Geschichte hat mich ja nie wirklich interessiert. In der Schule war das halt so ein Fach, in dem ich keine Lorbeeren mir verdiente (in welchem Fach denn überhaupt?). Zwar habe ich dann komischerweise Geschichte studiert, aber die Herangehensweise da war mir so zu wider, dass ich ein Semester später in die Philosophie gewechselt bin.
Letzte Woche kaufte ich dann aber ganz spontan, quasi wie ferngesteuert, mir von Philipp Bloom "Der taumelnde Kontinent - Europa 1900-1914" gekauft. Wenn ich das nun erklären sollte warum, könnte ich nur mit den Schultern zucken. Das hab' ich jetzt suchtmäßig, selbst ohne Lesebrille, durchgelesen, fast sogar durchgearbeitet. Einiges war mir in dem Zusammenhang total neu, bei anderem ging mir manchmal sogar etwas die Augen auf. Trocken ist das Ganze gar nicht, das hat sogar Eleganz und hin und wieder Witz - und manchmal schöne Bösartigkeit, wie hier:
Auf der unabsehbaren Liste ihrer Liebhaber [Sara Bernhardt] befanden sich auch Edward, der Prinz von Wales, der Künstler Gustave Doré, Gabriele d'Annunzio, Pierre Loti und "der ultrahomosexuelle Robert de Montesquiou, Prousts Charlus, den sie schelmisch in den heterosexuellen Sex einführte, was ihn dazu brachte, sich vierundzwanzig Stunden lang zu übergeben".
Es ist übrigens schon echt bemerkenswert, wie viele Parallelen man zu heute schlagen kann, was gewisse Neuerungen und vor allem Unsicherheiten betrifft.
Und als ich die Brille holen ging, habe ich mich gleich mit dem nächsten geschichtlichen Werk zugedeckt, jetzt guck ich mir mal die Preußen genauer an.
Und als ich die Brille holen ging, habe ich mich gleich mit dem nächsten geschichtlichen Werk zugedeckt, jetzt guck ich mir mal die Preußen genauer an.
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