Sonntag, 11. August 2013

Soll erreicht

Im Durchschnitt lese ich etwas mehr als 15.000 Seiten pro Jahr, das sind rechnerisch 55. Bücher. Bis heute habe ich zwar erst 35 Bücher in diesem Jahr gelesen, aber die hatten insgesamt dann immerhin 15.968 Seiten. 

Samstag, 10. August 2013

Nie im Leben - denkste

Und natürlich ist mir der Lesestoff ausgegangen, obwohl ich mir in F. noch zwei Krimis und einen dicken Roman besorgt hatte. Aber wenn man den ganzen Tag nix macht, außer nackt sein und lesen ... Und so 'musste' ich einen Roman lesen, den ich eigentlich nie lesen wollte: "Anna Karenina" von  L. Tolstoij. Es gehört(e) zu den drei Büchern, die ich - aus sehr unterschiedlichen Gründen - von vornherein ablehnte. "Anna Karenina" deswegen, weil ich meinte irgendwo zu wissen, dass es so eine kitschige Liebesgeschichte sei ... aber in der Not frißt der Teufel Fliegen ... und das tut auch mal gut. Geiles Buch, ohne jede Frage, herrliche Typen, wirklich toll kombiniert, tolle Übergänge, schöne Kontraste, herrliche Sentenzen. Bin froh, dass ich es gelesen habe.

Das zweite, was ich nie lesen wollte, war "Schuld und Sühne" von Dostojewskij. Allein schon wegen dem moralinsaurem Titel. Geht gar nicht, hört sich einfach zu katholisch an, mit erhobenem Finger und so Zeugs. In meiner Dostojewskij-Phase habe ich es immer im Regal stehen lassen und war, als ich alles andere von ihm durch hatte, erstaunt, dass mir "Rodion Raskolnikoff" noch bis dahin nicht unter die Finger gekommen war. Eins der geilsten Bücher der Welt - wenn auch der Schluss so Scheiße ist, dass ich mein Buch damals wirklich am Ende, ich saß in einem Park, in ein Gebüsch geschmissen habe. Erst etwas später wurde mir klar: Das letzte Kapitel musste Dostojewskij schreiben, dass er es überhaupt veröffentlichen konnte, und es war natürlich der Roman, den man im deutschen halt fälschlicherweise unter "Schuld und Sühne" veröffentlicht.

"Schau heimwärts, Engel" ist das dritte, was ich nie lesen wollte, obwohl es zur Weltliteratur gehört. Auch wegen dem Titel. Mal bei Gaga ein paar Seiten Korrektur gelesen, was meine Weigerung stärkte, denn das waren echt miese Seiten. Und dann habe ich es mir mal als Hörbuch mitgenommen und nach der ersten CD gleich ein Exemplar gekauft. Ich bin ja echt kein Freund amerikanischer Literatur, aber das, das ist so was von rasant-elegant-genial, wie kaum ein anderes - bis auf die paar schwachen Seiten, die ich damals Korrektur gelesen haben. 

Blank gezogen

Der einzige Nachteil auf so einem FKK-Campingplatz ist: Die anderen sind auch nackt. Das ist nun wahrlich kein ästhetisches Vergnügen (mit ganz wenigen Ausnahmen). Aber wenn ich dann so mal selber in den Spiegel schaue, dann muss man schon zugegeben, dass ich jetzt nun auch nicht gerade als Top-Modell durchgehen würde und also ganz gut in diese Runde passe.

Aber das war nun auch echt der einzige 'Nachteil', ansonsten war es einfach nur klasse. Mal nicht morgens sich im Zelt kompliziert was anziehen müssen, sondern gleich so zum See stolpern zu können und sich ins Wasser fallen zu lassen usw.

OK, es ist schon durchaus skurril, wenn da 40 nackte Menschen auf Handtüchern im Freien sitzen bei Bier u.a., um einem (angezogenem) Alphornbläser zuzuhören. Und hin und wieder fühlte man sich auch im Zoo, meist meinte man, vor dem Nilpferdgehege zu sitzen. Wenn wir gewußt hätte, dass wir die ganze Zeit dort sind, hätte ich mir die eine Tasche mit Klamotten sparen können, denn außer zum Einkaufen und den paar Ausflügen brauchte ich ja nix. 

Auffallend, das alte Motto "Wir sind nackt und nennen uns Du" gilt immer noch. Ich hab noch nie so viel auf einem Campingplatz grüßen 'müssen' wie da. Wenn ich gewollt hätte, wäre ich mit den anderen auch gut in Kontakt gekommen - ich wollte aber nicht, ich wollte lesen. Alle war echt freundlich und hilfsbereit - das hab' ich so noch nie auf einem Platz erlebt.

Immer mal wieder habe ich mir überlegt, warum mir das so gut gefällt, nackt zu sein, nackt den Abfall weg zu tragen, nackt das Geschirr zu spülen etc., aber eine Antwort will mir einfach nicht kommen, außer der, das es sich gut anfühlt. Hinreichender Grund? Mir egal. 

Kurz: Das war richtig schön, hat richtig gut getan.

Freitag, 19. Juli 2013

Bin dann mal weg

Und bin gespannt, wo wir den Urlaub überhaupt verbringen werden. Die ersten Tage werden wir wohl als 'Naturisten' in Süddeutschland verbringen, wozu ich jetzt schon zwei Tage lang 'geübt' habe, was mir aber nicht wirklich schwer gefallen ist. 

Auf alle Fälle haben wir den Campingführer für ganz Europa dabei, schätzungsweise werden wir es von der Wärme abhängig machen. 

Für mich wäre es vollkommen OK, wenn wir auf dem ersten Platz bleiben würden. In der Umgebung gäbe es einiges zu sehen und gut essen kann man da auch gut. Mehr brauche ich dieses Jahr nicht. Und, ein weiterer Vorteil: Falls mir die Lektüre ausgehen sollte, wovor ich immer Furcht habe, man käme an eine Buchhandlung mit deutschsprachigen Büchern. 

Donnerstag, 18. Juli 2013

Tja, ...

... es hätte auch anders kommen können. War aber nicht. Nun ja. Ist halt so.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Für heute Abend

  • 'Trockene Nudeln', Tomatensalat, Erdbeerquark
Gäste: H. + J.

Kochaufwand: gering

Dienstag, 16. Juli 2013

o.T.


Momente ohne Datum (V)

Verweigerung als Protest, Protest gegen die Welt - ohne sie zu definieren oder einzuschränken -, Protest gegen die Mitmenschen, Protest gegen sich selbst. So nicht weiter. Protest, auch wenn er unsinnig war. Er fiel ja nur ihm auf. Der Rest der Welt würde nichts, oder nur kaum etwas merken. Seine Verweigerung die Tür zu öffnen oder das Telefon abzunehmen betraf kaum jemand, und wenn, dann nur nebensächlich, nicht im Wissen, was es bedeuten solle.
Protest und Verweigerung um des Protestes, der Verweigerung Willen ohne als Protest und Verweigerung bemerkbar zu werden.

Never ending

*lach* Wird es jetzt doch 'nur' Süddeutschland?

Montag, 15. Juli 2013

Und dann ging's ganz schnell

Für den Urlaub habe ich mir letztes Jahr einen einfachen e-book-Reader angeschafft. Schon geil, statt fünf fünfzig Bücher mitnehmen zu können - wenn nicht das Problem wäre, dass das e-book-Angebot für mich ganz schön mäßig ist, den ganzen Urlaub über will ich dann ja nun wahrlich nicht Ein-Hand-Literatur lesen.

Die letzten zwei Wochen immer mal wieder nach e-books gefahndet und nichts gefunden, bis ich mich heute erinnerte, dass ich ja eine Bücherwunschliste habe. Und dann gings ganz schnell, von der Liste war fast alles da.

Und sollten die fünf nicht reichen, dann habe ich auch noch gleich das Gesamtwerk von Robert Musil dabei - für umme - sowie, auch für umme, "Der Graf von Monte Christo"!

Freitag, 12. Juli 2013

Für heute Abend

  • Bellini
  • Irgendeine Kleinigkeit, muss sich noch im Kühlschrank finden
  • Gefüllte Zucchini, gefüllte Champignons, Balsamico-Schalotten, Brot
  • Safran-Risotto
  • Ravioli con scampi
  • Mascapone-Creme
Kochaufwand: mittel
Gäste: M. + M. 

Donnerstag, 11. Juli 2013

Jungs halt

Ist schon mehr als komisch. Da gab es mal einen jungen Mann in meinem Leben, gut 20 Jahre jünger, den ich über das Photographieren kennen lernte. Er stand gerne Modell, wie haben viele richtig gute Bilder gemacht und darüber hinaus auch einen echt guten Bezug gefunden. Er war sogar eine zeitlang in mich verliebt und wollte mich 'haben' - nun, da musste er leider durch und das war auch später kein Thema mehr. 

Und dann, dann geht er nach H. zum studieren, wenn er auf Heimaturlaub ist, kommt er immer kurz vorbei, dazwischen gibt es mal eine Mail, einen Chat, ein Telefonat. Dann lernt er seinen jetzigen Freund kennen - und seit dem ist Funkstille. Total. 

OK, alles erklärlich und nicht gerade besonders. Schätzungsweise habe ich früher wohl auch ein paar Menschen so vor den Kopf geschlagen. Aber wenn man dann der ist, dem vor dem Kopf geschlagen wird, dann ist es schon anderes. Vor allem dann, da das Verhältnis wirklich intensiv war, sehr offen, sehr ehrlich, nun wirklich nicht oberflächlich. 

M. ist nach wie vor auf Heimaturlaub hier ... 

Mal wieder da

Fast vier Tage nichts anderes getan als rumgelegen und gelesen. Hin und wieder mal was gegessen und getrunken, hin und wieder auch mal ne Runde geschlafen. Drei Romane gelesen, einen gehört, ansonsten auf die Weser gestarrt und gedacht. Fast vier Tage außerhalb von allem - hat wirklich gut getan und wenn ich einen Stuhl dabei gehabt hätte, hätte ich das noch ein paar Tage länger ausgehalten, auch wenn das Wetter nur in der ersten Hälfte so war, wie ich es mir gewünscht habe.

Sonntag, 7. Juli 2013

Eigentlich bin ich gar nicht da - oder: Achilles, warum nur?

Selbstüberschätzung, Unwissenheit, Hochmut, Pech? Tja, die Geschichte wird es entscheiden, was das war. Fakt ist, dass ich meine Radtour nach gut 220 Kilometer wegen einer Achilles-Sehnen-Entzüdung abbrechen musste. Es ging echt nicht mehr. Heute die gut 10 Kilometer zum Bahnhof waren eine Qual. 

Und dabei hatte alles gut angefangen, ach was, bis auf die Schmerzen waren die beiden Tage richtig gut. Der Weg ist nicht anspruchsvoll, ich konnte einfach so vor mich hinfahren. 20 Kilometer bis zum ersten Frühstück, dann die nächsten 20-30 Kilometer mit Hape Kerkeling im Ohr, der mir von seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostella erzählte (wo ich in grauer Vorzeit mal mit dem Bus war). Den restlichen Nachmittag fuhr ich mit mir und ein paar Gedanken von Kerkeling - die sich sehr schnell nach woanderst entwickelten - ich war echt in einer Art ego-Flow, spannend, spannend. 

Und gestern dann, etwa bei Kilometer 190 machte die rechte Achilles-Sehne mucken - und da ahnte ich schon Schlimmste. Ich hatte das schon mal ... Und als ich heute morgen aufs Klo musste und die Schmerzen nach 10 Metern wieder da waren, war klar, dass ich keine Chance habe, noch die 50 km bis nach Nienburg zu fahren, sondern ich froh sein kann, wenn ich die ca. 10 nach Minden zurückschaffe.

Hätte ich es nicht wissen können, dass das übertrieben ist, mir 5 x 100 Kilometer abzuverlangen? Oder sind die Schmerzen jetzt die Nachfolgen einer erheblichen Verletzung aus meiner frühen Jugendzeit? Egal, es war nicht einfach abzubrechen - dieses Jahr scheine ich nicht gerade so einen Lauf zu haben. 

Alternativ werde ich morgen nach G., hier ganz in die Nähe fahren, mit dem Bus, wenn mich J. nicht sogar vielleicht bringt, und dann werde ich die restlichen Tage, an denen ich ja nicht da bin und dann auch nicht da sein werde, auf einem Campingplatz verbringen und nichts anderes tun als lesen, denken, in der Sonne liegen, denken, schlafen, denken, essen und denken. 

Freitag, 5. Juli 2013

Momente ohne Datum (IV)

Der Anruf bei der Zeitung. Es gab nichts zu schreiben. Er hatte nichts anderes erwartet und doch angerufen. Und doch war Hoffnung dabei gewesen, es hätte immerhin Geld gegeben. Einen möglichen Auftrag gerne angenommen, die Situation wäre nicht verändert gewesen. Eine Enttäuschung mehr, obgleich seines intuitiven Vorwissens. Die Stimmung fiel deswegen nicht, stabilisierte sich nur.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Und weg

510 Kilometer in 5 Tagen - so der Plan - und dann einen Tag am Meer.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Sonntagsarbeit


Nur ganz kurz

Es waren genau drei Kilometer und das noch immer den Berg runter, die ich heute Abend mit dem Rad fahren musste. Aber die haben gereicht, dass ich bis auf die Haut durchnässt war. Dass man sich über eine warme Dusche im Juli so freuen kann?

Good Morning

Ich liege im Bett. Es ist kurz nach 8 Uhr morgens. Es klingelt. Ich denke: "Ihr könnt mich alle"! Dann geht das Schloss. "Scheiße - die Putzfrau!" Zwänge gerade noch meine Morgenlatte in die nächstgreifbare Jeans, da steht sie auch schon in der Schlafzimmertür: "Oh, habe ich Sie geweckt?"

Dienstag, 2. Juli 2013

Für heute Abend

  • Caprese
  • Lachsnudeln
  • Erdbeerquark
Kochaufwand: gering

Gäste: reduzierte Burgbesatzung, nur S. und T., ohne S. und N.

Nee, ...

... so einen richtigen Lauf habe ich gerade nicht.

Montag, 1. Juli 2013

Von heute morgen


Selfs

Heute Morgen nochmals schnell zum leeren Haus gefahren, ein paar Selfs probiert. Leider mit wenig Inspiration. Ich sollte es wohl lieber sein lassen. Das wird nix mehr, irgendwie bin ich im letzten Jahr sichtlich gealtert. 

Geht doch!

Und irgendwie hat es dann doch noch geklappt, dass C. Zeit für ein paar Photos in einem leerstehenden Haus hatte. Und dann kam der Anruf, ob ich was dagegen hätte, wenn sein Freund T. auch noch dabei wäre. Mir ist das sowas von egal. Von T. weiß ich nicht viel, nur, dass der Akt-Photographie für blöde hält, dass hat C. mal erzählt. 

Ob er denn auch vor die Kamera möchte, fragte ich ihn dann. C. schaute ihn interessiert an, T. nickte. Damit hatte ich nun ja gar nicht gerechnet. Zehn Minuten später hatte er keine Klamotten mehr an - und ich bin fast umgefallen. Ich glaube, so was nennt man perfekten Körper. Und so zurückhaltend T. auch immer sein mag, aber nackt vor der Kamera bewegt und agiert er, als hätte er nie etwas anderes gemacht und dabei war es sein erstes Shooting überhaupt. 

Sonntag, 30. Juni 2013

Für heute Abend

  • Geschnezeltes mit gebackenen Kartoffelschnitzen, gebratenen Paprika und Zucchini
  • Kirschplotzer
Kochaufwand: normal

Spontangäste: C. und T. 

Samstag, 29. Juni 2013

Versuch von Gelassenheit

Wir haben angeblich Juni. Und ich liege gerade a) gerne in der Badewanne und b) benutze den Backofen genauso oft wie im November oder Dezember. Manchmal fällt es schwer gelassen zu bleiben.

Momente ohne Datum (III)

Später, am Schreibtisch mit einer Zigarette. Die Kaffeetasse an den Mund gedrückt, nicht zum Kuße, nicht als Pfropfen gegen den Schrei. Lange, weite, nichts erblickende Blicke. Momente des Nachdenkens, des Grübelns ohne Ziel, ohne Erfolg. Imanuel Kant lag aufgeschlagen auf dem Tisch - wieder nicht gelesen, keine Disziplin, keine Konzentration. 

Donnerstag, 27. Juni 2013

Wirklich?

Irgendwann und irgendwo habe ich mal gelesen, dass der Körper sich schon seinen Schlaf nimmt, den er braucht. Jetzt bin ich seit gut 36 Stunden auf den Beinen und ich merke schon, dass ich so richtig fit nicht mehr bin. Das merkte ich aber schon heute Nachmittag. Da habe ich mich dann ins Bett gelegt und fast zwei Stunden auf den Schlaf gewartet, der aber nicht kommen wollte. 

Jetzt versuche ich es mit einer Badewanne - das hat den schönen Nebeneffekt, ich kann gleich etwas Sommer spielen, wenn ich die Augen zu mache und meine Phantasie bemühe  - mit einem weiteren Glas Rotwein. Zur Sicherheit lege ich aber Buch und Ipod ans Bett. 

Vielleicht sollte ich Kafkas "Hungerkünstler" noch mals lesen, vielleicht könnte ich die Erzählung adaptieren und mit "Der Hungerschläfer" zu Weltruhm kommen, wobei das Finanzielle dann schon besser laufen sollte als bei Kafka.

Außerhalb der Reihe

Schon eine leicht komische Szene gestern Abend kurz vor halb elf. Ich sage meinem Mann "Gute Nacht, schlaf gut" - wie immer - und verlasse das Haus. 

Mittwoch, 26. Juni 2013

Protokoll

Ich schreib die Dinger ja wirklich gerne, aber heute war es richtig Arbeit. Zwei Zweier-Gespräche sollten zusammengefasst werden - vier Stunden später bin ich immer noch nicht so richtig zufrieden, aber das liegt an einer etwas komplizierten Struktur, die das Thema erfordert. Auf dem Papier sieht das jetzt alles so leicht und einfach aus - aber das wird noch ein hartes Stück Arbeit, wenn wir auch nur 20 Prozent gut umsetzen wollen. 

Dienstag, 25. Juni 2013

Am Boden


Also im übertragenen Sinne. Mir schlägt das Wetter jetzt langsam aber so richtig auf's Gemüt, merke, wie ich zumindest heute unausgeglichen bin. Computer läuft auch nicht so wie er soll. Zu viele Fragen gestellt bekommen in einer Situation, in der ich lieber still bin und dann noch irgendwelche trüben Gedanken. Menno, geht's denn nicht mal auch ein kleinwenig leichter?

Momente ohne Datum (II)

Er lag auf dem Bett, nicht im Bett, eine Lage, die er immer dann einnahm, wenn er dachte, sich zurückziehen zu müssen, um seinetwillen. Wäre er im Bett gelegen, so hätte er sich krank gefühlt, unfähig und hilflos. Aber das war er ja nicht, trotz der Wut, trotz eines Schmerzes, der nicht zu lokalisieren war. Er war nicht krank, ihm war es nur elend. Die Beine an den Körper gezogen, mit einem Arm die Augen abgedunkelt, lag er, fühlte sich trotz der Mauern um ihn nicht geschützt oder bewacht. Doch die Dunkelheit ließ ihn glauben, er wäre unantastbar. Dass das Meiste auf Einbildung beruhte, war ihm klar, aber nicht Gegenstand seiner Gedanken, auch nicht Gegenstand seiner Empfindungen. 

Sonntag, 23. Juni 2013

Es ist Sommer

Also kalendarisch. Und ich tue jetzt einfach mal so, es sei so. Und es geht überraschend gut.

Samstag, 22. Juni 2013

Urlaub 2013 (2)

Es scheint dann doch Norditalien zu werden. Mein Mann hat schon mal im Kochbuch geschaut, was es da so an Spezialitäten gibt.

Urlaub 2013

Werden wir es je schaffen dieses Jahr, ein Reiseziel zu finden? Bis vor 33 Minuten war es, wie in den letzten Wochen Frankreich, nun hängen wir schon wieder mit den Fingern in Italien. Mir ist das gerade recht egal, ich werde in zwei Wochen auf's Rad steigen und kurzfristig an die Ostsee fahren, wenn es das Wetter zu lässt, dort den Arsch für einen Tag in die Sonne hängen und aufs Meer gucken. Zu mehr Meer reicht es dieses Jahr nicht.

Freitag, 21. Juni 2013

Das mag ich sehr


Momente ohne Datum (I)

Vielleicht stand das Glück ja vor der Tür - er machte jedenfalls nicht auf. Nicht, weil ihm das Glück, von dem er keine große Ahnung hatte, wie es aussehen könnte, egal gewesen wäre, sondern weil er sich aus Protest, aus Trotz Allem verweigern wollte, was da käme. Es hätte, so dachte er, auch das Pech vor der Tür stehen können, und somit wäre es ja dann sein Glück gewesen, nicht aufzumachen - doch die ganzen Überlegungen krankten an einem Prinzip, das alles betraf: Man wusste es ja nicht.

Sonne Sonne Sonne

Wenigstens gestern mal in der Sonne gesessen. Ausführlich.Mir die Frage gestellt, warum ich so gerne nackt in der Sonne rumsitze / -liege? Und was mich treibt, die Hosen auszuziehen, sobald es warm ist?  Und warum es mich dann nervt, wenn Gäste kommen, und ich mir wieder etwas anziehen muss, weil es sich ' so schickt'? Ne Antwort von einem Psychologen würde mich ja schon mal interessieren. 

Mittwoch, 19. Juni 2013

Familie, Familie

Sonntag erzählte ich beim sonntäglichen Telefonat meiner Mutter von der Kündigung. Heute rief der Rest der Familie an, um zu hören wie es mir geht etc. pp. Das Interessante dabei. Mutter hat alle inständig gebeten, mich doch gleich am Montag anzurufen. *grins*

Auf dem Lande

Zwei Tage mit E. auf dem Lande. Es war seine Idee, mit einem Spiegel in den Wald zu gehen. Und es war auch seine - ich wäre nie auf diese Idee gekommen - mich auszuziehen, ok, warm war es ja wenigstens. Geile Idee von ihm auf alle Fälle und hat eine Menge Spaß gemacht. Die Idee harrt noch dem Ausbau, aber dafür braucht man dann doch noch einen Menschen mehr - und etwas mehr Draht. 


Sonntag, 16. Juni 2013

Lesung

Überraschend viele Zuhörer. Um die 40 werden es schon gewesen sein, H. der Veranstalter hoffte auf um die 15. Und ich kannte weniger als ein Viertel. Drei Zwischenapplause, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Am Schluss, "dankbarer Applaus", wie ich das als Rezensent bezeichnen würde. Und der Hut ergab dann für jeden von uns beiden 75 Euro, sprich, einen pro Minute.

Viele Lobe danach, aber das schönste kam von einer alten Dame, die ich nicht kannte, die beim Herausgehen ihre gleichaltrige Freundin fragte: "Waren das eigentlich zwei Schauspieler?"

Und E. wollte dann noch wissen, woher ich C., den Mitleser, eigentlich kenne. "Der ist doch mein aktuelles Photomodell" antwortete ich leicht überrascht, dass er ihn nicht erkannt hatte. Darauf E. entschuldigend: "Ja, stimmt - aber den habe ich ja bisher immer nur nackt gesehen."

Leopold Bloom und ich

Ist schon lustig, heute ist ja Blooms-Day und an einem 16.6. habe ich meinen Führerschein bestanden und das Datum der Magisterurkunde ist auch auf einen 16.6. ausgestellt. 

Freitag, 14. Juni 2013

71

So viele Minuten habe C. und ich heute für die Textausschnitte gebraucht. Die Auswahl finde ich recht gut gelungen. Aber es war heute dann doch irgendwie anstrengend, denn jeder von uns hat jeweils nur einmal fünf Minuten, wo er sich entspannt zurücklehnen kann. Wird schon werden.

Muss dann wohl sein

Nächste Woche wird erst einmal das Arbeitszimmer gründlich aufgeräumt, ich bin dauernd nur am Suchen. *nerv*

Donnerstag, 13. Juni 2013

Akt V

Genau so, wie gestern vorgestellt. Nur hingesetzt habe ich mich nicht.

Mittwoch, 12. Juni 2013

"Klar, toll, danke!"

Nach der Arbeit mit letzten Kräften zu J., die mich gebeten hat, sie wegen einer Bewerbungssituation (sic!) zu coachen. Was zum Essen gab es dann auch. Derweil länger überlegt, ob ich sie fragen soll, ob sie spontan meinen Dienst heute übernehmen könne, dafür würde ich ihren nächsten übernehmen, den sie wohl gerne los haben wollte (Montagmittag - aber da habe ich ja jetzt frei). Ich hab' echt Mut gebraucht zu fragen, denn mit einem 'nein' fand ich, war zu rechnen, aber ich merkte auch, dass ich heute den Dienst echt nicht packen würde und absagen geht einfach nicht. Herzklopfen - gefragt - sie schaut über die Gabel: "Klar, toll, danke!"

Showdown in vier plus einem Akt - mit zwei Zwischenszenen

Akt I
Am Vormittag stürzt der Chef ins Büro. Er hat gerade meine Kündigungsschutzklage in der Post vorgefunden. Er ist so richtig erbost. Was dass den solle, ob das 'einvernehmlich' sei und was ich mir denn davon verspreche. Ich erkläre ihm, dass ich die Überreichung einer Kündigung nicht unter "einvernehmlich" verstehen würde. Es geht hin und her. Er verlässt den Raum mit einem nachdrücklichem: "Na, dann waschen wir halt schmutzige Wäsche, wie Sie wollen!" Rums.

Akt II
Irgendwann am späteren Nachmittag. Wieder Auftritt Chef, diesmal aber wesentlich ruhiger, beherrschter. Er will von mir wissen, was ich mir denn so vorgestellt hätte. Ich kann bei sowas schlecht verhandeln, ziere mich erst und führe dann doch die beiden Punkte an: sofortige Freistellung und Abfindung. Dooferweise verspreche ich mich bei der Abfindung und nenne eine spontan aufgestockte Anzahl von Monatsgehälter und nicht, wie üblich, halbe Monatsgehälter. Er braust wieder auf und verlässt den Raum mit einem: "Sie wissen ja, dass ich auch einfach 'Nein' sagen kann", oder so ähnlich.

Akt III
Eine halbe Stunde später ist er wieder da. Irgendetwas treibt ihn. Er rechnet mir, in seiner übliche Spitzfindigkeit vor, dass ich mit meiner Forderung weit über den Normalen liege - dass ist mir in der Zwischenzeit aber schon selber längst bewusst. Ich habe aber aus Trotz keine Lust, mich zu berichtigen und frage stattdessen, was er denn anbieten würde. Er nennt Freistellung ab dem 17. und eine Summe. "Ich geb' Ihnen morgen Bescheid" sage ich, er geht.

Zwischenszene
Ich rufe nach kurzem Überlegen meine Rechtsanwältin an, die glücklicherweise sofort am Apparat hat. Sie hört sich seinen Vorschlag an, rechnet ein bisschen herum und gibt zufriedene Grunzlaute von sich. Ich verstehe das so, als ob das Angebot gut ist. "Aber wir können versuchen da noch mehr rauszuholen, soll ich?" Da ich manchmal schon zu früh aufgegeben habe, gebe ich ihr das OK.

Akt IV
Eine Viertelstunde - nicht überraschend - Auftritt Chef. Aber jetzt so richtig erbost. Diese Frau da, brauche ihn nie mehr anzurufen, er würde mit ihr nie wieder ein Wort wechseln und was ich mir denn da für eine Person gesucht hätte, die wolle doch eh nur mein Geld und würde nicht an mein Wohl denken. Er würde jetzt nur noch mit mir verhandeln. Dann verkündet er sein letztes Angebot. Freistellung wie gehabt, etwas mehr Geld, das Zeugnis kann ich schreiben, wie es mir gefällt. "Ich geb' Ihnen morgen Bescheid" sage ich, er geht.

Zwischenszene
Ich rufe wieder die Rechtsanwältin an. Berichte von seinem Auftritt, wir unterhalten uns kurz, ich merke, dass sie mehr nicht erreichen wird, vor Gericht würde es wohl weniger werden. Ich bitte sie, den Vergleich dem Gericht mitzuteilen.

Morgen dann, so wie ich es mir vorstelle:

Akt V
Ich gehe in sein Büro, lehne die Tür an, setze mich auf den niedrigen Besucherstuhl vor seinem Schreibtisch, sage: "Ok, machen wir das so, wie gestern besprochen", greife in die Hosentasche, lege ihm die Schlüssel auf den Tisch und gehe wieder. 


Dienstag, 11. Juni 2013

Irgendetwas mit A.

In der langweiligen Runde heute fast 90 Minuten überlegt, wie meine Nachbarin, mit der ich Ausbildung gemacht habe, mir Vornamen heißt. Am Ende ist es mir dann doch noch eingefallen.

Montag, 10. Juni 2013

Ist mir gerade danach


Nun ja.

Dieses Jahr habe ich irgendetwas verpasst. Bin gerade total überrascht, dass ich so müde bin, obwohl es draußen noch so hell ist. dabei ist es gleich halb zehn. Irgendeine Angleichung hat nicht stattgefunden. Und U. ist auch noch im Chat. Alles etwas eigenartig derzeit. 

Sonntag, 9. Juni 2013

Entschluss

Diese Woche arbeite ich noch, es ist sauberer und fairer, gerade dem Kollegen gegenüber, auch wenn es mir extrem schwer fallen wird. Aber danach ist Schluss, dann ziehe ich den Schlußstrich, notgedrungen zwar, dann bin ich halt krank, hab Urlaub und bin wieder krank, falls es vor Gericht eben nicht schon früher zu einer Freistellung kommt. 

Mit dem Ende vor Augen sind die nächsten fünf Tage vielleicht einigermaßen machbar.

Typisch

Gestern lange nackt in der Sonne gesessen und mir, als C. kommen sollte, schon mal ein T-Shirt angezogen. Die kurze Hose wollte ich dann anziehen, wenn er klingeln würde. Das tat er dann auch pünktlich, doch dooferweise stand er nicht vor der Haustür sondern schon vor der Wohnungstür, die ich reflexartig öffnete. Aber in dem Moment war es mir dann auch schon egal - ihm übrigens auch. Letztendlich ausgleichende Gerechtigkeit, sonst muss er sich immer ausziehen, wenn ich ihn photographiere. (Die ästhetische Diskussion dazu lasse ich aus Faulheit beiseite.)

*räusper*

Über das Wochenende an die sechs Stunden 'lesen' geübt. Mussten dann doch noch einiges kürzen, manches hat auch beim vorlesen nicht 'funktioniert'. Jetzt scheint die Auswahl aber so einigermaßen zu sein, die Stimmen sind verteilt und meine Lieblingsstelle aus dem 14. Kapitel ist drin geblieben.

Freitag, 7. Juni 2013

Relativismus?

Mit "Mein Gott, siehst Du aber Scheiße aus!" begrüßte mich heute Abend auf einem Gartenfest die haarlose, krebserkrankte Bekannte M.

Kann sie wirklich in meinem Gesicht lesen oder ist das eine Übertragungsleistung?

Ich hatte heute einen Tag Urlaub, weil ich es diese Tage in der Arbeit echt nicht mehr ausgehalten habe, dachte, ich würde schiziophren werden. Etwas länger geschlafen, meine Homepage auf einen neuen Provider umgesiedelt, die Abschlussarbeit meiner Patentochter Korrektur gelesen, die Lesung für Sonntag gecheckt und dazu Überlegungen gemacht, einen Mittagsschlaf gehalten - den ich zugegebenermaßen nur über die Uhrzeit dann feststellen konnte, das Gefühl war, gar nicht geruht zu haben - und weitere Dinge erledigt, die erledigt gehören, also ein produktiver, selbstbestimmter Tag. 

Aber M. hat nicht ganz unrecht. Dieser Tage Photos bekommen von der Hochzeit letztes Wochenende in Istanbul. Sie sind schlecht,  schlimmste Knipserei, Photos, die die Welt nun wirklich nicht braucht, aber auf diesen Bildern sehe ich so alt aus, wie ich bin. Ganz schön Scheiße.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Uff!!!

Am 16. mache ich ja die Ulysses-Lesung zusammen mit C. Den habe ich seit vier Wochen aber gar nicht erreicht und bin jetzt davon ausgegangen, dass ich es irgendwie alleine machen oder mir noch einen Ersatz besorgen muss - bloß wen? Jetzt hat er gerade angeurfen - Mails mag er gerade nicht und unter den Nummern, unter denen ich ihn angerufen habe, konnte er sich nichts vorstellen. Samstag und Sonntag wird jetzt geübt. Mal zwei schöne Termine.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Kündigungsschutzklage

Echt, ich hätte gerne darauf verzichtet, wirklich. Aber wenn er das Spiel spielen will ... dass erwachsene Menschen sich nicht vernünftig einigen können ... Sandkastenstreitereien vor einem Gericht ... peinlich, peinlich ... 

Mal sehen, wann der 'Gütetermin' ist ... und heute, ausnahmsweise, alle so scheißfreundlich.

Welt, dein Name ist Verlogenheit. 

Das Auge denkt mit

Gerade auf Rezeptsuche gewesen. Mein Mann wollte was machen, was ich vor zwei Jahren das letzte Mal gemacht habe, Brandteig mit Käse in einer Gugelhupfform. Aber wo das Rezept? Interessanterweise konnte ich mich nur daran erinneren, dass es ein blaues Buch war und der Seitensatz eng. Französisch war auch noch so ein Begriff. Jetzt haben wir einige blaue Kochbücher, davon einige französisch - doch die Angaben haben gereicht, es dann doch zu finden. Das Ding nennt sich Gougère und schmeckt hervorragend zu einem Glas Wein. Aber bloß keinen Gouda oder Emmentaler nehmen, Greyerzer heißt das Zauberwort. 

Dienstag, 4. Juni 2013

Nackte Männer

Ich guck ja jetzt schon seit längerem bei tumblr rum. Männerakte in erster Linie, durchaus auch erotisch bzw. pornographisch. Überrascht ja jetzt wohl niemanden. Aber je länger ich schaue, desto mehr denke ich, dass ein guter Männer-Akt echt ne Herausforderung ist und es nur die wenigsten können. Denn Bilder, auf denen Männer ihren steifen Schwanz einfach in die Kamera halten, ist so ein männliches Gebahren, dass selbst einem Mann nach dem 10. Bild lächerlich vorkommt, auch wenn es da durchaus respektable Schwänze zu sehen gibt.

Dann gibt es die Masse der in meinen Augen 'unehrlichen' Akten, weil die Männer unbedingt ihre Unterhose anbehalten müssen, was selbst bei dem schönsten Setting, dem besten Licht einfach 'begrenzt' wirkt. Akt ist Akt und Erotik ist Erotik. Dooferweise funktioniert das bei den meisten Bildern mit Männer nicht, wenn sie etwas 'verhüllt' halten, denn überwiegend haben sie dann Dinger an, die zwar nicht an Liebestöter erinnern, aber an den Einkauf der Mutter denken lassen. 

Handy-Bilder vor dem Spiegel lassen natürlich interessante Rückschlüsse zu, sind aber aus photographischer Sicht eben das, was sie sind: selbstverliebte Schnappschüsse.

Über die Menge der Spaßbilder braucht man nicht zu reden. Runtergelassene Hose irgendwo im Grünen, Griff an den Schwanz eines anderen in der Öffentlichkeit usw. usw. 

Aber dann gibt es doch immerhin eine Anzahl von Photos, die es genau treffen, ohne verrenkte, "klassische" Posen, ohne Küche im Hintergrund. Und das auch bei Typen, die jetzt nicht aus der Modell-Kartei entsprungen sind. Ganz interessant wird es dann, wenn Sperma mit im Spiel ist. Zu 95 Prozent sind diese Bilder billig, männliche Demonstrationsmacht. Doch dann gibt es welche, die über das Sperma die Lust der Autoerotik zeigen, das Gefühl transportieren, die Intimität. 

In der Hinsicht ist tumblr eine hart Lehre - aber ich will hoffen, dass ich daraus was lerne.

So-tun-als-ob

Ich hasse es, so zu tun als ob nix wäre. Und dieses Spiel wird an der Arbeit gespielt. Bis auf die Chefin, der ist die Freude im Gesicht zu lesen, dass ihr Mann mich gekündigt hat. Das freut sie - aber so richtig.

Morgen nochmals Rechtsanwältig, ein paar wenige Sachen abstimmen, dann werde ich rechnen mit dem Ziel,  so wenig Tage wie möglich dort noch zu verbringen. 

Montag, 3. Juni 2013

Gibt es ein anderes Wort für 'Impressionen'?












Hochzeit mit Familienanschluss

Dass Familie des deutschen Bräutigams bei der Hochzeit in Istanbul dabei sein werden würde, das wußten wir ja. Nicht aber wie viele. Und genauso wenig wußten wir vorab, wo wir eigentlich nächtigen würden. Es stellte sich dann heraus, dass wir mit der Familie zusammen im Haus des Brautvaters wohnen würde, wo Nachbarn Zimmer und Betten bereit stellten. Und so trafen sich in einer Wohnung zum Frühstück und sonstigem als: die Mutter (87), der Bruder der Mutter (nicht unwesentlich jünger), Schwester 1 des Brätuigams mit Mann und zwei Söhnen (12, 15), Schwester 2 mit einem Sohn (17), einer Tochter (+20) nebest Freund sowie der Bruder - das war der 'harte' Kern. Je nach dem kamen dann noch zwei bis sechs deutsche Freunde dazu.

Der Abstimmungsaufwand war enorm, denn die Mutter konnte in ihrem Alter ja nicht mehr alles so locker mitmachen, trotz spontan gekauftem Rollstuhl für die weiten Wege, den Jungs stand es eher nach McDoof als landestypisch, wir wollten eher ins Museum als zum x.ten Mal auf den Basar, dazwischen gab es Standesamt und Hochzeitsfeier, Mädels-Abend und Männerabend, auf dem Basar verlorene Jungs, Bierknappheit und Cheesburger-Fress-Attacken, lange Erklärungen zu Katzen, deutsch-englisch-türkisch geführte Unterhaltungen ... und über allem schwebte nichts anderes, als gute Stimmung, Freude und Rührung und was weiß ich.

Ernsthaft, da ist nie jemand richtig ausgetickt, da war kein Egoist darunter, jeder packte da an, wo er meinte, es sei gerade wichtig, alle ertrugen die teils lange Fahrten durch Istanbul und alle waren sich, so altmodisch das auch klingen mag, "wohlgesonnen". Hat richtig, richtig Spaß gemacht und auf lange Strecken konnte ich den hießigen Stress echt vergessen.

Guten Kontakt zu den drei Jungs bekommen, die wohl auch etwas froh waren, dass da einer ist, der sie in ihrem so-sein wahrnimmt, immerhin F. (15) dazu gebracht nachzudenken, dass man Speisen, die man nicht mag (und die Liste, was er mag, ist die wesentlich kürzere), mal doch auch überprüfen könne (OK, Fisch bleibt auf der schmeckt-nicht-Liste, dafür sind Kirschen nun gestrichen), wirklich schön auch mit T. (12), einem wirklich klugem Kerlchen, zu 'philosophieren' und seine Zuneigung ungefiltert abzubekommen. Die letzten 36 Stunden hatten wir ihn quasi durchgehend an der Backe, so dass seine Cousine schon schnippisch fragte, wann wir ihn den adoptieren würden. Den würde ich sofort nehmen, hab' ich geantwortet, da war sie dann doch etwas perplex. 

Die Braut natürlich ein Traum in weiß, der Bräutigam dürfte, nach dem wir alle abgeflogen waren, wohl nicht mehr wissen, welches seine Muttersprache ist ... ein chaotischer Mikrokosmos mit Selbstorganisation. Normalerweise stehe ich da nicht wirklich drauf, aber ich hab' mich echt mit ihnen wohl gefühlt.

Nur eins, wird in den nächsten Tagen spontane Aggression auslösen: Wer mich dieser Tage auf Katzen anspricht, dem scheuer ich eine - ich kann es echt nicht mehr hören. 

Samstag, 1. Juni 2013

Multi

Ein Deutscher, der in Indien lebt, heiratet eine Türkin, die in Ägypten lebt. Wenn die Hochzeit dann noch in, sagen wir mal, Malawi stattfinden würde, dann wäre das "multi" perfekt. Aber, Traditionen sind weit verbreitet, wird in dem Heimatland und in der Heimatstadt der Frau geheiratet, also im alten Konstantinopel. 

Und ich möchte nicht wissen, was für das pefekte 'multi' an Amtsgängen nicht noch alles nötig gewesen wäre, die Kombination war jetzt schon kompliziert genug und ich werde E. anregen, darüber zumindest eine Geschichte zu schreiben. 

Wie auch immer: Ich finde, sie passen zusammen und da ich nicht Trauzeuge bin, haben sie auch große Chancen, zusammen zu bleiben. 

Und E., falls Du das liest: Nächstes Jahr wollen wir Euch besuchen kommen!

Mittwoch, 29. Mai 2013

Morgen

Schön, das dieser Tag ein Ende findet!

Morgen um die Uhrzeit werde ich mindestens einmal schon mit dem Schiff über den Bosporus geschippert sein, werde derweil einen Cai getrunken und eine Zigarette geraucht und werde mir diese Minuten von niemanden genommen haben lassen. 

Morgen um die Uhrzeit liege ich entweder schon im Bett oder sitze lauter Leuten, teils bekannt, teils unbekannt, irgendwo rum, haben was in den Gläsern und ich vermute, es könnte lebhaft sein. 

Und ich vermute, es wird ganz gut tun, nach diesen letzten sieben Tagen Europa zu verlassen, zwar werden die Gedanken mitreisen, aber die anderen Eindrücke dürften ihre Macht haben.

Dienstag, 28. Mai 2013

o.T.


Das Gute im Schlechten / "Momente ohne Datum"

Auf der Suche nach dem vermaledeiten Arbeitsvertrag das halbe Arbeitszimmer umgekrempelt, weil er nicht da zu finden war, wo er sein sollte. Letztendlich war er da, wo er sein sollte, im Ordner, ordentlich abgeheftet. Über situative Blindheiten demnächst vielleicht mal was.

Dafür aber auf ein dünnes Konvolut gestoßen, von dem ich wußte, dass es das gibt, aber wohl gut und gern 15 Jahre nicht mehr in der Hand gehabt: "Momente ohne Datum" ist es betitelt und beinhaltet kleine Begebenheiten aus dem Alltag. Ich habe sie während meiner Studienzeit notiert, mit Bleistift auf Papier, in fast mikroskopischer Handschrift. Aber es existiert auch ein Typoskript - und trotz Suche nach dem Vertrag konnte ich es nicht sein lassen, rein zu lesen. Es fällt mir echt schwer das zu schreiben, aber einen Großteil der kleinen Texte finde ich einfach nur klasse. 

Ich geh' nochmals in mich und dann gibt es vielleicht die "Momente ohne Datum" auch hier in lockerer Folge zu lesen. 

Einvernehmlichkeit um 14:51 Uhr

Der Chef hat heute einvernehmlich mit sich selbst, mit seiner Frau und wohl gefühlt auch mit der ganzen Welt, wobei es da aber klar definierte Ausnahmen gibt, eine Liste müsste ich extra erstellen, mir heute die Kündigung auf den Tisch gelegt. Bis dato habe ich "Einvernehmlichkeit" etwas anders interpretiert.

Tja, was sollte daraufhin die Rechtsanwältin groß anderes sagen, nach dem er sich / er mir die Möglichkeit genommen hat, einen anderen Weg zu gehen, als den, von dem ich vermutete, dass er ihn wenigstens einmal vermeiden wollte? 

Jetzt kann ich mir also ein Maßband kaufen, an dem ich die Tage abschneiden kann. Denn ob und wann er mich freistellt - spätestens ab heute wage ich keine Prognosen mehr. 

Montag, 27. Mai 2013

Genau!!!

Ich hab' zwar erst in zwei Jahren einen runden Geburtstag, aber immerhin weiß ich jetzt schon, was ich mir wünschen will, dank meines Mannes, der das gerade in einem ganz anderem Zusammenhang erwähnte und von dem Wunsch (noch) nichts weiß: Ein Profi-Messer-Set.

C.

C. hat sich immerhin gemeldet. Irgendetwas mit ihm ist los, aber er hat zugesichert, dass er dabei ist. Wenigstens das. Zwei Wochen haben wir jetzt nur noch für die Proben und ich sollte wohl mal langsam die Einladungen verschicken.

Egal was gerade los ist, ich freu mich sehr auf die Lesung, denn der Ulysses ist schon eine tolle Welt. Eine Besucherin ist so gut wie klar, jetzt fehlen nur noch zwei weitere. Denn es gilt die alte Schauspielerregel: Es muss eine Person mehr im Publikum sitzen als auf der Bühne stehen. Was mich daran erinnert, dass ich mal zu einem Stück von Lars Noren (oder so ähnlich) gegangen bin, und es dann abgesagt wurde. Drei auf der Bühne, drei im Publikum. Beim zweiten Versuch hat es dann geklappt, da waren es fünf im Publikum. Das Stück begann, wenn ich mich recht erinnere, so gegen Mitternacht und dauerte dann drei oder vier Stunden. Immerhin hatte man genügend Platz, mal die Beine auf den Nachbarsitz hochzulegen. 

Phantastische Realität

Wunderbar surreal an der Arbeit zu sitzen, etwas zu tun, und zu wissen, die wollen einen nicht mehr und sind froh, wenn man weg ist. Die Motivation ist derzeit wirklich unterirdisch - aber das ist ja nun nicht überraschend. Der Chef kam, brachte die Post, wünschte einen "Guten Tag" und war wieder verschwunden. Kommunikation findet nicht mehr statt. Aber was hätte ich unter diesen Bedingungen noch zu sagen?

Rechtsanwältin angerufen und sehr überrascht gewesen, gleich morgen einen Termin zu haben. Heute wäre es auch schon gegangen - während der Arbeitszeit.

Einer meiner Autoren rief an, dem ich am Freitag eine kurze Nachricht geschickt hatte, damit er Bescheid weiß. Durch das Telefon hörte man erst sein Kopfschütteln und dann lachte er, als nach ein paar Fragen herausgefunden hatte, dass mir eigentlich vorerst gar nichts passieren kann. Wenn ich genug Nerven hätte, könnte der Zustand noch Jahre andauern. Aber ich weiß wirklich nicht, ob ich die Nerven habe. 

J. überschüttet mich weiterhin mit Mails zum Aufbau, heute gab es ein Kinderbuch als Geschenk.

Sonntag, 26. Mai 2013

Schwere Geburt

Das war vielleicht ein Kraftakt gestern und heute zu entscheiden, was wir dieses Jahr im Urlaub machen wollen. Einfach zu viele Bedingungen und Wünsche, die sich einfach nicht unter einen Hut bringen lassen. Und dann sind wir ja auch mal wieder richtig früh dran ggf. für Flüge oder Häuser oder was auch immer. Nun sieht es so aus, als dass es Auto wird (nicht meine Präferenz) und Frankreich (geht, müssen uns nur noch über die Region einigen) und Zelt (das was ich sehr mag). Dann muss ich halt ne Alternative noch fürs Rad finden in diesem Jahr, aber das bestimmt ja wohl das Wetter.

Donnerstag, 23. Mai 2013

"Das macht keinen Spaß mehr."

Das meinte der Chef heute Nachmittag und will sich deswegen von mir trennen. Wie das einvernehmlich vonstatten gehen könne, ist das Thema der nächsten Tage.

Richtig überrascht hat mich das nicht, auch nicht, dass es zu keinem Gespräch kam, sondern nur zu einer 'Verkündung'. Aber Macht ist Macht und wenn ich, von dem ich überzeugt bin, das Bauernopfer bin, damit er in seiner Ehe Ruhe hat, dann wünsche ich ihm ein langes, langes, langes Eheleben mit dieser hasserfüllten Zicke.

Dienstag, 21. Mai 2013

Wo ist C.?

Langsam mache ich mir schon Sorgen. C. meldet sich einfach nicht. Mit ihm will ich ja die Ulysses-Lesung machen und langsam wird es zeitlich eng. Einen Ersatz wüßte ich nicht. 

Montag, 20. Mai 2013

Wir professionalisieren uns

Ein Bild für Götter. Mein Mann und ich sitzen mit der Lupe (!) vor dem Rechner (!), um einen Timer auf Inhalte zu untersuchen, die vielleicht relevant sein könnten. So richtig haben wir da nix gefunden, dafür die Zeitungsannoce entschlüsseln können, was aber auch gute 20 Minuten gedauert hat. Und jetzt müssen wir bis morgen warten, damit es weiter geht. 

Um was es geht? HIER KLICKEN.

Aus der Reihe "Eigenartige Wünsche"

Irgendwann würde ich gerne eine Rezension mit diesem Zitat von Alfred Kerr beginnen - ohne aber davor 'leiden' zu müssen:
Die Vorstellung begann um 8 Uhr. Als ich um 10 Uhr auf die Uhr schaute, war es erst halb 9.

4 + 3 + 4 ist nicht gleich 15

Es ist gerade schön zu wissen, dass ich drei verkürzte Arbeitswochen vor mir habe. Wie stressig es deswegen sein wird in der Arbeit, interessiert mich überhaupt nicht, fahre ich halt ein schmales Programm, merkt sowieso niemand, die Chefs eh zu letzt. 

Diese Woche ist Feiertag, nächste Woche auch, zusätzlich mache ich mich auf eine Hochzeit nach Asien* auf, was mir in der dritten Woche eben einen Arbeitstag erspart.

* Hört sich doch gut an was, Asien! Das klingt nach großer weiter Welt, internationaler Kontakte, was weiß ich alles. Aber so ganz spektakulär ist es dann nicht, ein guter Freund heiratet, wenige Kilometer von Europa entfernt, aber der asiatische Kontinent ist es dann schon. Und ich freu mich echt, wieder auf dem Bosporus hin und her schippern zu können mit einem Tee in der Hand.

JCS

Vorhin lief im Fernsehen Jesus Christ Superstar. Mein Mann hat zufällig reingezappt und es dann leider gelassen. Ich habe tapfer weiter in meinem Buch gelesen, aber hin und wieder drang dann doch die ein oder andere Melodie an mein Ohr. Oh Gott, was für ein Kitsch. Und dabei war das mal DIE Platte. Als Jugendlicher hab' ich sie echt rauf und runter gehört, konnte alles mitsingen - auch wenn ich es nicht immer so ganz genau verstanden habe - bis ich mich wohl überhört hatte. Dann ganz spontan  dieses 'Heiligtum' einfach einer Freundin geschenkt. War gut so.

Sonntag, 19. Mai 2013

P.


Das Erste nach dem Sex

Vor zwei, drei Wochen mir bei 2001 ein "Erotikdrama" bei 2001 bestellt, En la Cma. Heute Zeit, es mir auch mal anzuschauen, aber lange hat das nicht gedauert. Der Film begann mit einer Sex-Szene, von der man nichts sah, dafür hörte. So weit so gut. Als dann aber die Kamera die beiden wirklich zeigte, waren sie als aller erstes dabei, sich was anzuziehen, um sich dann wieder ins Bett zu legen.  Mein Interesse erlahmte da dann doch schon arg.

Ich weiß, das Nacktheit im Film nicht einfach ist, aber dann ein Kammerspiel inszenieren zu wollen, in dem sich ein Paar liebt wozu dann doch meist Nacktheit gehört, das aber auszuschließen, ist in meinen Augen eben ein grundlegender Fehler. Für mich funktioniert das dann einfach nicht.

Letztes Jahr habe ich mal einen Film gesehen, weiß aber leider nicht mehr, wie der hieß, der an sich jetzt nicht so der Knaller war, aber in der Hinsicht 'gut', da die Leute, wenn es darauf ankam, eben auch nackt vor der Kamera standen und die Regie sich nichts hat einfallen lassen, wie man jetzt die 'Blöße' geschickt verbirgt. 

Na ja, wir leben halt im Zeitalter der "Neuen Prüderie", damit muss man sich abfinden. Gayromeo - für die, die es nicht kennen, dass ist ein Portal für Schwule - hat jetzt ein App für Smartphones entwickelt, man geht halt mit der Zeit. Jetzt haben aber Apple und Google gefordert, dass über das App keine Nacktbilder angezeigt werden dürfen. Bin mal gespannt, wie Gayromeo sich entscheiden wird. Entweder es sagt nein und bleibt sich 'treu', oder es beugt sich Computerfirmen. Ich vermute letzteres, sie werden einknicken, irgendwie eine Notlösung finden, so tun, als sei alles beim Alten, aber sie werden einknicken - und sie werden mit Sicherheit nicht die ersten gewesen sein. 

Jede neue Technik verändert die Welt, aber verändert jede neue Technik auch gleich 'Freiheit'? Mich kotzt jedenfalls die inhaltliche Gängelei durch das Internet / Computerfirmen immer mehr an. Wenn Internetfirmen sich als Moralwächter aufschwingen können, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, worauf sie sonst noch mächtigen Einfluss nehmen werden. 

Und da wird - unfreiwillig - Angela Merkel zur Prophetin mit ihrem immer und imm wieder genanntem: "alternativlos".

Mal so - mal so

Gestern aus Frust vor dem Wetter mich in die Badewanne gelegt, heute in der Sonne geschmort und spontan einen kleinen Radausflug gemacht.

Samstag, 18. Mai 2013

Für heute abend

  • Steinpilz-Risotto
  • Erdbeeren mit Sahne
Kochaufwand: gering
Gast: J. 

Freitag, 17. Mai 2013

Auf in die Nacht.

Möge sie gnädig sein.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Blooms-Day

Am 16. des nächsten Monats mache ich ja eine Blooms-Lesung. Diese und letzte Woche habe ich das zwei Leuten erzählt, die dann wissen wollten, was das eigentlich genau ist, weil es ihnen so gar nichts sagte. Kurz: Leopold Bloom ist der Protagonist aus der Ulysses von James Joyce und der Roman spielt eben am 16. Juni.

Was mir aber so richtig gefallen hat war, dass, da Interesse bestand, mehr zu erfahren, aus dem Stehgreif mir echt eine gute 'Würdigung' des Romans gelungen ist und ich auf Nachfragen mir keine Blöße geben musste. Tja, das Herz schlägt halt zum Teil literarisch.

Neues Leseprojekt

Bin schon wieder am überlegen, ob ich nicht das nächste Leseprojekt starte. OK, "Jahrestage" lief ja etwas schief bzw. nicht so, wie erwartet, aber dennoch, irgendwie war doch kein all zu schlechtes Projekt. Überlege gerade, ob ich mir irgendwie an Proust wagen sollte. Na ja, ich denk einfach noch weiter darüber nach. 

Dienstag, 14. Mai 2013

Schwarmintelligenz

Alle 14 Tage muss ich ja zur Supervision. Normalerweise leider verlorene Zeit, denn auf "piep-piep-wir-haben-uns-alle-lieb" habe ich meisten nicht so Lust. Und dann das dauernde hin-gefühle auf Stimmungen und Stimmungchen. Nun ja, es gehört halt eben dazu, und da ich im Prinzip nur jedes zweite Mal hingehe und hin und wieder da auch Ferien sind, hält sich die Aufwand gerade so in Grenzen.

Heute war es zum erstenmal gut, denn es lagen zwei Themen in der Mitte des Stuhlkreises, ja, ja, das muss so sein, und es kamen richtig guten Anmerkungen dazu. Wir sind ja alle keine Fachleute - und Frau Supervisorin ist von unserem Thema gänzlich unbeleckt - aber die Erfahrung und das gemeinsame Überlegen hat es dann doch gebracht. 

Eine spürte heute einen kleinen Aspekt auf, der sich dann zwar bis jetzt nicht als der Schlüssel erwiesen hat, aber der Ansatz ist zumindest ganz schön vielversprechend. 

Montag, 13. Mai 2013

Wenn das Wörtchen 'wenn' nicht wäre ...

... und es nicht meinen Mann gäbe, dann würde ich gerade am liebsten alles hier hinschmeißen, mein Geld nehmen, nach Rom oder Padua fahren, italienisch lernen, mich als Barrista ausbilden lassen und für den Rest meines Lebens hinter der Theke stehen und Kaffee zubereiten. Und wer dann von meinen Freunden / Bekannten vorbei kommen will, kann es gerne tun, bekommt auch einen ausgegeben, oder auch zwei und dann kann man ja weiter sehen. 

Sonntag, 12. Mai 2013

Der Sex des Un(ter)bewußten

Mein Un(ter)bewußtes, aber wohl vor allem meine sehr katholische Erziehung, so mag ich mal vermuten, verbietet mir ja erotische Träume. Ich meine damit richtige Träume, nicht die Phantasien, die man sich hin und wieder mal macht, wenn man mit sich Lust auf Lust hat. Und so komme ich selten in den Genuß, nachts beim schlafen Sex zu haben. Gestern war so eine der äußerst seltenen Ausnahmen. An viel kann ich mich leider nicht erinnern, nur, dass ich jedenfalls sehr lustvoll mit mir selbst beschäftigt war und es immerhin schaffte, meinen Ständer auch an meine Wange drücken zu können. (Ja, ja, ich geb' ja schon zu, dass ich das als Jugendlicher schon mal probiert habe - ohne Erfolg, wer's wissen will.) Im Traum gelang das jedenfalls auf das Leichteste und ich fand das auch recht schön, doch dann verrannte ich mich in der Überlegung, ob ich das jetzt einfach so sein lassen soll, oder ob ich jetzt nicht mal versuchen sollte, mir selbst einen zu blasen.

Leider keine Ahnung, wie es ausgegangen ist. 

Zeitreise

Ich kenne zumindest eine, die mich für außerordentlich bekloppt hält, ein ganzes Wochenende nichts anderes getan zu haben, außer gut 6.000 Negative zu scannen. Aber das war echt eine spannende Zeitreise, alleine nur zu sehen, wie verschiedene Menschen eine Zeit lang ganz oft zu sehen sind, dann verschwinden und verschwunden bleiben, oder nach Jahren plötzlich wieder auftauchen. 

Da ich die Negative so einigermaßen gut datiert hatte, war es überraschend, welche Ereignisse doch in einem viel näheren zeitlichen Zusammenhang standen, als ich es davor behauptet hätte. Natürlich auch umgekehrt, da waren Ereignisse, die ich viel früher eingeschätzt hatte. Und dass ich mal in Holland mit meiner Patentochter war - das hätte ich bis gestern Abend auch bestritten.

Und ich habe eine Menge über Photographie gelernt. Man kann den Bilder einen gewissen biographischen Reiz ja nicht absprechen, photographisch gesehen sind sie meist eine reine Katastrophe. Jetzt nicht, weil die Belichtung nicht optimal ist oder das Licht oder die Schärfe - nein, der Bildaufbau ist teilweise einfach nur dumm, geknipst halt, ohne Verstand. Richtige Schätzchen sind kaum zu finden.

Wie unbedacht ich photographiert habe, sieht man an den Akten. Ab 1985 tauchen sie auf, aber immer züchtig noch mit Unterhose (und wie es scheinen will, für die nächsten Jahre immer mit der selben, als hätte  ich keine andere gehabt). Erst 1987 dann einen echten Akt - aber ein versteckter. Diese Bilder gehören wirklich zum Schlimmsten, denn da steh ich, doof blickend vor unmöglichen Hintergründen (nur einmal auch nur annähernd neutral) und erwarte wohl, dass die Kamera von sich aus Wunder wirkt. Hat sie aber nicht getan. 

Interessanterweise habe ich in den ersten Jahren meine Wohnungen alle photographiert - das war ausnahmsweise mal so richtig spannend - sollte ich jetzt dann auch mal tun.

Und dann, aber darüber muss ich noch nachdenken, gibt es Dinge, die mich teilweise seit fast 30 Jahren begleiten. Der Schreibtischstuhl, auf dem ich sitze, der Schreibtisch an sich, mein Bücherregal, mein Kaffeebecher und ein paar Gegenstände mehr, wie die eine Pflanze. Ist das Stagnation oder 'Treue'? Ist das 'Bescheidenheit' oder Ignoranz?

Und zu guter letzt noch ein Akt von vor 20 Jahren - der geht ja gerade noch so halb vielleicht ...


Samstag, 11. Mai 2013

Pfff!

War ich gestern auf die 800 Klicks stolz, so sag ich heute nur "pfff" dazu. Aktueller Klick-Stand für das Photo allein nur für den heutigen Tag, Stand 11:25 Uhr: 5.099!

Oder sitzt irgendwo einer in der Welt der nichts besseres zu tun hat, als sich immer und immer wieder dieses Photo neu anzuschauen?

Freitag, 10. Mai 2013

Wie nun auch immer

Bei tumblr schwirren ja vier oder fünf Bilder von mir rum - geklaut natürlich. Vor drei Tagen hat nun jemand von meinem Flickr-Account ein weiteres bei tumblr hochgeladen, aber immerhin so 'geschickt', dass flickr mitzählt. Wie das geht, entzieht sich vollständig meiner Kenntnis. Nun schießt gerade die Klick-Statistik durch den Himmel, locker 800 Klicks am Tag, davon ca. 780 für das Bild hier:


Ich find's gerade so OK und hab' es mehr aus Verlegenheit als aus 'Stolz' hochgeladen. In meinen Augen ist es nun nicht gerade der 'Bringer', aber nun ja, das Leben wäre ja auch langweilig, könnt man sich nicht mehr wundern.

P.S. Die anderen 20 Klicks pro Tag gehen gerade für das gestern erwähnte Self aus jungen Jahren drauf.

!

YES I SCAN!

Gut 2.200 Negative sind - zugegebenermaßen provisorisch gescant - schon mal auf den Festplatten. Wenn  ich den Ordner und das, was auf dem Regal steht, so grob hochrechne, werde ich so auf ca. 8.000 kommen. Heißt, das WE wird dazu nicht ausreichen, außer es ist totales Mistwetter.

Einige interessante Entdeckungen gemacht - aber darüber demnächst. 

Donnerstag, 9. Mai 2013

Locken

Scannen macht süchtig. Den ganzen Nachmittag und den halben Abend damit verbracht. OK, die Qualität lässt zu wünschen - aber die Bilder sind jetzt auch nicht wirklich so grandios. Andererseits ist das schon recht spannend, in die Vergangenheit zu blicken. Manche Negative habe ich scheinbar nicht ausbelichtet, bei manchen habe ich keine Ahnung, wo und / oder wer das sein soll. 

Selfs scheine ich schon von Anbeginn der Zeit gemacht zu haben *lach*, so dass ich mir eine gewisse Eitelkeit nicht absprechen kann. Und da gibt es welche, von denen ich echt nicht wusste, dass ich sie gemacht habe. Ich mit Locken (!), dass hat mich dann doch umgehauen.

WE bin ich ja Strohwitwer, da kann ich dann bedenkenlos weiter machen. Irgendetwas zwischen 1/8 und 1/4 des Ordners habe ich immerhin schon mal durch. Aber dass sich noch andere Negative finden werden ist sicher - alleine da oben links im rechten Regal!

Eins auf flickr hochgeladen, einfach so, ohne es einer Gruppe zuzufügen, ohne Tags. Und was ist? Die Klickrate ist überraschend hoch und innerhalb einer Stunde vier Kommentare. Wenn ich über ein paar Wochen zwei bekomme, bin ich schon zufrieden. 

Awa


Bin gerade dabei, meine Negative provisorisch zu scannen, als Sicherung. Und obwohl ich erst seit zwei Stunden dabei bin, bin ich auf ein paar Schätze gestoßen, auf ein paar Erinnerungen. 

Das hier ist Awa, die habe ich im April 1984 in Polen kennen gelernt, in Poznan. Ich war damals mit dem Maximilan-Kolbe-Werk unterwegs, um ehemalige KZ-Häftlinge zu besuchen. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, in welchem sie war. Ravensbrück? Sie sprach - ich vermute, sie ist in der Zwischenzeit gestorben - wirklich gut deutsch und war für uns zwei Tage lang Dolmetscherin. Bei ihr haben wir auch übernachtet, in einem häßlichen Hochhauskomplex. Sie ist mir deswegen in Erinnerung geblieben, weil, als wir ankamen, es erstmal Kuchen gab. Bei der Gastfreundschaft in Polen eigentlich nichts ungewöhnliches, doch als wir den ersten Bissen im Mund hatten, wollte sie gleich wissen, ob er schmecke. Das tat er auch, war eben ein ganz normaler Rührkuchen. Auf unsere Antwort hin strahlte sie über das ganze Gesicht: "Das ist mein erster Kuchen, den ich im Leben gebacken habe!"

Das war so ein Moment, wo mir damals nichts mehr einfiel. Sie, die durch die deutschen Nazis über Jahre gequält wurde backt ausgerechnet irgendwelchen Deutschen ihren ersten Kuchen. 

Dienstag, 7. Mai 2013

Volle Dröhnung

Heute war es heftig, richtig heftig. Volle Breitseite Leid. Irgendwann geht es dann doch unter die Haut und hat in einem Fall eigenes Leid geweckt. Es gibt Situationen, da gibt es eigentlich keine Worte mehr.

Wird dauern, bis ich heute im Bett bin. 

Wie jetzt?

Der rechte Ellenbogen ist blau, geschwollen und aufgeschürft. Nun, das passiert halt. 

Was mich aber so irritiert - ich kann mich nicht erinnern, wo und wann das passiert sein sollte. Und ich war die letzten Tage weder stockbesoffen noch übervoll bekifft. 

Montag, 6. Mai 2013

Dramolettchen: Die Fürsorge

Ort der Handlung: Ein Redaktionsbüro mit Schreibtischen und Computern irgendwo in Europa.
Zeit der Handlung: An einem Möchte-gern-Sommermorgen.

Handelnde Personen:
Der Chef
Der Redakteur


Akt I

Der Redakteur sitzt an seinem Schreibtisch hinter dem Computer. Konzentriert schaut er auf den Bildschirm. Hin und wieder bewegt er die Maus, hin und wieder tippt er etwas in die Tastatur. 


Akt II

Man hört von Ferne Schritte, dann steht Der Chef in der Tür. Der Redakteur blickt von seiner Arbeit auf

Der Chef: Guten Morgen.
Der Redakteur: Guten Morgen Herr F. 

Der Chef geht ein paar Schritte auf den Schreibtisch des Redakteurs zu.

Der Chef: Geht es wieder?
Der Redakteur: Denke schon.

Der Chef geht ein paar weitere Schritte auf den Schreibtisch des Redakteurs zu.

Der Chef: Was war's denn?
Der Redakteur: Die Nerven.

Der Chef dreht sich um und verlässt zielstrebig den Raum. Der Redakteur schaut ihm nach.


Akt III

Der Redakteur sitzt an seinem Schreibtisch hinter dem Computer. Konzentriert schaut er auf den Bildschirm. Hin und wieder bewegt er die Maus, hin und wieder tippt er etwas in die Tastatur. 

Top Ten

  1. No Stars Again Shall Hurt You - Purcell: The Tempest
  2. Cinéma - Les Yeux D' La Tête
  3. Le dormeur du rail -  Les Yeux D' La Tête
  4. In clandestinità - Vinicio Capossela
  5. Qual nave smarrita - Händel: Radamisto
  6. Var. 20 - Bach: Goldberg Variationen
  7. Voglio strage, e sangue voglio - Graun: Cleopatra & Cesare
  8. Muzika - Les Yeux D' La Tête
  9. Danser sur les toits - Les Yeux D' La Tête
  10. Skeezo - Les Yeux D' La Tête

Sonntag, 5. Mai 2013

Wunsch oder Warnung?

Aus einer Mail meines Kollegen zu meinem Arbeitsbeginn nach sechs Wochen 'Krankheit':  "Möge die Begegnung mit den Chefs von menschlicher Wärme, Milde und Güte geprägt sein!"

Lange Leitung

Heute Morgen von A. aus Australien angerufen worden. Ausnahmsweise mal Technik, die begeistert. Ich bin nach wie vor so naiv, dass mich das wirklich beeindruckt, mit der anderen Seite der Welt sprechen zu können, ohne dass man groß was an der Leitungsqualität merkt. 

Und während A. jetzt wohl noch schläft, mache ich mich an das Abendessen, was er heute morgen auch gerne gegessen hätte, doch statt Spargel mit Schnitzel und Kartoffeln gab es bei ihm nur Würstchen. Nun ja, im August ist er ja dann wieder da, dann werden wir uns schon was für ihn einfallen lassen - Bärlauchsuppe? (*grins*). 

A tree is a tree is a tree


Samstag, 4. Mai 2013

Gute Nacht mit eia-popei

Heute Abend gibt es mit Sicherheit noch eine 'Tüte'. Warum auch immer die letzten drei Nächte katastrophal geschlafen. Keine Ahnung warum, denn die Bedingungen waren mehr als optimal. Und sicher werde ich auch geschlafen haben, aber der subjektive Eindruck war der, dass ich eben nur vielleicht ein, oder zwei Stunden geschlafen haben. Und wenn man aufstehen muss und merkt, dass man das noch müder tut, als wie man ins Bett gegangen ist, dann ist das psychologisch einfach nur doof. 

Früher führte eine "Tüte" dazu, dass ich entweder total albern geworden bin oder / und unendlich geil. Und in den besten Zeiten war das eine Mischung von beiden, gepaart mit einer Aufmerksamkeitssteigerung, die mich Dinge wahrnehmen ließ, die ich normalerweise nicht bewußt registriere. Heute führt es einfach zum Knock-Out - und das ist, zumindest heute, wirklich gewollt.