P. rief wie abgesprochen an, hatten gut vier Wochen nicht mehr miteinander gesprochen wegen der Urlaube. Ich hatte ihm beim letzten Mal erzählt, dass wir vielleicht auf einen FKK-Campingplatz gehen werden. Und das war dann auch gleich seine erste Frage. Und im Gegensatz zu vielen anderen, denen wir davon in der Zwischenzeit erzählt haben, blieb es nicht bei dieser einen Frage, sondern er wollte alles ganz genau wissen. Und im Verlaufe das langen Gespräches flocht er immer mal wieder ein, dass er da und da auch nackt gewesen sei.
Ich will dem Ganzen keine große Bedeutung zu messen, aber wenn ich nun ein Literat wäre, würde ich das in einen meiner Roman einbauen. Denn er weiß bspw. dass ich gerne nackt bin, wir sind uns seit bald 30 Jahren sehr vertraut und wenn wir uns besuchen, schlafen wir zusammen nackt im selben Bett meist unter der selben Decke. Aber es hat bisher nur zwei Nachmittage geben, und das ist jetzt auch an die 20 Jahre her, wo wir beide nackt in der Sonne bzw. in einem Boot gesessen sind.
So tief vertraut wie wir auch sind - es gibt dann doch anscheinend irgendwelche Grenzen, die keiner überschreiten möchte, auch wenn vollkommen klar ist, dass eine Überschreitung dieser Grenzen nichts ändern würden, außer, dass man sich vielleicht noch wohler fühlen würde.
Da arbeiten ins uns anscheinend noch Konventionen, die so was von lächerlich sind - aber so was von stark. Und das allerdoofste daran ist, man entdeckt sie, je älter man wird. Ich glaube, ich werde mir, wenn ich denn mal alt sein werde, ganz schön Vorhaltungen machen, Sachen nicht getan zu haben, weil ich dachte, dass es sich nicht gehört, oder man es nicht macht oder was auch immer, anstatt einfach zu fragen, ob es ok wäre.
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