist der der Deutsche der aus der IKEA-Werbung: "Wir müssen auf die Straßen gehen ... aber lass uns erst mal die Flasche leer machen." 

Aber das heißt noch lange nicht, dass die Stimmung auch hier nicht kippen könnte. Konkrete Anzeichen kann ich zwar (noch) nicht feststellen, aber ich bin schon seit Jahren der Überzeugung, dass die Stimmung früher oder später kippen wird. Da ist Frankreich gerade ein Vorreiter. 

Was ich meine feststellen zu können ist eine Zunahme von konservativer Moral, die, interessanterweise von keinem wie auch immer geartetem Medium vorgegeben wird. Wenn man seine Sensoren mal aufstellt, dann kann man schon bemerken, dass die bürgerlichen Rechte immer mehr eingeschränkt werden. Nie wirklich so starkt, dass das faule deutsche Volk ist bemüßigt fühlt, auf die Straße zu gehen, aber die Nadelstiche sinds. 

Man darf auch einfach nicht vergessen. Was das Gesetz zulässt, heißt noch lange nicht, dass es allgemein akteptiert wird. 

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