Dienstag, 20. August 2013

Die Schublade (1)



nach 2001

Da gibt es nicht viel zu erzählen. Briefmarken in so einem Clip, in dem normalerweise der Name prangt. Sicher von einer meiner vielen Konferenzen. Bei manchen Veranstaltungen wurde man gebeten, dieses Plastikding wieder zurück zu geben, die kosten nämlich gar nicht mal so wenig. 

Montag, 19. August 2013

Momente ohne Datum VIII

Bloß jetzt keine Freundlichkeit, sie würde nur beschönen, hinfällig werden lassen. Und wo bliebe dann der Stolz des Trotzes, der erhabene Stolz der Verweigerung, der Ich sagen läßt?
Bloß jetzt keine Freundlichkeit, sie wäre doch nur für kurze Zeit, würde doch nur über etwas hinwegtäuschen, was da ist, was da nicht ist. Lieber allein bleiben, für eine Zeit zumindest, nachdenken, überlegen. 

Zurück, zurück

Geschichte hat mich ja nie wirklich interessiert. In der Schule war das halt so ein Fach, in dem ich keine Lorbeeren mir verdiente (in welchem Fach denn überhaupt?). Zwar habe ich dann komischerweise Geschichte studiert, aber die Herangehensweise da war mir so zu wider, dass ich ein Semester später in die Philosophie gewechselt bin.

Letzte Woche kaufte ich dann aber ganz spontan, quasi wie ferngesteuert, mir von Philipp Bloom "Der taumelnde Kontinent - Europa 1900-1914" gekauft. Wenn ich das nun erklären sollte warum, könnte ich nur mit den Schultern zucken. Das hab' ich jetzt suchtmäßig, selbst ohne Lesebrille, durchgelesen, fast sogar durchgearbeitet. Einiges war mir in dem Zusammenhang total neu, bei anderem ging mir manchmal sogar etwas die Augen auf. Trocken ist das Ganze gar nicht, das hat sogar Eleganz und hin und wieder Witz - und manchmal schöne Bösartigkeit, wie hier: 
Auf der unabsehbaren Liste ihrer Liebhaber [Sara Bernhardt] befanden sich auch Edward, der Prinz von Wales, der Künstler Gustave Doré, Gabriele d'Annunzio, Pierre Loti und "der ultrahomosexuelle Robert de Montesquiou, Prousts Charlus, den sie schelmisch in den heterosexuellen Sex einführte, was ihn dazu brachte, sich vierundzwanzig Stunden lang zu übergeben". 
Es ist übrigens schon echt bemerkenswert, wie viele Parallelen man zu heute schlagen kann, was gewisse Neuerungen und vor allem Unsicherheiten betrifft.

Und als ich die Brille holen ging, habe ich mich gleich mit dem nächsten geschichtlichen Werk zugedeckt, jetzt guck ich mir mal die Preußen genauer an. 

!

Fein, die neue Lesebrille sitzt schon auf der Nase. Jetzt können sich meine Arme wieder entspannen. 

Die Schublade (0)



Es ist eine von meinen 18 Schubladen, die ich in meinem Arbeitszimmer habe. So richtig benutzen tue ich keine. In einer habe ich Druckerpapier, in einer anderen Batterien, in einer dritten lauter altes technisches Gerät und in meiner Liebelingsschublade – die benutze ich auch häufig – lauter lose Photos. Diese hier, die zweite von oben des roten Schrankes mache ich vielleicht einmal im Jahr auf – weiß ja, dass sie nur Kruscht enthält. Was, wie ich gemerkt habe, nur zu einem Teil stimmt, denn sie enthält Geschichte und in gewisser Weise – zumindest für mich – Heiligtümer (die ich wohl etwas besser achten sollte).

Bis ca. Mitte November werde ich jetzt - automatisiert - jeden Tag (um 10 Uhr) ein Ding aus der Schublade mit Bild und Kommentar hochladen. Die Reihenfolge der Dinge aus der Schubladen ergab sich beim Photographieren rein zufällig.

Sonntag, 18. August 2013

Nachfrage

P. rief wie abgesprochen an, hatten gut vier Wochen nicht mehr miteinander gesprochen wegen der Urlaube. Ich hatte ihm beim letzten Mal erzählt, dass wir vielleicht auf einen FKK-Campingplatz gehen werden. Und das war dann auch gleich seine erste Frage. Und im Gegensatz zu vielen anderen, denen wir davon in der Zwischenzeit erzählt haben, blieb es nicht bei dieser einen Frage, sondern er wollte alles ganz genau wissen. Und im Verlaufe das langen Gespräches flocht er immer mal wieder ein, dass er da und da auch nackt gewesen sei. 

Ich will dem Ganzen keine große Bedeutung zu messen, aber wenn ich nun ein Literat wäre, würde ich das in einen meiner Roman einbauen. Denn er weiß bspw. dass ich gerne nackt bin, wir sind uns seit bald 30 Jahren sehr vertraut und wenn wir uns besuchen, schlafen wir zusammen nackt im selben Bett meist unter der selben Decke. Aber es hat bisher nur zwei Nachmittage geben, und das ist jetzt auch an die 20 Jahre her, wo wir beide nackt in der Sonne bzw. in einem Boot gesessen sind. 

So tief vertraut wie wir auch sind - es gibt dann doch anscheinend irgendwelche Grenzen, die keiner überschreiten möchte, auch wenn vollkommen klar ist, dass eine Überschreitung dieser Grenzen nichts ändern würden, außer, dass man sich vielleicht noch wohler fühlen würde. 

Da arbeiten ins uns anscheinend noch Konventionen, die so was von lächerlich sind - aber so was von stark. Und das allerdoofste daran ist, man entdeckt sie, je älter man wird. Ich glaube, ich werde mir, wenn ich denn mal alt sein werde, ganz schön Vorhaltungen machen, Sachen nicht getan zu haben, weil ich dachte, dass es sich nicht gehört, oder man es nicht macht oder was auch immer, anstatt einfach zu fragen, ob es ok wäre. 

Ab morgen

Manche Ideen sind dann doch aufwändiger, als man denkt. Aber morgen gehts los mit dem Schubladen-Projekt

Samstag, 17. August 2013

K(r)ampf?!

Wahlkampf ist - und keiner schaut zu. Ich halte mich ja schon für einen politisch interessierten Menschen, aber derzeit geht mir der Wahlkampf wirklich am Arsch vorbei. Der Vereinfachung und Verdummung scheint derzeit keine Grenzen gesetzt zu sein. Von den Plakaten grinsen einem, meist dämlich, irgendwelche Köpfe an. Darunter ein Name. Das war's dann. Für was sie stehen, was sie erreichen wollen bleibt ihr Geheimnis - und die soll ich dann wählen?

Die Politik hat es scheinbar dann doch geschafft, ihre Themen so für sich zu behalten, dass überhaupt kein Interesse mehr besteht. Oder ist die Gesellschaft einfach nur gesättigt und zufrieden, mit sich selbst beschäftigt und will gar nicht wissen, wie dieses Land bpsw. zu den Entwicklungen in Ägypten oder Syrien steht? Hr. Profalla beendet den amerikansichen Abhörskandal mit einem Satz, die SPD schaut im ersten Moment dumm aus der Wäsche und - hält den Mund. Die Piraten nehmen zu diesem Thema überhaupt keine Stellung und vermutlich wird die FDP die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Brillengestelle fordern, falls Hr. Fielmann da eine Spende springen lässt. Die Grünen mutieren immer mehr zu einer angestrichenen CDU. Laut wollen sie rot-grün, aber, wie es mir scheinen will, breitet sie sich hinter den Kulissen schon lange auf schwarz-grün vor. 

Der lahme, lahme Wahlkampf will einem echt weiß machen, dass alles in bester Ordnung ist. Über brennende soziale Themen schweigen sich alle Parteien auf, über die immer größer werden Kluft von Arm und Reich springen sich mit einem, zugegebenen gewaltigen, Satz hinweg. 

Die Bürgerschaft beobachtet das wohl - und wendet sich dann wieder der Tiefkühlpizza und dem privaten Fernsehsender zu, denn das ist allemal bequemer und einfacher. 

Freitag, 16. August 2013

Gegeneinladung

  • Leberspätzlesuppe (zwar in Schwaben eingekauft, aber richtig gut!)
  • Tafelspitz (nicht durch) mit einer genialen Soße und Kartoffeln und Karotten
Gastgeber: E. + M.
Kochaufwand: Der Tafelspitz hat so seine Zeit gebraucht, so wie ich sie einschätze würden sie 'mittel' sagen. 

Momente ohne Datum VII

Liebe versöhnt - sagt man. Was, wenn keine Möglichkeit zur Liebe da ist?

Yep

Eigentlich wollte ich heute ja ... aber jetzt tue ich dann doch lieber so, als sei das ein schöner, freier, erholsamer Ferientag. Das kann ich übrigens richtig gut. 

Donnerstag, 15. August 2013

Mittwoch, 14. August 2013

Glaube ist das eine

Mein Glaube an diesen Sommer ist so groß, dass ich mir schon heute eine Winterjacke gekauft habe. Schick ist sie und rot und warm.

Monatssalär

Nach fünf Jahren notwendigerweise zwei neue Brillen gekauft, also bestellt. Wenn ich die in ca. 10 Tagen abholen und bezahlen darf, dann werde ich auf einen Schlag mehr Geld los, als ich im Monat durchschnittlich verbrauche. Und die beiden Gestelle zusammen kosten nicht einmal 100 Euro. 

Schubladenprojekt

Als ich gestern auf diese Schublade stieß, ließ sie mich dann doch nicht mehr so richtig los. Also habe ich begonnen darin etwas zu kramen. Von manchen Dingern weiß ich noch viel, woher ich sie habe, für was man sie braucht, von anderen gar nichts mehr. Jetzt am überlegen, ob ich nicht alle die Dinger für ein Photoprojekt benutze, ein ganz einfaches. Alles einzeln photographieren und dazu das, an was ich mich erinnern kann. Wär das was? *grübel*

Dienstag, 13. August 2013

Momente ohne Datum VI

Seit Tagen ein kleiner, brauner Vogel auf dem Balkon. Immer wieder saß dieses Tier auf der Brüstung und kreischte mehr, als daß es pfiff. Oft schon morgens um sechs, so daß er aufwachte. Leben vor der Scheibe, mitten in Beton. Natur als Ausnahme, als das Besondere und Bemerkenswerte. Zutraulich war der Vogel nicht, aber er blieb sitzen, wenn das Fenster geöffnet oder geschlossen wurde, was bisher noch kein Vogel getan hatte. Zufall war, daß er auf diesem Balkon saß, es hatte nichts zu bedeuten. Flog er weg, kam er wieder. kreischte, sang und piepste, flog wieder weg und war wieder da. rechts auf der Brüstung, manchmal von der Geländerstange verdeckt, braun mit schwarzer Zeichnung und grauer Brust, schwarzem Schnabel. Körnerfresser, soviel stand gerade noch fest, nicht aber, was für ein Vogel. Zufriedenheit, auch wenn es nur Zufall war. Wohl doch nicht Zufriedenheit, sondern etwas Bemerkenswertes. Der Vogel auf der Brüstung als Freund, der nichts wußte. Einbildung phantastischer Naturverbundenheit. 

o.T.


50

Auf der Suche nach meiner Brillenstärke - irgendwo muss doch diese Bescheinigung vom Arzt rumfahren - in einer Schublade auf tiefe Vergangenheit gestoßen - darunter auch 50 D-Mark. Alt, aber immer noch sehr vertraut.  

Montag, 12. August 2013

Kult!

Letzte Woche zufällig spät Abends auf dem SWR gesehen. Echt kultig. Und schön, dass es das auch online gibt: http://www.swr.de/diekirchebleibtimdorf

Ich helfe auch gerne, wenn der ein oder andere dialektale Begriff nicht verständlich ist. 

Apokalypse?

Draußen ist der Himmel gelb, richtig gelb - dazu ein Regenbogen in seltener Pracht. Das könnte der Beginn des Weltuntergangs sein. Mal sehen.

Nicht wenig

Für das Statistische Landesamt mache ich gerade bei einer Erhebung mit. Ich 'darf' daher alle Ausgaben - aber auch wirklich alle (!) - für drei Monate aufschreiben. Ist einerseits schon spannend, andererseits unglaublich erschreckend, was man alles ausgibt, was man normalerweise gar nicht so wahrnimmt - und wie sich das dann zusammenläppert. 

Sonntag, 11. August 2013

Alles hat ein Ende

In der Wohnung sind es ca. 22 Grad. Aber 'abgehärtet', wie ich nach dem FKK-Urlaub bin, braucht es gerade ein dünnes T-Shirt. um mich wohl zu fühlen. Aber die Seeligkeit hat nachher ein Ende - wir treffen noch ein paar Freunde. 

Soll erreicht

Im Durchschnitt lese ich etwas mehr als 15.000 Seiten pro Jahr, das sind rechnerisch 55. Bücher. Bis heute habe ich zwar erst 35 Bücher in diesem Jahr gelesen, aber die hatten insgesamt dann immerhin 15.968 Seiten. 

Samstag, 10. August 2013

Nie im Leben - denkste

Und natürlich ist mir der Lesestoff ausgegangen, obwohl ich mir in F. noch zwei Krimis und einen dicken Roman besorgt hatte. Aber wenn man den ganzen Tag nix macht, außer nackt sein und lesen ... Und so 'musste' ich einen Roman lesen, den ich eigentlich nie lesen wollte: "Anna Karenina" von  L. Tolstoij. Es gehört(e) zu den drei Büchern, die ich - aus sehr unterschiedlichen Gründen - von vornherein ablehnte. "Anna Karenina" deswegen, weil ich meinte irgendwo zu wissen, dass es so eine kitschige Liebesgeschichte sei ... aber in der Not frißt der Teufel Fliegen ... und das tut auch mal gut. Geiles Buch, ohne jede Frage, herrliche Typen, wirklich toll kombiniert, tolle Übergänge, schöne Kontraste, herrliche Sentenzen. Bin froh, dass ich es gelesen habe.

Das zweite, was ich nie lesen wollte, war "Schuld und Sühne" von Dostojewskij. Allein schon wegen dem moralinsaurem Titel. Geht gar nicht, hört sich einfach zu katholisch an, mit erhobenem Finger und so Zeugs. In meiner Dostojewskij-Phase habe ich es immer im Regal stehen lassen und war, als ich alles andere von ihm durch hatte, erstaunt, dass mir "Rodion Raskolnikoff" noch bis dahin nicht unter die Finger gekommen war. Eins der geilsten Bücher der Welt - wenn auch der Schluss so Scheiße ist, dass ich mein Buch damals wirklich am Ende, ich saß in einem Park, in ein Gebüsch geschmissen habe. Erst etwas später wurde mir klar: Das letzte Kapitel musste Dostojewskij schreiben, dass er es überhaupt veröffentlichen konnte, und es war natürlich der Roman, den man im deutschen halt fälschlicherweise unter "Schuld und Sühne" veröffentlicht.

"Schau heimwärts, Engel" ist das dritte, was ich nie lesen wollte, obwohl es zur Weltliteratur gehört. Auch wegen dem Titel. Mal bei Gaga ein paar Seiten Korrektur gelesen, was meine Weigerung stärkte, denn das waren echt miese Seiten. Und dann habe ich es mir mal als Hörbuch mitgenommen und nach der ersten CD gleich ein Exemplar gekauft. Ich bin ja echt kein Freund amerikanischer Literatur, aber das, das ist so was von rasant-elegant-genial, wie kaum ein anderes - bis auf die paar schwachen Seiten, die ich damals Korrektur gelesen haben. 

Blank gezogen

Der einzige Nachteil auf so einem FKK-Campingplatz ist: Die anderen sind auch nackt. Das ist nun wahrlich kein ästhetisches Vergnügen (mit ganz wenigen Ausnahmen). Aber wenn ich dann so mal selber in den Spiegel schaue, dann muss man schon zugegeben, dass ich jetzt nun auch nicht gerade als Top-Modell durchgehen würde und also ganz gut in diese Runde passe.

Aber das war nun auch echt der einzige 'Nachteil', ansonsten war es einfach nur klasse. Mal nicht morgens sich im Zelt kompliziert was anziehen müssen, sondern gleich so zum See stolpern zu können und sich ins Wasser fallen zu lassen usw.

OK, es ist schon durchaus skurril, wenn da 40 nackte Menschen auf Handtüchern im Freien sitzen bei Bier u.a., um einem (angezogenem) Alphornbläser zuzuhören. Und hin und wieder fühlte man sich auch im Zoo, meist meinte man, vor dem Nilpferdgehege zu sitzen. Wenn wir gewußt hätte, dass wir die ganze Zeit dort sind, hätte ich mir die eine Tasche mit Klamotten sparen können, denn außer zum Einkaufen und den paar Ausflügen brauchte ich ja nix. 

Auffallend, das alte Motto "Wir sind nackt und nennen uns Du" gilt immer noch. Ich hab noch nie so viel auf einem Campingplatz grüßen 'müssen' wie da. Wenn ich gewollt hätte, wäre ich mit den anderen auch gut in Kontakt gekommen - ich wollte aber nicht, ich wollte lesen. Alle war echt freundlich und hilfsbereit - das hab' ich so noch nie auf einem Platz erlebt.

Immer mal wieder habe ich mir überlegt, warum mir das so gut gefällt, nackt zu sein, nackt den Abfall weg zu tragen, nackt das Geschirr zu spülen etc., aber eine Antwort will mir einfach nicht kommen, außer der, das es sich gut anfühlt. Hinreichender Grund? Mir egal. 

Kurz: Das war richtig schön, hat richtig gut getan.

Freitag, 19. Juli 2013

Bin dann mal weg

Und bin gespannt, wo wir den Urlaub überhaupt verbringen werden. Die ersten Tage werden wir wohl als 'Naturisten' in Süddeutschland verbringen, wozu ich jetzt schon zwei Tage lang 'geübt' habe, was mir aber nicht wirklich schwer gefallen ist. 

Auf alle Fälle haben wir den Campingführer für ganz Europa dabei, schätzungsweise werden wir es von der Wärme abhängig machen. 

Für mich wäre es vollkommen OK, wenn wir auf dem ersten Platz bleiben würden. In der Umgebung gäbe es einiges zu sehen und gut essen kann man da auch gut. Mehr brauche ich dieses Jahr nicht. Und, ein weiterer Vorteil: Falls mir die Lektüre ausgehen sollte, wovor ich immer Furcht habe, man käme an eine Buchhandlung mit deutschsprachigen Büchern. 

Donnerstag, 18. Juli 2013

Tja, ...

... es hätte auch anders kommen können. War aber nicht. Nun ja. Ist halt so.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Für heute Abend

  • 'Trockene Nudeln', Tomatensalat, Erdbeerquark
Gäste: H. + J.

Kochaufwand: gering

Dienstag, 16. Juli 2013

o.T.


Momente ohne Datum (V)

Verweigerung als Protest, Protest gegen die Welt - ohne sie zu definieren oder einzuschränken -, Protest gegen die Mitmenschen, Protest gegen sich selbst. So nicht weiter. Protest, auch wenn er unsinnig war. Er fiel ja nur ihm auf. Der Rest der Welt würde nichts, oder nur kaum etwas merken. Seine Verweigerung die Tür zu öffnen oder das Telefon abzunehmen betraf kaum jemand, und wenn, dann nur nebensächlich, nicht im Wissen, was es bedeuten solle.
Protest und Verweigerung um des Protestes, der Verweigerung Willen ohne als Protest und Verweigerung bemerkbar zu werden.

Never ending

*lach* Wird es jetzt doch 'nur' Süddeutschland?

Montag, 15. Juli 2013

Und dann ging's ganz schnell

Für den Urlaub habe ich mir letztes Jahr einen einfachen e-book-Reader angeschafft. Schon geil, statt fünf fünfzig Bücher mitnehmen zu können - wenn nicht das Problem wäre, dass das e-book-Angebot für mich ganz schön mäßig ist, den ganzen Urlaub über will ich dann ja nun wahrlich nicht Ein-Hand-Literatur lesen.

Die letzten zwei Wochen immer mal wieder nach e-books gefahndet und nichts gefunden, bis ich mich heute erinnerte, dass ich ja eine Bücherwunschliste habe. Und dann gings ganz schnell, von der Liste war fast alles da.

Und sollten die fünf nicht reichen, dann habe ich auch noch gleich das Gesamtwerk von Robert Musil dabei - für umme - sowie, auch für umme, "Der Graf von Monte Christo"!

Freitag, 12. Juli 2013

Für heute Abend

  • Bellini
  • Irgendeine Kleinigkeit, muss sich noch im Kühlschrank finden
  • Gefüllte Zucchini, gefüllte Champignons, Balsamico-Schalotten, Brot
  • Safran-Risotto
  • Ravioli con scampi
  • Mascapone-Creme
Kochaufwand: mittel
Gäste: M. + M. 

Donnerstag, 11. Juli 2013

Jungs halt

Ist schon mehr als komisch. Da gab es mal einen jungen Mann in meinem Leben, gut 20 Jahre jünger, den ich über das Photographieren kennen lernte. Er stand gerne Modell, wie haben viele richtig gute Bilder gemacht und darüber hinaus auch einen echt guten Bezug gefunden. Er war sogar eine zeitlang in mich verliebt und wollte mich 'haben' - nun, da musste er leider durch und das war auch später kein Thema mehr. 

Und dann, dann geht er nach H. zum studieren, wenn er auf Heimaturlaub ist, kommt er immer kurz vorbei, dazwischen gibt es mal eine Mail, einen Chat, ein Telefonat. Dann lernt er seinen jetzigen Freund kennen - und seit dem ist Funkstille. Total. 

OK, alles erklärlich und nicht gerade besonders. Schätzungsweise habe ich früher wohl auch ein paar Menschen so vor den Kopf geschlagen. Aber wenn man dann der ist, dem vor dem Kopf geschlagen wird, dann ist es schon anderes. Vor allem dann, da das Verhältnis wirklich intensiv war, sehr offen, sehr ehrlich, nun wirklich nicht oberflächlich. 

M. ist nach wie vor auf Heimaturlaub hier ... 

Mal wieder da

Fast vier Tage nichts anderes getan als rumgelegen und gelesen. Hin und wieder mal was gegessen und getrunken, hin und wieder auch mal ne Runde geschlafen. Drei Romane gelesen, einen gehört, ansonsten auf die Weser gestarrt und gedacht. Fast vier Tage außerhalb von allem - hat wirklich gut getan und wenn ich einen Stuhl dabei gehabt hätte, hätte ich das noch ein paar Tage länger ausgehalten, auch wenn das Wetter nur in der ersten Hälfte so war, wie ich es mir gewünscht habe.

Sonntag, 7. Juli 2013

Eigentlich bin ich gar nicht da - oder: Achilles, warum nur?

Selbstüberschätzung, Unwissenheit, Hochmut, Pech? Tja, die Geschichte wird es entscheiden, was das war. Fakt ist, dass ich meine Radtour nach gut 220 Kilometer wegen einer Achilles-Sehnen-Entzüdung abbrechen musste. Es ging echt nicht mehr. Heute die gut 10 Kilometer zum Bahnhof waren eine Qual. 

Und dabei hatte alles gut angefangen, ach was, bis auf die Schmerzen waren die beiden Tage richtig gut. Der Weg ist nicht anspruchsvoll, ich konnte einfach so vor mich hinfahren. 20 Kilometer bis zum ersten Frühstück, dann die nächsten 20-30 Kilometer mit Hape Kerkeling im Ohr, der mir von seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostella erzählte (wo ich in grauer Vorzeit mal mit dem Bus war). Den restlichen Nachmittag fuhr ich mit mir und ein paar Gedanken von Kerkeling - die sich sehr schnell nach woanderst entwickelten - ich war echt in einer Art ego-Flow, spannend, spannend. 

Und gestern dann, etwa bei Kilometer 190 machte die rechte Achilles-Sehne mucken - und da ahnte ich schon Schlimmste. Ich hatte das schon mal ... Und als ich heute morgen aufs Klo musste und die Schmerzen nach 10 Metern wieder da waren, war klar, dass ich keine Chance habe, noch die 50 km bis nach Nienburg zu fahren, sondern ich froh sein kann, wenn ich die ca. 10 nach Minden zurückschaffe.

Hätte ich es nicht wissen können, dass das übertrieben ist, mir 5 x 100 Kilometer abzuverlangen? Oder sind die Schmerzen jetzt die Nachfolgen einer erheblichen Verletzung aus meiner frühen Jugendzeit? Egal, es war nicht einfach abzubrechen - dieses Jahr scheine ich nicht gerade so einen Lauf zu haben. 

Alternativ werde ich morgen nach G., hier ganz in die Nähe fahren, mit dem Bus, wenn mich J. nicht sogar vielleicht bringt, und dann werde ich die restlichen Tage, an denen ich ja nicht da bin und dann auch nicht da sein werde, auf einem Campingplatz verbringen und nichts anderes tun als lesen, denken, in der Sonne liegen, denken, schlafen, denken, essen und denken. 

Freitag, 5. Juli 2013

Momente ohne Datum (IV)

Der Anruf bei der Zeitung. Es gab nichts zu schreiben. Er hatte nichts anderes erwartet und doch angerufen. Und doch war Hoffnung dabei gewesen, es hätte immerhin Geld gegeben. Einen möglichen Auftrag gerne angenommen, die Situation wäre nicht verändert gewesen. Eine Enttäuschung mehr, obgleich seines intuitiven Vorwissens. Die Stimmung fiel deswegen nicht, stabilisierte sich nur.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Und weg

510 Kilometer in 5 Tagen - so der Plan - und dann einen Tag am Meer.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Sonntagsarbeit


Nur ganz kurz

Es waren genau drei Kilometer und das noch immer den Berg runter, die ich heute Abend mit dem Rad fahren musste. Aber die haben gereicht, dass ich bis auf die Haut durchnässt war. Dass man sich über eine warme Dusche im Juli so freuen kann?

Good Morning

Ich liege im Bett. Es ist kurz nach 8 Uhr morgens. Es klingelt. Ich denke: "Ihr könnt mich alle"! Dann geht das Schloss. "Scheiße - die Putzfrau!" Zwänge gerade noch meine Morgenlatte in die nächstgreifbare Jeans, da steht sie auch schon in der Schlafzimmertür: "Oh, habe ich Sie geweckt?"

Dienstag, 2. Juli 2013

Für heute Abend

  • Caprese
  • Lachsnudeln
  • Erdbeerquark
Kochaufwand: gering

Gäste: reduzierte Burgbesatzung, nur S. und T., ohne S. und N.

Nee, ...

... so einen richtigen Lauf habe ich gerade nicht.

Montag, 1. Juli 2013

Von heute morgen


Selfs

Heute Morgen nochmals schnell zum leeren Haus gefahren, ein paar Selfs probiert. Leider mit wenig Inspiration. Ich sollte es wohl lieber sein lassen. Das wird nix mehr, irgendwie bin ich im letzten Jahr sichtlich gealtert. 

Geht doch!

Und irgendwie hat es dann doch noch geklappt, dass C. Zeit für ein paar Photos in einem leerstehenden Haus hatte. Und dann kam der Anruf, ob ich was dagegen hätte, wenn sein Freund T. auch noch dabei wäre. Mir ist das sowas von egal. Von T. weiß ich nicht viel, nur, dass der Akt-Photographie für blöde hält, dass hat C. mal erzählt. 

Ob er denn auch vor die Kamera möchte, fragte ich ihn dann. C. schaute ihn interessiert an, T. nickte. Damit hatte ich nun ja gar nicht gerechnet. Zehn Minuten später hatte er keine Klamotten mehr an - und ich bin fast umgefallen. Ich glaube, so was nennt man perfekten Körper. Und so zurückhaltend T. auch immer sein mag, aber nackt vor der Kamera bewegt und agiert er, als hätte er nie etwas anderes gemacht und dabei war es sein erstes Shooting überhaupt. 

Sonntag, 30. Juni 2013

Für heute Abend

  • Geschnezeltes mit gebackenen Kartoffelschnitzen, gebratenen Paprika und Zucchini
  • Kirschplotzer
Kochaufwand: normal

Spontangäste: C. und T. 

Samstag, 29. Juni 2013

Versuch von Gelassenheit

Wir haben angeblich Juni. Und ich liege gerade a) gerne in der Badewanne und b) benutze den Backofen genauso oft wie im November oder Dezember. Manchmal fällt es schwer gelassen zu bleiben.

Momente ohne Datum (III)

Später, am Schreibtisch mit einer Zigarette. Die Kaffeetasse an den Mund gedrückt, nicht zum Kuße, nicht als Pfropfen gegen den Schrei. Lange, weite, nichts erblickende Blicke. Momente des Nachdenkens, des Grübelns ohne Ziel, ohne Erfolg. Imanuel Kant lag aufgeschlagen auf dem Tisch - wieder nicht gelesen, keine Disziplin, keine Konzentration. 

Donnerstag, 27. Juni 2013

Wirklich?

Irgendwann und irgendwo habe ich mal gelesen, dass der Körper sich schon seinen Schlaf nimmt, den er braucht. Jetzt bin ich seit gut 36 Stunden auf den Beinen und ich merke schon, dass ich so richtig fit nicht mehr bin. Das merkte ich aber schon heute Nachmittag. Da habe ich mich dann ins Bett gelegt und fast zwei Stunden auf den Schlaf gewartet, der aber nicht kommen wollte. 

Jetzt versuche ich es mit einer Badewanne - das hat den schönen Nebeneffekt, ich kann gleich etwas Sommer spielen, wenn ich die Augen zu mache und meine Phantasie bemühe  - mit einem weiteren Glas Rotwein. Zur Sicherheit lege ich aber Buch und Ipod ans Bett. 

Vielleicht sollte ich Kafkas "Hungerkünstler" noch mals lesen, vielleicht könnte ich die Erzählung adaptieren und mit "Der Hungerschläfer" zu Weltruhm kommen, wobei das Finanzielle dann schon besser laufen sollte als bei Kafka.

Außerhalb der Reihe

Schon eine leicht komische Szene gestern Abend kurz vor halb elf. Ich sage meinem Mann "Gute Nacht, schlaf gut" - wie immer - und verlasse das Haus. 

Mittwoch, 26. Juni 2013

Protokoll

Ich schreib die Dinger ja wirklich gerne, aber heute war es richtig Arbeit. Zwei Zweier-Gespräche sollten zusammengefasst werden - vier Stunden später bin ich immer noch nicht so richtig zufrieden, aber das liegt an einer etwas komplizierten Struktur, die das Thema erfordert. Auf dem Papier sieht das jetzt alles so leicht und einfach aus - aber das wird noch ein hartes Stück Arbeit, wenn wir auch nur 20 Prozent gut umsetzen wollen. 

Dienstag, 25. Juni 2013

Am Boden


Also im übertragenen Sinne. Mir schlägt das Wetter jetzt langsam aber so richtig auf's Gemüt, merke, wie ich zumindest heute unausgeglichen bin. Computer läuft auch nicht so wie er soll. Zu viele Fragen gestellt bekommen in einer Situation, in der ich lieber still bin und dann noch irgendwelche trüben Gedanken. Menno, geht's denn nicht mal auch ein kleinwenig leichter?

Momente ohne Datum (II)

Er lag auf dem Bett, nicht im Bett, eine Lage, die er immer dann einnahm, wenn er dachte, sich zurückziehen zu müssen, um seinetwillen. Wäre er im Bett gelegen, so hätte er sich krank gefühlt, unfähig und hilflos. Aber das war er ja nicht, trotz der Wut, trotz eines Schmerzes, der nicht zu lokalisieren war. Er war nicht krank, ihm war es nur elend. Die Beine an den Körper gezogen, mit einem Arm die Augen abgedunkelt, lag er, fühlte sich trotz der Mauern um ihn nicht geschützt oder bewacht. Doch die Dunkelheit ließ ihn glauben, er wäre unantastbar. Dass das Meiste auf Einbildung beruhte, war ihm klar, aber nicht Gegenstand seiner Gedanken, auch nicht Gegenstand seiner Empfindungen. 

Sonntag, 23. Juni 2013

Es ist Sommer

Also kalendarisch. Und ich tue jetzt einfach mal so, es sei so. Und es geht überraschend gut.

Samstag, 22. Juni 2013

Urlaub 2013 (2)

Es scheint dann doch Norditalien zu werden. Mein Mann hat schon mal im Kochbuch geschaut, was es da so an Spezialitäten gibt.

Urlaub 2013

Werden wir es je schaffen dieses Jahr, ein Reiseziel zu finden? Bis vor 33 Minuten war es, wie in den letzten Wochen Frankreich, nun hängen wir schon wieder mit den Fingern in Italien. Mir ist das gerade recht egal, ich werde in zwei Wochen auf's Rad steigen und kurzfristig an die Ostsee fahren, wenn es das Wetter zu lässt, dort den Arsch für einen Tag in die Sonne hängen und aufs Meer gucken. Zu mehr Meer reicht es dieses Jahr nicht.

Freitag, 21. Juni 2013

Das mag ich sehr


Momente ohne Datum (I)

Vielleicht stand das Glück ja vor der Tür - er machte jedenfalls nicht auf. Nicht, weil ihm das Glück, von dem er keine große Ahnung hatte, wie es aussehen könnte, egal gewesen wäre, sondern weil er sich aus Protest, aus Trotz Allem verweigern wollte, was da käme. Es hätte, so dachte er, auch das Pech vor der Tür stehen können, und somit wäre es ja dann sein Glück gewesen, nicht aufzumachen - doch die ganzen Überlegungen krankten an einem Prinzip, das alles betraf: Man wusste es ja nicht.

Sonne Sonne Sonne

Wenigstens gestern mal in der Sonne gesessen. Ausführlich.Mir die Frage gestellt, warum ich so gerne nackt in der Sonne rumsitze / -liege? Und was mich treibt, die Hosen auszuziehen, sobald es warm ist?  Und warum es mich dann nervt, wenn Gäste kommen, und ich mir wieder etwas anziehen muss, weil es sich ' so schickt'? Ne Antwort von einem Psychologen würde mich ja schon mal interessieren. 

Mittwoch, 19. Juni 2013

Familie, Familie

Sonntag erzählte ich beim sonntäglichen Telefonat meiner Mutter von der Kündigung. Heute rief der Rest der Familie an, um zu hören wie es mir geht etc. pp. Das Interessante dabei. Mutter hat alle inständig gebeten, mich doch gleich am Montag anzurufen. *grins*

Auf dem Lande

Zwei Tage mit E. auf dem Lande. Es war seine Idee, mit einem Spiegel in den Wald zu gehen. Und es war auch seine - ich wäre nie auf diese Idee gekommen - mich auszuziehen, ok, warm war es ja wenigstens. Geile Idee von ihm auf alle Fälle und hat eine Menge Spaß gemacht. Die Idee harrt noch dem Ausbau, aber dafür braucht man dann doch noch einen Menschen mehr - und etwas mehr Draht. 


Sonntag, 16. Juni 2013

Lesung

Überraschend viele Zuhörer. Um die 40 werden es schon gewesen sein, H. der Veranstalter hoffte auf um die 15. Und ich kannte weniger als ein Viertel. Drei Zwischenapplause, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Am Schluss, "dankbarer Applaus", wie ich das als Rezensent bezeichnen würde. Und der Hut ergab dann für jeden von uns beiden 75 Euro, sprich, einen pro Minute.

Viele Lobe danach, aber das schönste kam von einer alten Dame, die ich nicht kannte, die beim Herausgehen ihre gleichaltrige Freundin fragte: "Waren das eigentlich zwei Schauspieler?"

Und E. wollte dann noch wissen, woher ich C., den Mitleser, eigentlich kenne. "Der ist doch mein aktuelles Photomodell" antwortete ich leicht überrascht, dass er ihn nicht erkannt hatte. Darauf E. entschuldigend: "Ja, stimmt - aber den habe ich ja bisher immer nur nackt gesehen."

Leopold Bloom und ich

Ist schon lustig, heute ist ja Blooms-Day und an einem 16.6. habe ich meinen Führerschein bestanden und das Datum der Magisterurkunde ist auch auf einen 16.6. ausgestellt. 

Freitag, 14. Juni 2013

71

So viele Minuten habe C. und ich heute für die Textausschnitte gebraucht. Die Auswahl finde ich recht gut gelungen. Aber es war heute dann doch irgendwie anstrengend, denn jeder von uns hat jeweils nur einmal fünf Minuten, wo er sich entspannt zurücklehnen kann. Wird schon werden.

Muss dann wohl sein

Nächste Woche wird erst einmal das Arbeitszimmer gründlich aufgeräumt, ich bin dauernd nur am Suchen. *nerv*

Donnerstag, 13. Juni 2013

Akt V

Genau so, wie gestern vorgestellt. Nur hingesetzt habe ich mich nicht.

Mittwoch, 12. Juni 2013

"Klar, toll, danke!"

Nach der Arbeit mit letzten Kräften zu J., die mich gebeten hat, sie wegen einer Bewerbungssituation (sic!) zu coachen. Was zum Essen gab es dann auch. Derweil länger überlegt, ob ich sie fragen soll, ob sie spontan meinen Dienst heute übernehmen könne, dafür würde ich ihren nächsten übernehmen, den sie wohl gerne los haben wollte (Montagmittag - aber da habe ich ja jetzt frei). Ich hab' echt Mut gebraucht zu fragen, denn mit einem 'nein' fand ich, war zu rechnen, aber ich merkte auch, dass ich heute den Dienst echt nicht packen würde und absagen geht einfach nicht. Herzklopfen - gefragt - sie schaut über die Gabel: "Klar, toll, danke!"

Showdown in vier plus einem Akt - mit zwei Zwischenszenen

Akt I
Am Vormittag stürzt der Chef ins Büro. Er hat gerade meine Kündigungsschutzklage in der Post vorgefunden. Er ist so richtig erbost. Was dass den solle, ob das 'einvernehmlich' sei und was ich mir denn davon verspreche. Ich erkläre ihm, dass ich die Überreichung einer Kündigung nicht unter "einvernehmlich" verstehen würde. Es geht hin und her. Er verlässt den Raum mit einem nachdrücklichem: "Na, dann waschen wir halt schmutzige Wäsche, wie Sie wollen!" Rums.

Akt II
Irgendwann am späteren Nachmittag. Wieder Auftritt Chef, diesmal aber wesentlich ruhiger, beherrschter. Er will von mir wissen, was ich mir denn so vorgestellt hätte. Ich kann bei sowas schlecht verhandeln, ziere mich erst und führe dann doch die beiden Punkte an: sofortige Freistellung und Abfindung. Dooferweise verspreche ich mich bei der Abfindung und nenne eine spontan aufgestockte Anzahl von Monatsgehälter und nicht, wie üblich, halbe Monatsgehälter. Er braust wieder auf und verlässt den Raum mit einem: "Sie wissen ja, dass ich auch einfach 'Nein' sagen kann", oder so ähnlich.

Akt III
Eine halbe Stunde später ist er wieder da. Irgendetwas treibt ihn. Er rechnet mir, in seiner übliche Spitzfindigkeit vor, dass ich mit meiner Forderung weit über den Normalen liege - dass ist mir in der Zwischenzeit aber schon selber längst bewusst. Ich habe aber aus Trotz keine Lust, mich zu berichtigen und frage stattdessen, was er denn anbieten würde. Er nennt Freistellung ab dem 17. und eine Summe. "Ich geb' Ihnen morgen Bescheid" sage ich, er geht.

Zwischenszene
Ich rufe nach kurzem Überlegen meine Rechtsanwältin an, die glücklicherweise sofort am Apparat hat. Sie hört sich seinen Vorschlag an, rechnet ein bisschen herum und gibt zufriedene Grunzlaute von sich. Ich verstehe das so, als ob das Angebot gut ist. "Aber wir können versuchen da noch mehr rauszuholen, soll ich?" Da ich manchmal schon zu früh aufgegeben habe, gebe ich ihr das OK.

Akt IV
Eine Viertelstunde - nicht überraschend - Auftritt Chef. Aber jetzt so richtig erbost. Diese Frau da, brauche ihn nie mehr anzurufen, er würde mit ihr nie wieder ein Wort wechseln und was ich mir denn da für eine Person gesucht hätte, die wolle doch eh nur mein Geld und würde nicht an mein Wohl denken. Er würde jetzt nur noch mit mir verhandeln. Dann verkündet er sein letztes Angebot. Freistellung wie gehabt, etwas mehr Geld, das Zeugnis kann ich schreiben, wie es mir gefällt. "Ich geb' Ihnen morgen Bescheid" sage ich, er geht.

Zwischenszene
Ich rufe wieder die Rechtsanwältin an. Berichte von seinem Auftritt, wir unterhalten uns kurz, ich merke, dass sie mehr nicht erreichen wird, vor Gericht würde es wohl weniger werden. Ich bitte sie, den Vergleich dem Gericht mitzuteilen.

Morgen dann, so wie ich es mir vorstelle:

Akt V
Ich gehe in sein Büro, lehne die Tür an, setze mich auf den niedrigen Besucherstuhl vor seinem Schreibtisch, sage: "Ok, machen wir das so, wie gestern besprochen", greife in die Hosentasche, lege ihm die Schlüssel auf den Tisch und gehe wieder. 


Dienstag, 11. Juni 2013

Irgendetwas mit A.

In der langweiligen Runde heute fast 90 Minuten überlegt, wie meine Nachbarin, mit der ich Ausbildung gemacht habe, mir Vornamen heißt. Am Ende ist es mir dann doch noch eingefallen.

Montag, 10. Juni 2013

Ist mir gerade danach


Nun ja.

Dieses Jahr habe ich irgendetwas verpasst. Bin gerade total überrascht, dass ich so müde bin, obwohl es draußen noch so hell ist. dabei ist es gleich halb zehn. Irgendeine Angleichung hat nicht stattgefunden. Und U. ist auch noch im Chat. Alles etwas eigenartig derzeit. 

Sonntag, 9. Juni 2013

Entschluss

Diese Woche arbeite ich noch, es ist sauberer und fairer, gerade dem Kollegen gegenüber, auch wenn es mir extrem schwer fallen wird. Aber danach ist Schluss, dann ziehe ich den Schlußstrich, notgedrungen zwar, dann bin ich halt krank, hab Urlaub und bin wieder krank, falls es vor Gericht eben nicht schon früher zu einer Freistellung kommt. 

Mit dem Ende vor Augen sind die nächsten fünf Tage vielleicht einigermaßen machbar.

Typisch

Gestern lange nackt in der Sonne gesessen und mir, als C. kommen sollte, schon mal ein T-Shirt angezogen. Die kurze Hose wollte ich dann anziehen, wenn er klingeln würde. Das tat er dann auch pünktlich, doch dooferweise stand er nicht vor der Haustür sondern schon vor der Wohnungstür, die ich reflexartig öffnete. Aber in dem Moment war es mir dann auch schon egal - ihm übrigens auch. Letztendlich ausgleichende Gerechtigkeit, sonst muss er sich immer ausziehen, wenn ich ihn photographiere. (Die ästhetische Diskussion dazu lasse ich aus Faulheit beiseite.)

*räusper*

Über das Wochenende an die sechs Stunden 'lesen' geübt. Mussten dann doch noch einiges kürzen, manches hat auch beim vorlesen nicht 'funktioniert'. Jetzt scheint die Auswahl aber so einigermaßen zu sein, die Stimmen sind verteilt und meine Lieblingsstelle aus dem 14. Kapitel ist drin geblieben.

Freitag, 7. Juni 2013

Relativismus?

Mit "Mein Gott, siehst Du aber Scheiße aus!" begrüßte mich heute Abend auf einem Gartenfest die haarlose, krebserkrankte Bekannte M.

Kann sie wirklich in meinem Gesicht lesen oder ist das eine Übertragungsleistung?

Ich hatte heute einen Tag Urlaub, weil ich es diese Tage in der Arbeit echt nicht mehr ausgehalten habe, dachte, ich würde schiziophren werden. Etwas länger geschlafen, meine Homepage auf einen neuen Provider umgesiedelt, die Abschlussarbeit meiner Patentochter Korrektur gelesen, die Lesung für Sonntag gecheckt und dazu Überlegungen gemacht, einen Mittagsschlaf gehalten - den ich zugegebenermaßen nur über die Uhrzeit dann feststellen konnte, das Gefühl war, gar nicht geruht zu haben - und weitere Dinge erledigt, die erledigt gehören, also ein produktiver, selbstbestimmter Tag. 

Aber M. hat nicht ganz unrecht. Dieser Tage Photos bekommen von der Hochzeit letztes Wochenende in Istanbul. Sie sind schlecht,  schlimmste Knipserei, Photos, die die Welt nun wirklich nicht braucht, aber auf diesen Bildern sehe ich so alt aus, wie ich bin. Ganz schön Scheiße.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Uff!!!

Am 16. mache ich ja die Ulysses-Lesung zusammen mit C. Den habe ich seit vier Wochen aber gar nicht erreicht und bin jetzt davon ausgegangen, dass ich es irgendwie alleine machen oder mir noch einen Ersatz besorgen muss - bloß wen? Jetzt hat er gerade angeurfen - Mails mag er gerade nicht und unter den Nummern, unter denen ich ihn angerufen habe, konnte er sich nichts vorstellen. Samstag und Sonntag wird jetzt geübt. Mal zwei schöne Termine.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Kündigungsschutzklage

Echt, ich hätte gerne darauf verzichtet, wirklich. Aber wenn er das Spiel spielen will ... dass erwachsene Menschen sich nicht vernünftig einigen können ... Sandkastenstreitereien vor einem Gericht ... peinlich, peinlich ... 

Mal sehen, wann der 'Gütetermin' ist ... und heute, ausnahmsweise, alle so scheißfreundlich.

Welt, dein Name ist Verlogenheit. 

Das Auge denkt mit

Gerade auf Rezeptsuche gewesen. Mein Mann wollte was machen, was ich vor zwei Jahren das letzte Mal gemacht habe, Brandteig mit Käse in einer Gugelhupfform. Aber wo das Rezept? Interessanterweise konnte ich mich nur daran erinneren, dass es ein blaues Buch war und der Seitensatz eng. Französisch war auch noch so ein Begriff. Jetzt haben wir einige blaue Kochbücher, davon einige französisch - doch die Angaben haben gereicht, es dann doch zu finden. Das Ding nennt sich Gougère und schmeckt hervorragend zu einem Glas Wein. Aber bloß keinen Gouda oder Emmentaler nehmen, Greyerzer heißt das Zauberwort. 

Dienstag, 4. Juni 2013

Nackte Männer

Ich guck ja jetzt schon seit längerem bei tumblr rum. Männerakte in erster Linie, durchaus auch erotisch bzw. pornographisch. Überrascht ja jetzt wohl niemanden. Aber je länger ich schaue, desto mehr denke ich, dass ein guter Männer-Akt echt ne Herausforderung ist und es nur die wenigsten können. Denn Bilder, auf denen Männer ihren steifen Schwanz einfach in die Kamera halten, ist so ein männliches Gebahren, dass selbst einem Mann nach dem 10. Bild lächerlich vorkommt, auch wenn es da durchaus respektable Schwänze zu sehen gibt.

Dann gibt es die Masse der in meinen Augen 'unehrlichen' Akten, weil die Männer unbedingt ihre Unterhose anbehalten müssen, was selbst bei dem schönsten Setting, dem besten Licht einfach 'begrenzt' wirkt. Akt ist Akt und Erotik ist Erotik. Dooferweise funktioniert das bei den meisten Bildern mit Männer nicht, wenn sie etwas 'verhüllt' halten, denn überwiegend haben sie dann Dinger an, die zwar nicht an Liebestöter erinnern, aber an den Einkauf der Mutter denken lassen. 

Handy-Bilder vor dem Spiegel lassen natürlich interessante Rückschlüsse zu, sind aber aus photographischer Sicht eben das, was sie sind: selbstverliebte Schnappschüsse.

Über die Menge der Spaßbilder braucht man nicht zu reden. Runtergelassene Hose irgendwo im Grünen, Griff an den Schwanz eines anderen in der Öffentlichkeit usw. usw. 

Aber dann gibt es doch immerhin eine Anzahl von Photos, die es genau treffen, ohne verrenkte, "klassische" Posen, ohne Küche im Hintergrund. Und das auch bei Typen, die jetzt nicht aus der Modell-Kartei entsprungen sind. Ganz interessant wird es dann, wenn Sperma mit im Spiel ist. Zu 95 Prozent sind diese Bilder billig, männliche Demonstrationsmacht. Doch dann gibt es welche, die über das Sperma die Lust der Autoerotik zeigen, das Gefühl transportieren, die Intimität. 

In der Hinsicht ist tumblr eine hart Lehre - aber ich will hoffen, dass ich daraus was lerne.

So-tun-als-ob

Ich hasse es, so zu tun als ob nix wäre. Und dieses Spiel wird an der Arbeit gespielt. Bis auf die Chefin, der ist die Freude im Gesicht zu lesen, dass ihr Mann mich gekündigt hat. Das freut sie - aber so richtig.

Morgen nochmals Rechtsanwältig, ein paar wenige Sachen abstimmen, dann werde ich rechnen mit dem Ziel,  so wenig Tage wie möglich dort noch zu verbringen. 

Montag, 3. Juni 2013

Gibt es ein anderes Wort für 'Impressionen'?












Hochzeit mit Familienanschluss

Dass Familie des deutschen Bräutigams bei der Hochzeit in Istanbul dabei sein werden würde, das wußten wir ja. Nicht aber wie viele. Und genauso wenig wußten wir vorab, wo wir eigentlich nächtigen würden. Es stellte sich dann heraus, dass wir mit der Familie zusammen im Haus des Brautvaters wohnen würde, wo Nachbarn Zimmer und Betten bereit stellten. Und so trafen sich in einer Wohnung zum Frühstück und sonstigem als: die Mutter (87), der Bruder der Mutter (nicht unwesentlich jünger), Schwester 1 des Brätuigams mit Mann und zwei Söhnen (12, 15), Schwester 2 mit einem Sohn (17), einer Tochter (+20) nebest Freund sowie der Bruder - das war der 'harte' Kern. Je nach dem kamen dann noch zwei bis sechs deutsche Freunde dazu.

Der Abstimmungsaufwand war enorm, denn die Mutter konnte in ihrem Alter ja nicht mehr alles so locker mitmachen, trotz spontan gekauftem Rollstuhl für die weiten Wege, den Jungs stand es eher nach McDoof als landestypisch, wir wollten eher ins Museum als zum x.ten Mal auf den Basar, dazwischen gab es Standesamt und Hochzeitsfeier, Mädels-Abend und Männerabend, auf dem Basar verlorene Jungs, Bierknappheit und Cheesburger-Fress-Attacken, lange Erklärungen zu Katzen, deutsch-englisch-türkisch geführte Unterhaltungen ... und über allem schwebte nichts anderes, als gute Stimmung, Freude und Rührung und was weiß ich.

Ernsthaft, da ist nie jemand richtig ausgetickt, da war kein Egoist darunter, jeder packte da an, wo er meinte, es sei gerade wichtig, alle ertrugen die teils lange Fahrten durch Istanbul und alle waren sich, so altmodisch das auch klingen mag, "wohlgesonnen". Hat richtig, richtig Spaß gemacht und auf lange Strecken konnte ich den hießigen Stress echt vergessen.

Guten Kontakt zu den drei Jungs bekommen, die wohl auch etwas froh waren, dass da einer ist, der sie in ihrem so-sein wahrnimmt, immerhin F. (15) dazu gebracht nachzudenken, dass man Speisen, die man nicht mag (und die Liste, was er mag, ist die wesentlich kürzere), mal doch auch überprüfen könne (OK, Fisch bleibt auf der schmeckt-nicht-Liste, dafür sind Kirschen nun gestrichen), wirklich schön auch mit T. (12), einem wirklich klugem Kerlchen, zu 'philosophieren' und seine Zuneigung ungefiltert abzubekommen. Die letzten 36 Stunden hatten wir ihn quasi durchgehend an der Backe, so dass seine Cousine schon schnippisch fragte, wann wir ihn den adoptieren würden. Den würde ich sofort nehmen, hab' ich geantwortet, da war sie dann doch etwas perplex. 

Die Braut natürlich ein Traum in weiß, der Bräutigam dürfte, nach dem wir alle abgeflogen waren, wohl nicht mehr wissen, welches seine Muttersprache ist ... ein chaotischer Mikrokosmos mit Selbstorganisation. Normalerweise stehe ich da nicht wirklich drauf, aber ich hab' mich echt mit ihnen wohl gefühlt.

Nur eins, wird in den nächsten Tagen spontane Aggression auslösen: Wer mich dieser Tage auf Katzen anspricht, dem scheuer ich eine - ich kann es echt nicht mehr hören. 

Samstag, 1. Juni 2013

Multi

Ein Deutscher, der in Indien lebt, heiratet eine Türkin, die in Ägypten lebt. Wenn die Hochzeit dann noch in, sagen wir mal, Malawi stattfinden würde, dann wäre das "multi" perfekt. Aber, Traditionen sind weit verbreitet, wird in dem Heimatland und in der Heimatstadt der Frau geheiratet, also im alten Konstantinopel. 

Und ich möchte nicht wissen, was für das pefekte 'multi' an Amtsgängen nicht noch alles nötig gewesen wäre, die Kombination war jetzt schon kompliziert genug und ich werde E. anregen, darüber zumindest eine Geschichte zu schreiben. 

Wie auch immer: Ich finde, sie passen zusammen und da ich nicht Trauzeuge bin, haben sie auch große Chancen, zusammen zu bleiben. 

Und E., falls Du das liest: Nächstes Jahr wollen wir Euch besuchen kommen!