Freitag, 21. Februar 2014

Momente ohne Datum XXV

Wenigstens dieser eine Tag hatte so etwas wie Zufriedenheit an sich gehabt, in ihm hervorgerufen. Auch wenn nur die Einbildung eines Sinnes. Gleich nach dem Aufstehen gelesen. Dann fast den ganzen Abend. Brahms-Requiem aus dem Radio. Schon bessere Interpretationen gehört. Versuche zu dirigieren. Versuche.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Wen's interssiert

Heute werde ich mich dreimal schlafen gelegt haben.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Momente ohne Datum XXIV

Der Klavierauszug der Matthäus-Passion. Versuche zu singen. Doch die Stimme wollte nicht, wollte noch weniger als sonst. Aber es reichte. Noten und Texte mit den Augen zu verfolgen, manchmal mehr zu lesen als zu hören. Über die schwarzen Zeichen, leblos  und kalt, drang er tief ein. Nicht nur hier noch ein weiter Weg, der, wenn überhaupt, ein Ende haben würde.

Dienstag, 18. Februar 2014

Ich geh freiwillig ins Bett - Teil II

"Schuld" daran ist Don Winslow! Heute "Zeit des Zorns" in einem Zug durchgelesen, und das könnte jetzt dann gleich mit "Tage der Toten" auch passieren - Schlafstatistik hin, Schlafstatistik her. 

Neues für die Jahresstatistik

Mir vor ein paar Tagen einen App runtergeladen. Der zeichnet - angeblich - meine Schlafphasen auf, als wann ich im Tiefschlaf liege, wann nicht. Und daraus errechnet er, auf eher geheimnisvolle Art und Weise, die Qualität meines Schlafes. Zu 70 Prozent ist der App mit meinem Schlaf also zufrieden - mein subjektiver Eindruck ist ein etwas anderer.

Aber die Statistiken sind schon lustig. Wenn ich das weiter mache, kann ich nicht nur die durchschnittliche Schlafqualität Ende des Jahres angeben, sondern auch die durchschnittliche Schlafdauer beispielsweise am Dienstag und die durchschnittliche ins-Bett-geh-Zeit am beispielsweise Donnerstag. Das wollten ich und die Welt ja schon immer wissen. 

Montag, 17. Februar 2014

Ich geh freiwillig (!) ins Bett

Den ganzen Tag über nix los. Nix! Keine Mail, kein Anruf, kein Jobangebot, kein was-auch-immer. Den ganzen Tag über einfach nur das Gefühl: Ob du da bist oder nicht - interessieren tut es nicht.
Dann am Abend die mittelgroße Packung. Ein Anruf, ein Chat, eine Mail, ein Besuch. 
Der Anruf will das Ohr
Der Chat will alles und nichts ... was bleibt ist Verwirrung.
Die Mail - OK, das habe ich mir selber zuzuschreiben - will (Lebens-)Beratung und ich gebe, wie gelernt, das, was ich derzeit kann.
Der Besuch ... ist nicht für mich, aber dennoch ganz schön, mit ihm über Proust, Bruckner und Geier reden zu können.

Eine Empfehlung - Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur

Keine Erinnerung mehr daran, wer oder was mich auf Wolfgang Herrndorf aufmerksam gemacht hat. Jedenfalls war sein Jugendroman „Tschick“ ein literarisches Ereignis, eine Mischung aus coming-age und Road-movie, voller Lebensfreude und -verzweiflung, voller Naivität und Neugierde. Wer mich noch heute fragt, was ich im empfehlen kann, „Tschick“ steht nach wie vor an erster Stelle. Was ich erst kurze Zeit später wusste. Herrndorf war bei Erscheinen des Romans schon unheilbar krank. Im Februar vor vier Jahren hatte erfahren, dass er an einem Glioblastom erkrankt war, an einem unheilbaren Gehrintumor. „Sand“ erschien dann kurz darauf. Vollkommen verstört legte ich es nach der Lektüre zur Seite, weil ich nicht einordnen konnte, um was für eine Art Roman es sich denn handelte - und war sehr erleichtert, dass sich die Literaturkritik nach wie vor mit einer Einschätzung schwer tut, nicht aber mit einer Wertung. Anders als „Tschick“, aber ähnlich gut. „In Plüschgewittern“ muss ich auch gelesen haben, wenn auch schon viel früher.
Über eine Zeitungsnotiz bin ich dann auf sein Blog gestoßen, „Arbeit und Struktur“ und ihn wohl gut über ein Jahr bis zum Ende im August 2013 tagtäglich verfolgt. Das hieß anfangs, dass ich eine Menge Einträge nachzulesen hatte, später dann war es mehr ein tagtägliches Warten, ob es wieder eine Zeile von ihm geben würde oder ob es, wie dann am 27. August, die Nachricht von seiner Selbsttötung zu lesen gäbe.
Herrndorf hatte den Blog zuerst wohl nur für Freunde eingerichtet, später konnte auch die Öffentlichkeit mit lesen. Noch zu Lebzeiten war wohl mit dem Rowohlt Verlag Berlin besprochen, dass der Blog als Buch erscheinen würde, seit Herbst 2013 liegt er vor.
„Gestern haben sie mich eingeliefert“ ist der erste Satz (8.3.2010) was sich eigentlich wie einen Auftakt einer Krankengeschichte anhört. Ist es aber nicht. Das wirklich Besondere an diesem Stück Literatur ist nicht nur die schonungslose Offenlegung der Verletzlichkeit des Menschen, sondern die unbändige Kraft zu hoffen. Nun, Herrndorf war auch nur ein Mensch, von Verzweiflung, Wut, Tränen, Depressionen ist immer wieder die Rede - aber eben nicht nur. Trotz alle Endlichkeit vor Augen, schreibt Herrndorf wie besessen zwei Romane fertig, trotz einiger körperlichen Einschränkungen geht er nach wie vor Fußball spielen und, sobald das Wetter OK, ist schwimmen. Er kann sich über kleinste Dinge freuen oder seinen Zerfall lakonisch kommentieren: „Nacheinander drei Teile vom Backenzahn ausgespuckt. Ja, mach dich vom Acker, Körper, hau ab, nimmt mit, was du tragen kannst.“ (27.1.2012)
Dabei wird er nie larmoyant oder gefühlsduselig, nie selbstmitleidig oder ungerecht, es ist auch keine schwülstig-suhlende Schilderung eines Niedergangs, die mit pseudotiefschürfenden Möchte-gern-Weisheiten daher kommt. Da ist einfach nur ein Mensch, der sich, weil er sich stellen muss, stellt - ehrlich, offen, ungekünstelt.
Ich denke schon seit längerem nach, warum „Arbeit und Struktur“ so überaus beeindruckend ist, die letzten drei Argumente scheinen es zu sein. Da setzt sich niemand eine Maske auf, da reißt sich auch niemand eine Maske herunter, da ist einer, soweit er natürlich in einer Öffentlichkeit sein will und kann. „… und wenn man wochen- und monatelang durch das Labyrinth geirrt ist auf der Suche nach dem sicheren Ausgang, versteht man irgendwann, wie vollkommen vernünftige und zurechnungsfähige Menschen auf die Idee kommen können, sich auf eine ICE-Trasse zu stellen im vollen Bewusstsein, einen Lokführer für den Rest seines Lebens zu traumatisieren.“ (19.11.2012)
Man kann das Buch natürlich auch als ein Plädoyer für einer vernünftige Sterbehilfe lesen, Psychologen und Mediziner dürften auch mit Interesse da rangehen können, aber im Kern bleibt es ein zutiefst menschliches Buch eines Menschen, der den Mut und die Kraft aufbringt, nicht zu tun als ob.
„Ein großer Spaß dieses Sterben. Nur das Warten nervt.“ (25.3.2013)

Sonntag, 16. Februar 2014

Momente ohne Datum XXIII

Fragmentarisches. Eine Geschichte gibt es nicht. Eine abgeschlossene so oder so nur im Roman. Aber das war er nicht selbst.

Samstag, 15. Februar 2014

So tun als ob

Gerade im TV spielen Deutsche Schweden. 
Oft spielen Deutsche ja auch Italiener.
Ich meine mich zu erinneren, dass Deutsche auch Engländer spielen. 

Jetzt würde ich gerne mal sehen, wie es aussieht, wenn Schweden / Italiener / Engländer Deutsche spielen.

so halt


Mein nächstes Buch ...

… trägt den Titel: "Morgengespräch mit Bär Bär".

24 Stunden später

Damit ist jetzt nicht der letzte Tag gemeint sondern die Weiterbildung, die ich jetzt heute hinter mich gebracht habe. Der Start war zwar arg zögerlich, dann nahm das Ganze aber an Fahrt auf. Heute nochmals einige anstrengende Stunden und jetzt bin ich gespannt, wie es sich anlässt. Aber ich werde das nur nebenbei machen. 

Freitag, 14. Februar 2014

world press photo

Hier!

Momente ohne Datum XXII

Nachts hatte er schlecht geschlafen. War nach einem Traum aufgewacht und hatte die Kraft aufzustehen, Papier und Bleistift im Dunkeln zu finden, den Traum zu notieren. Am Morgen war alles vergessen, neben ihm das Papier. Er riß es aus dem Block, versah es mit dem Datum und legte es weg.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Parallel

Üblicherweise lese ich immer nur ein Buch. Üblicherweise. Derzeit aufgeschlagen:

  • Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur - Der Blog von Herrndorf, der sich letzten August erschossen hat. Sobald ich damit durch bin, werde ich hier schreiben. Es wird das erste (und wohl auf lange Zeit das einzige) Buch sein, was ich hier mit allem Nachdruck empfehlen werde.
  • Alexander Schimmelbuch: Die Murnau Identität - Wer Thomas Bernhard mag / liebt, der gestern seinen 25. Todestag hatte, wird das Buch l i e b e n! Denn: Thomas Bernhard lebt!
  • Christopher Clark: Die Schlafwandler - Dicker Wälzer über die Gründe, die zum 1. WK geführt haben. Wenn Clark mein Geschichtslehrer gewesen wäre, wäre ich heute Historiker.
  • Vladimir Navokov: Ada - Also, da weiß ich noch nicht, ob das jetzt einfach nur genial ist oder doch nur so hingeschrieben.
  • Timm Lohse: Das Kurzgespräch in Seelsorge und Beratung - Interessante Technik, die er da vorschlägt. Bei den abgedruckten Fallbeispielen geht das immer so schön auf, in der Realität ist es schwieriger. 

Heute ist so einer

Es gibt Tage, da weiß man ganz genau: Die Welt braucht einen nicht.

Dienstag, 11. Februar 2014

bad news

L. ist vor ein paar Tagen gestorben, aber erst heute habe ich es erfahren. Hat mich schon traurig gemacht, auch wenn ich sie wirklich nicht gut kannte. Aber sie war so eine alte Frau, die man einfach für so in sein Herz schloß. Und das, weil sie einen auch in das Herz schloß, einfach so. Und weil sie mir gegenüber so neugierig war, mit ihren gut 80 Jahren unbedingt bis ins Detail meinen E-Book-Reader kapieren wollte. Und als sie dann erzählte, sie sei Buchhändlerin gewesen … unsere Übergaben haben seit dem immer etwas länger gedauert.
Und sie hat mir wohl auf die bisher besonderste Art das Du angeboten nämlich mit den Worten: "Da wir ja eh früher oder später in der gleichen Supervisionsgruppe landen, können wir uns ja auch jetzt gleich dutzen." Ich wäre gerne mit ihr in einer Gruppe gewesen - aber es hat nicht sollen sein. 

R. hat Krebs. Irgendwo zwischen Nase und Ohr, an einer wichtigen Aterie. Wohl jetzt nur Chemo und Bestrahlung möglich. R. war mal ein richtig guter Freund von mir. 15 Jahre waren wir richtig dicke und dann ist es zerbrochen. Würde man uns zwei fragen warum, gäbe es wohl sehr unterschiedliche Antworten. Ich mache das nach wie vor an seiner damaligen Freundin (jetzigen Frau) fest. Solange er solo war, war ich wichtig (notwendig - was auch immer), dann eben nicht mehr so und war wohl auch zu 'speziell'. Egal. Tut mir weh, davon zu hören. Wie ich darauf reagieren werde, weiß ich noch nicht.

Konditionierung

Wenn ich am großen Rechner sitze, dann überkommt mich Schmacht ohne Ende. Ich muss den nach wie vor echt meiden. Ging heute Vormittag leider nicht anders, weil ich was schreiben musste. Aber jetzt mache ich die Kiste sofort aus.

Montag, 10. Februar 2014

Wenn Jungs ...

Mit D. heute noch kurz ein Bier trinken, wirklich kurz. Und irgendwie waren wir dann 'typisch Jungs'. Jeder hat dann jedenfalls wie zehn nackte Neger angegeben, welche Apps er auf seinem Handy hat. Nun spielt er Blek, ich hab' nun ein Programm, welches Schlaftiefe und -qualität messen soll und einen intelligent weckt. 

Hat Spaß gemacht!

Mit schlechtem Beispiel voran

Heute mal wieder in der Uni. Es war jetzt wohl das dritte Mal, dass ich vor ein paar angehenden Geisteswissenschaftlern erzählen durfte, was man denn danach so beruflich macht. Na ja, aufgrund der aktuellen Stimmungslage war das Ganzen natürlich etwas dunkel gefärbt, auch wenn es nicht das "dunkle Schwarz" von A. war, und irgendwie ist bei mir eh das meiste irgendwelchen Zufällen geschuldet als einer Planung … wie auch immer, mir tat es irgendwie ein bisschen leid, den Studierenden nichts Schöneres erzählen zu können. 

Hat jedenfalls nochmals herzhaft nachdenklich gemacht - hätte ich zwar heute nicht gebraucht ...

Sonntag, 9. Februar 2014

13 Tage später

Hätte echt nicht gedacht, dass das Nicht-rauchen soviel ändert. Also jetzt nicht, dass ich einfach nicht mehr rauche und gefühlt einfach viel mehr Zeit habe, sondern dass sich das Verhalten ändert. Damit meine ich jetzt wiederum auch nicht, dass ich nicht mehr zur Zigarette greife etc., sondern dass der Umgang mit dem Computer / Internet anders ist.

In der Vorbereitung zum Nicht-rauchen überlegt, wo ich am meisten rauche, aber unbedenklichsten etc., und da war Computer ganz weit oben. Also die erste Woche so gut wie nicht an den Computer gegangen … und jetzt, nach bald zwei Wochen (genau sind es 13 Tage) vermisse ich zwar nach wie vor die Zigaretten, aber nicht wirklich den Computer.

OK, ich gucke und schaue wie eh und je - aber zeitlich sowas von eingedampft. Was früher zwei, drei Stunden dauert, schaffe ich jetzt in gut 15 Minuten und mir ist das auch vollkommen egal gerade, ob ich ein Bild sofort sehe oder erst drei Tage später. 

Mails lese ich nur noch einmal am Tag und klicke nicht mehr alle 30 Minuten auf "aktualisieren".  Mein Handy dümpelt auch doof in der Ecke rum, denn nur wenn ich Lust auf Blek habe und mal schnell gucken muss, wie viel Zigaretten ich nicht geraucht habe, nehme ich es in die Hand. 

Wo die gesparte Zeit hingeht ist noch nicht ganz klar. OK, bin in den letzten zwei Wochen 60 Kilometer zu Fuß unterwegs gewesen - gelesen habe ich auch, aber aufgrund der Konzentrationsschwierigkeiten bin ich nicht weit gekommen.

Das Thema Sex und Nicht-rauchen dann später.

Spuren


Ein Liter Olivenöl

Die Schlacht ist geschlagen! Freitag Abend begonnen zu kochen, Samstag dann ab 8 Uhr. und für zehn Leute kocht man ja nicht alle Tage. Wie viel isst jeder, was muss eingekauft werden, wie bekomme ich das so auf den Tisch, dass nichts kalt wird. Dann doch wieder auf Teller angerichtet, denn das geht interessanterweise dann doch am schnellsten (wenn man die Logistik raus hat). Egal, war ganz schön anstrengend, aber das hat sich gelohnt.

Schon spannend 8 Leute zu Gast zu haben, die sich untereinander kaum oder gar nicht kennen, die sich bereit erklärt hatte, einfach einen Wein mitzubringen und zu essen, was ich auftische. Die, was ich echt toll fand, auch kein Problem darin sahen, nicht neben ihrem PartnerIn zu sitzen. Und dann ging es eben hin und her. 

Es war einfach interessant die Gäste zu beobachten. Ich kenne sie ja irgendwie alle, bis auf J. natürlich. Nicht, dass ich jetzt zu irgendwelchen geilen Erkenntnissen gekommen wäre … aber das hat Spaß gemacht.

Und J. das erste Mal nach vier Jahren zu sehen, zu hören, zu fühlen … yepp, das hatte schon etwas Besonderes.  

Und M., den hatte ich auch zwei Jahre nicht gesehen, drei?

Ich denke, nächstes Jahr mache ich das wieder, auch wenn das Menü dann etwas einfacher wird. Denn obwohl M. mir echt geil (und unkompliziert *lach*) geholfen hat, es war echt einen Tucken zu anstrengend. 

Freitag, 7. Februar 2014

39,20

Das ist die Länge alle Zigaretten in Metern, die ich in den letzten Tagen nicht geraucht habe. Wenn ich mir das bildlich vorstelle, wird mir schon etwas anders. 

Weckzeiten, heutige

04:15 und 15:45

Mittwoch, 5. Februar 2014

Planung

Das Primo ist ja klar, die Antipasti so gut wie, mit dem Secondo tue ich mir irgendwie schwer. Immerhin sind es am Samstag zehn Menschen, dafür ist ne normale Haushaltsküche eigentlich nicht ausgerichtet … aber wenn ich morgen mal schon die Hälfte einkaufen kann, dann wäre das schon mal gut. gekocht wird dann eh erst ab Freitag.

Dienstag, 4. Februar 2014

Na also, ...

… geht doch. Und plötzlich ist die Supervision das, was sie sein sollte. 

Samstag, 25. Januar 2014

R.-A.

Rolli-A. nach langer Zeit mal wieder zum Abendessen hier. Sie isst ja recht wenig, bringt ja wohl auch gerade knapp 30 kg auf die Waage. Heute dann ganz spontan beim Kochen die 'Rezepturen' umgestellt, weil ich dachte, wenn sie schon so wenig isst, dann soll in jedem kleinen Bissen so viel wie möglich drin sein, dass ein Gabel Reis eben mehr ist, als eine Gabel Reis. Also alles gepimpt, alles so klein wie möglich geschnitten, echt Gedanken über Kombinationen gemacht, dass es abwechslungsreich ist. Und da es ja dauert, bis man sie Häppchen nach Häppchen satt hat und ich kaltes Essen hasse, bekam sie ihren Teller auf einem Stöfchen. 

Und mal wieder die vertraute Unsicherheit, jemanden das Essen zu geben, zu schauen, dass die Portion auf der Gabel nicht zu groß, nicht zu klein ist, das Tempo stimmt … und es dann doch als Normalität zu betrachten. Und dann über die Zeit die Vertrautheit, dass ich hier die Vorspeise auch mit den Fingern in den Mund stecken kann, dass andere dann elegant mit Gabel, wobei ich nach wie vor mich konzentrieren muss, um nicht jedesmal auch den Mund aufzumachen. 

Und dann ihre Lebendigkeit, die ansteckt, auch wenn sie gerade mal ihre rechte Hand maximal einen Zentimeter bewegen kann (sonst nichts). 

Es gibt Momente, wo dir 30 Jahre (!) Altersunterschied nicht relevant sind, dann Momente, wo ich mich ihr gegenüber nur alt fühle, dann wieder andere, wo ich denke, ich kann da einen Impuls setzen, Momente, wo ich einfach abschalte, weil es pubertäres Geschwätz ist, Momente, wo ich dieses Sozialsystem einfach nur verfluche, Momente, wo ich das Sozialsystem als einzigarti empfinde … es ist so ein anders Leben, was sie führen muss, und was dann doch so gleich mit dem meinen ist. 

Aber es sind dann die Kleinigkeiten. Sie hat eine Kur genehmigt bekommen. Sie möchte einfach mal aus der Familie raus, drei Woche einfach mal ohne Familie. Kann man verstehen. Und an was scheitert es? Sie kann sich für die Kur keinen Assistennten leisten der sie in der dortigen freien Zeit 'betreut', d.h., ihr die Mahlzeiten gibt, in den freien Zeiten dort dann ihr mal was zu trinken gibt, sie mal aufs Bett legt, sich mit ihr unterhält, wohl mal am Computer was zu machen, also nur Dinge, die eh jeder kann. Alles Dinge, die ich kann, machen würde. Der "Assistent" hätte keinlerei pflergische Aufgaben wie waschen, anziehen usw. Ich vermute mal, dass mein 'Betreuer' bei der Arbeitsagentur sagen würde: "Ok, wenn Sie sich wie vereinbart bewerben und telefonisch erreichbar sind, dann machen Sie das für die drei Wochen" - aber dann würde er auch fragen: "Und was ist, wenn Sie dann ein Vorstellungsgespräche haben?" 

Ich bin moralisch gerade in einem echten Dilemma.

Freitag, 24. Januar 2014

Camille Saint-Saens: Romanze Des-Dur

Total übermüdet höre ich gerade diese geile Romanze von Saint-Saens, die ich vor Jahren auch mal gespielt habe. Und während ich derweil aus dem Fenster schaue, sehe ich plötzlich die Noten wieder vor mir. Total abgefahren! Sehe total konkret das Notenbild, erinnere mich an (fast) jedes Atempausenzeichen, an Hinweisen, an Ausrufezeichen und sonstige Anstreichungen und vor allem diese kleine Notengewusel dieser einen total vertrackten Stelle, durch die ich nur seltenst durchgekommen bin. Und wenn ich da durchgekommen bin, dann hat es mich an der nächsten, einfachen Stelle geschmissen. Und die letzten Noten, die man so ewig aushalten muss, was habe ich mich da abgemüht, weil sie etwas hoch sind aber in mehreren Ansätzen von f nach ppp gehen. 

Ich höre die Romanze echt hin und wieder - aber das gerade eben war echt wie ein Flash.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Frauen!

Es gibt schon so Momente, wo ich denke, dass Frauen irgendwie 'besser' sind als wir Männer. Seit drei Jahren schule ich zwar meinen Bauch und das "Hinfühlen" und was auch immer, ich schärfe meine Aufmerksamkeit und übe auf Kleinigkeiten zu achten etc. pp. - aber ich vermute, ich werde 15-20 Jahre brauchen, um auf das Niveau von so mancher Frau zu kommen. (Die "Konkurrenz" der Männer, der stelle ich mich.) Heute nachträglich zum Geb. von S. ein Moleskin bekommen. Ich bin mir sicher, dass ich ihr gegenüber nie erwähnt habe, dass ich diese Dinger liebe. Aber ich vermute - Quatsch, ich bin mir so gut wie sicher - dass sie bei der gemeinsamen "Ausbildung" gesehen hat, dass mein jetziges bald voll ist. 

Und diese Verschaltung, darauf kann man echt neidisch werden. Moleskin bald voll (und das bemerkt man halt mal so irgendwie) und dann das im Gedächtnis zu behalten um schalten zu können wenn es heißt: der hat Geburtstag, was schenke ich ihm. 

Im Nachhinein (!) kann ich das auch schon recht gut, aber halt im Nachhinein.

So gewonnen wie ...

Die Arbeitsagentur schlägt mir eine Fortbildung vor. 4 Monate. Ich rufe beim Bildungsträger an. Kurs ist voll.

Dienstag, 21. Januar 2014

So kommt's

Bei der Supervision heute klar gemacht, dass sie mir, so wie sie derzeit abläuft, überhaupt nix bringt und ich daher meine Teilnahme einstellen werde. Erst großes Schweigen und dann von der Gruppe die Rückmeldung: Ja, das hätten sie so ähnlich auch schon gedacht.

Jetzt wird das Ganze neu ausgerichtet und ich "darf" also weiterhin dahin dackeln.

Sonntag, 19. Januar 2014

Nachtrag zu gestern


Man ist halt dumm

Was "sozial" ist, meine ich ja zu wissen.
Was "Grammatik" ist, auch.

Was aber - Schande über einen studierten Germanisten - man unter der "sozial-grammatikalischen Struktur" eines Satzes versteht, das kann ich nur mit Arno Schmidt ausdrücken: …??!?

+2

Heute mich noch an zwei Bücher erinnert, die ich gelesen habe, die aber noch nicht in meiner Statistik stehen. 0,06 % näher am Ziel.

Samstag, 18. Januar 2014

ARNO SCHMIDT ZUM 100.!

Wenn es einen deutschen Schriftsteller gibt, der völlig zu unrecht vom Publikum, von der Kritik, von den Medien und nicht zuletzt von der Literaturwissenschaft nicht wahrgenommen wird, dann ist es Arno Schmidt! Das liegt wohl daran, dass er klar sagt was er denkt und wohl an der Faulheit der Leser, sich mal mit einem leicht anderen Schriftbild auseinanderzusetzen. 
Die halbe Nazion iss irre; (& die andre Hälfde nicht ganz bei Groschn!)
Tja, so was überfordert die 'intellektuellen' Deutschen natürlich und von so einem "Nestbeschmutzer" will man halt nix lesen, ihn erst gar nicht wahrnehmen.

Dabei gehört Schmidt zum Innovativsten, was die deutsche Literatur im vergangenen Jahrhundert zustande gebracht hat. Das Aufbrechen der Sprache, sein untergründiger Witz, seine extrem gute Beobachtungsgabe des Alltäglichen - all das zusammen mit seinem überbordendem Wissen machen ihn wahrlich zu einem Großen der deutschen Literaturgeschichte. Man muss nicht gleich mit "Zettels Traum" beginnen, zugegeben, das ist schon komplizierte Kost (und mit knapp 300 Euro auch nicht gerade billig), aber es gibt soviel, was er sonst noch geschrieben hat. "Brands Haide" beispielsweise oder - einer meiner Lieblinge - "Aus dem Leben eines Fauns". Dann seine Hörstücke oder seinen schönen Text über Karl May, dem er, recht elegant, dessen Homosexualität aus dem Text klopft. Klug ist das und elegant, befreiend und erweiternd. 
Eine alte Frau, auf ein Fahrrad gestülpt, unsicherte durch Schulkinder. 
Man kann sagen was man will - aber jeder sieht die Szene doch absolut deutlich vor sich. Da fehlt nix, da ist nix zu viel. Oder hier - es ist der Satz, der mich endgültig hat zum Schmidtianer werden lassen:
Kinder kolumbisieren im Rinnstein.
Also los, ab in die nächste Buchhandlung und sich einen Schmidt gegriffen. Er verändert! Und er ist aktueller, als es manchmal einem lieb ist.
Früher als junge Mensch, hab' ich mir wohl auch eingebildet, die Mienen=  und Gebärden=Sprache sei von Liebenden erfunden worden - so <Nachbarskinder>, von <harten Eltern> vorsichtshalber auf Armlänge auseinander gehalten; (obschon mir dunkel schwante, daß die sich nach & nach nachdenkliche Sachen telegrafiert, gewinkt, hinundhergezeigt haben würden; a=part a=part.) Später dacht' ich, es könnten kluge Diebe gewesen sein, nachts, in behelfsmäßig erleuchteten Juwelierläden; oder auch abhörgerätumstellte Politiker, in den Sieben Bergen, ruhend auf Rasengrund, zur Koalition bereit. Heute weiß ich, daß es zwei ältere Männer an der Kreissäge gewesen sein müssen; nach ungefähr 40 Minuten.

Freitag, 17. Januar 2014

Auf eine Pizza ...

… in Hannover.

Aber nicht wegen der Pizza!

Interessant, interessant

Laut Kreditkartenabrechnung war ich am 22. November in London und acht Tage später in Mumbai. Komisch, kann mich sogar nicht daran erinnern!

Die Bank hat mir aber Aussichten gemacht, die 90 Euro zurück zu bekommen.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Weltidee!

Maultaschen Hawai!

Also Maultaschen abkochen, dann über die Fläche halbieren, Annanasscheibe drauf, Käse drauf, Kirsche drauf, mit gerösteten Zwiebelringen bestreuen, dann überbacken. 

(Wer's ausprobiert - ich wäre schon interessiert, wie das schmeckt!)

Weil es heute nichts zu sagen gibt ...


Dienstag, 14. Januar 2014

Es ist was es ist sagt die Liebe

Er: "Das ist doch von der aus Rom, die verbrannte."
Ich: "Du meinst die Bachmann."
Er: "Ja."
Ich: "Das ist Fried, nicht Bachmann!"
Er: "Google mal."
Ich: "Das ist Fried! Ich kenn doch die Bachmann!"
Er: "Google!"
Beigeb - 40 Sekunden später
Er: "Respekt!"

Nachtrag:

Ein paar gute Minuten später kommt Er wieder, um zu erklären, dass er die Zeile wohl verwechselt haben müsste, denn das was er meinte, war das Gedicht "Erklär mir Liebe". Und das stammt nun wirklich von Ingeborg Bachmann, wie ich ihm zusicherte - und es ihm vorlas. Darauf Er: "Und ihr Mann, wie hieß der doch gleich, die beiden waren doch hier aus Kassel, irgendetwas mit K war das doch." Und da hatte ich quasi eine Zweigsche Sternstunde, da ich ihn aufklären könnte, dass die Bachmann zwar mit Max Frisch liiert war, er aber wohl Christine Brückner und Otto Heinrich Kühnert meine, wobei letztere zwar auch lyrisch unterwegs war, aber nun wahrlich seiner Frau "Erklär mir Liebe" nicht ins Ohr geflüstert hätte.

Es tut gut zu wissen, ihm gegenüber auch mal was zu wissen!

Montag, 13. Januar 2014

Gedankenexperimentswunschlistenversuch

Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin. Aber im Augenblick plane ich im Kopf für eine fiktive (!!!) Radiosendung eine Playlist mit der Musik, die mir nicht nur gefällt, sondern die quasi irgendwie auch einen biographischen Zug hat. (OK, ich glaube, das ist einfach, denn das hat Musik ja eh meist - wo man sie mit wem wann wie zum ersten Mal gehört hat und so.) 120 Minuten dauert die fiktive (!!!) Sendung und für Musik sind 90 Minuten Zeit. Bisher sind nur zwei Titel auf der sich ständig wechselnden Kopfliste, die noch nicht ausgetauscht wurden. "Kozmic Blues" von Janis Joplin und "Syrinx" von Debussy. Die ersten Takte des vierten Satzes von Dvoraks "Symphonie aus der neuen Welt" halten sich auch sehr, sehr hartnäckig. 

Der Rest ist derzeit noch 'Verhandlungssache'. Einige Komponisten stehen natürlich fest - Bach, Messiaen, Händel, Rachmaninoff, Ligeti - aber welche Stücke? Ist echt ein schönes Gedankenexperiment. Vor allem weil ich mir sicher bin, dass es "Lux aeterna" von Ligeti es nicht auf die Liste schaffen würde, weil es eins der seltenen Musikstücke ist, die man nur kapiert / versteht, wenn man es sieht! 

Ich mach' es mir jetzt einfach

Um nicht dauernd mit "Da bewegt sich gar nichts!" auf die Frage zu antworten, was es denn Neues an Jobfront gibt, lasse ich mir jetzt einfach einen Bart wachsen. Und wenn der dann mal weg ist, dann wissen alle: "Aha - es gab ein Vorstellungsgespräch"!

Effizient

Eine Stunde - zwei Sätze.

Je mehr mir eine Stellenausschreibung zusagt, desto schwieriger wird das Formulieren. Aber bei dem Tempo schaffe ich es noch bis Ende Januar.

Sonntag, 12. Januar 2014

Die Macht des Buches

Lese gerade den neuen Hollinghurst - da konnte die Sonne nichts ausrichten. 

Samstag, 11. Januar 2014

Gulasch

Ist eins von wohl drei Gerichten, an denen ich mich immer überfresse!

Einen Schnaps bitte!

Freitag, 10. Januar 2014

*lach*

Gerade mal vor 30 Minuten (!) in der fotocommunity hochgeladen - und über 500 Klicks! Anscheinend beflügelt die Homodebatte!



500 Klicks für ein Bild bekomme ich so nach ca. 2-3 Monaten, wenn überhaupt in der fc. Bei Flickr läuft das Bild dagegen überhaupt nicht, da dümpelt es so um die 70 Klicks.

Nachtrag 23:30 Uhr: Und weg ist es aus der FC. Gelöscht. Keine Mail dazu, nix. Überrascht bin ich deswegen nicht.

"Heten"

Heute gab es ne Mail auf einen meiner Blogeinträge von gestern. Darin auch, im Nebenbei, so eine leise Kritik zur Bezeichnung "Hete" für Heterosexuelle. Wirklich nicht das erste Mal, dass ich da leichte 'Kritik' höre. Aber, wie sollte ich ich sie sonst bezeichnen? "Hete" ist einfach nur die Abkürzung von Heterosexuelle, genauso wie wir "Homos" von Homosexeullen abgekürzt werden. Zugegeben, beides weder großartig kreativ noch besonders schön.

Frag ich mich doch glatt, haben Heten einen eigenen Namen für sich? Ich kann mir schwer vorstellen, dass sie sich "Normalos" oder ähnlich nennen. Aber die "Namenlosen" werden sie sich ja auch nicht nennen. Und sollten sie, dann wird man ein breites Grinsen aus meinem Gesicht nicht mehr wegbekommen, denn John Henry Mackay, den schwulen Lesern eher bekannt als "Sagitta", hat ab 1906 einem schwulem (!) Romanzyklus den Titel "Die namenlose Liebe" gegeben, weil damals noch hart um einen Bezeichnung gerungen wurde. "Urninge" war darauf kurz modern - und ich bin froh, dass da aber wieder verschwunden ist.

Aber wie jetzt? Ich bin ein Homo oder ein Schwuler oder ein Schwanzlutscher oder ein Arschficker oder eine Weichei oder …
Und was sind denn die Heten? Die letzten drei Begriffe ja auch, aber darüberhinaus, so eher was allgemeineres?

Ich bin gespannt!

Gestern

Gestern war ich mir sicher, dass der Winter kommt. Heute bin ich mir sicher, dass der Frühling kommt.

Donnerstag, 9. Januar 2014

c h l s u w

Im epochemachendem (?) Interview von Thomas Hitzelsperger in Die Zeit kann man gleich zu Beginn den Satz von ihm lesen:
Am häufigsten ist aber zurzeit "homosexuell", vor allem mit der genüsslich-denunziatorischen Bewertung "schwul".
Ein O-Ton-Interview hat wirklich so seine Tücken, ohne jede Frage, aber das heißt noch lange nicht, dass man leicht verschwurbelte Sätze, wie sie in der gesprochenen Sprache vorkommen, eben nicht auch glätten kann, der Interviewpartner muss es ja dann auch absegnen. Dass nur mal als Hinweis an Carolin Emcke und Mortiz Müller-Wirth, die das Interview führten und ich mich schon frage, dass das niemand aufgefallen ist.

"Schwul" als ein denunziatorischer Begriff zu bezeichnen ist, und um das geht es mir, eine sehr persönliche Interpretation Hitzelsberger, die ich so gar nicht unterschreiben kann. Eher das Gegenteil.

Ich bezeichne mich nach wie vor lieber als "schwul" als als "homosexuell", was damit zu tun hat, dass "homosexuell" sich rein auf die Sexualität beschränkt. "Schwul" umfasst für mich mehr, denn es beschreibt auch ein Lebenskonzept, dass nicht nur für Toleranz und Verständnis steht, sondern auch für das aufbrechen nach wie vor bestehender konservativer, einengender Lebensformen. "Schwul" bedeutet für mich auch die Auseinandersetzung mit Sexualität und Liebe / Beziehung, bedeutet verantwortliche Selbstentfaltung.
Damit gehöre ich quasi noch zu einem alten Vertreter, der "schwul" weder genüsslich noch denunziatorisch verstanden wissen will und versteht, sondern als ein anzustrebendes Lebenskonzept.

Aber ich bin Germanist genug um zu wissen, dass Begriffe inhaltlich Bedeutungsveränderungen erfahren. In der jetzigen Zeit geht das relativ rasant von statten. Es ist schon etwas her, da meinte der 16-jährige Sohn einer Freundin von mir, "kochen ist schwul". Ich habe das wirklich nicht kapiert und musste nachfragen, wie er dass den meine. Kochen kann zwar schon verführerisch sein, aber das schaffen dann auch die Heten - und das kochen schwul macht, ist mir auch nicht bekannt. Er druckste etwas herum bis er mir erklärte: "Schwul, schwul bedeutet einfach soviel wie langweilig, öde, tröge, altbacken".

Das ist jetzt schon länger her und wenn ich mir ein paar Schwule aus meiner Bekanntschaft so anschaue, dann sind sie genau da wieder angelangt, wo die Schwulenbewegung vor ein paar Jahrzehnten gestartet ist. Am heimischen, gemütlich eingerichteten Küchentisch, mit Einbauküche, Doppelbett, ewiger Treue und Hund im Ein'familien'haus. 

Letzte Bemerkung: Es ist interessant, wie die Auswirkungen der Schwulenbewegung, die ich teilweise unterstützt habe, uns Schwule wieder zurück in den Schoß des Konservatismus treibt. Spätestens mit der Forderung nach der Schwulen-"Ehe" bin ich aus der Bewegung ausgestiegen, denn genau das war die Kehrtwende heim zu 'heimischen Herd', zur geregelten und überwachten 'stabilen' Beziehung, die die erarbeitenden Freiheiten wieder zu Nichte machen. 

Noch ein paar Jahrzehnte, und entweder werden die schwulen wieder in die wertkonservative und vertrocknete Gesellschaft zurückgekehrt sein - oder die Homophobie wird die Oberhand gewinnen und wir müssen wieder in den 'Untergrund'. Keine schöne Aussichten - und im Grunde liegt es an uns Schwulen, dass es möglich ist, ein anderes Lebenskonzept zu leben, ein freieres und dennoch verantwortungsvolles. Aber davor scheuen viele, denn es bedeutete nachdenken und kommunizieren - und das geht vor der x.ten Soap, mit dem Quoten-Homo, eben nur schwer.

Mittagsschlaf

Drei Stunden - und plötzlich scheint der Winter da zu sein. 

Echt zum heulen

Vor drei Monaten ein Gespräch geführt, was mich anschließend hat hemmungslos heulen lassen - ohne ersichtlichen Grund. In der Zwischenzeit habe ich eine ferne Ahnung, was der Grund möglicherweise vielleicht sein könnte. Einer Freundin gerade eben davon kurz geschrieben - und gleich nochmals ne Runde geheult. 

Edel geht die Welt zugrunde

Zwar nicht ganz so in dem Sinne, wie HIER gemeint, aber gestern gab es zum Wurstsalat Champagner. Hatte ich noch nie - aber: Gegen eine Wiederholung hätte ich absolut nichts einzuwenden.

Aus gegebenen Anlaß

Versunken in die Nacht. So wie man manchmal den Kopf senkt, um nachzudenken, so ganz versunken sein in die Nacht. Ringsum schlafen die Menschen. Eine kleine Schauspielerei, eine unschuldige Selbsttäuschung, daß sie in Häusern schlafen, in festen Betten, unter festem Dach, ausgestreckt oder geduckt auf Matratzen, in Tüchern, unter Decken, in Wirklichkeit haben sie sich zusammengefunden wie damals einmal und wie später in wüster Gegend, ein Lager im Freien, eine unübersehbare Zahl Menschen, ein Heer, ein Volk, unter kaltem Himmel auf kalter Erde, hingeworfen wo man früher stand, die Stirn auf den Arm gedrückt, das Gesicht gegen den Boden hin, ruhig atmend. Und du wachst, bist einer der Wächter, findest den nächsten durch Schwenken des brennenden Holzes aus dem Reisighaufen neben dir. Warum wachst du? Einer muß wachen, heißt es. Einer muß da sein.
 Franz Kafka: Nachts

Montag, 6. Januar 2014

Uff

So ein klein wenig habe ich in den letzten Jahren schon etwas über Gesprächsführung gelernt. weiß auch von Rogers und arbeite gerade Seidlitz / Theis durch. Aber als Supervisor sehe ich mich absolut nicht - obgleich die Ausbildung gerne machen würde. Aber heute Abend habe ich die Rolle einfach mal bekommen. Eine entfernte Bekannte rief vorhin an, die gerade ein Gespräch geführt hatte und nun nicht wußte, ob sie es 'richtig' gemacht hat. Die 30 Minuten haben mich richtig gefordert, denn wollte ich sie stützen und entlasten, aber das war nicht so einfach, denn ihr 'Fall' war nicht gerade einfach und dass sie sehr geschickt damit umgegangen ist, könnte ich nun auch nicht behaupten ... dazu ihre etwas spezielle Persönlichkeit.

Sie hat sich, was mich echt freut, für das Gespräch bedankt und gesagt, dass sie sich nun leichter fühlt.

Ich hab' nach dem Auflegen erstmal für eine halbe Minute tief Luft holen müssen.

Trost?

Jeden Tag kann der Mensch einen inwendigen Stoß bekommen und auf einmal geht ihm der Knopf auf.
Werner Schwab: Die Präsidentinnen - 1. Szene

Menno

Ich sollte einfach nicht mehr Fernseh schauen. Sobald irgend ein Ort gezeigt wird, dann will ich da hin. Heute Abend alleine nach Lissabon und irgendwo in die Pampa von Mexiko. War das Mexiko oder Argentienien? Egal, Hauptsache weg. Und dazu gleich noch ein etwas anderes Leben, wäre auch ganz OK. 

Ich hab' mich schon dazu hinreißen lassen, auf Google Earth die Orte zu finden, wo "Stolz und Vourteil" stattfindet - würde ich auch sofort hinfahren, wenn ich sie denn gefunden hätte. 

Es hat was von einer Art Gefangenschaft und ich weiß nicht, wie viele Kilometer ich heute schon allein in der Wohnung zurückgelegt habe ...

Schon arg nervig, wenn man mit so gut wie allem unzufrieden ist und was ändern will aber der 'Dreh' fehlt. 

Na also, geht doch

Endlich mal wieder schwimmen gewesen. Aber mir war einfach so kalt, dass ich irgendwie was tun musste, um den Kreislauf in Schwung zu bekommen. Und Dank U. hab' ich einige freie Eintritte.

Sonntag, 5. Januar 2014

Samstag, 4. Januar 2014

Wunschzettel

Ok, ok - der Eintrag zum Thema Wünschen hat ja schon für etwas Verwirrung gesorgt. Und zu 'Strafe' bzw. als logische Konsequenz haben ein paar Leute beschlossen, mir zu Weihnachten nix zu schenken.  Und den Eintrag mit dem Titel: "Ich will ja nicht undankbar sein" entfällt aus diesen Gründen, denn darin wäre es darum gegangen, dass ich aufgelistet hätte, dass 90 Prozent von den Geschenken, die ich erhalten habe zwar gut gemeint waren (ohne jede Frage!!!), aber dennoch daneben. Zugegeben, so eine kleine Chance will ich mir ja dann doch offen lassen, mal was Passendes geschenkt zu bekommen.

Und da das heute Mittag wieder Thema war, habe ich fix nachgedacht. Meine Bücherwunschliste kann ich hier ja schlecht einstellen, denn dann bekomme ich ggf. 3 mal das gleiche Buch oder so, oder andere fühlen sich vor den Kopf gestoßen, dass ich nur 'Teures' will. 

Also gilt für dieses Jahr: L Y R I K

Lyrik ist das Gebiet, was ich bisher etwas vernachlässigt habe. In den letzten Monaten lese ich aber, wenn ich wo was sehe, es recht gerne, wenn auch noch ohne den ganz richtigen Verstand. Und ich würde einfach davon gerne mehr lesen, wobei ich da schon wieder eins auf Speziell mache. Gedichte der Romantik oder die vom ollen Goethe interessieren mich jetzt echt weniger, wenn, dann welche aus dem 20. Jahrhundert, deutschsprachige.

Die von Ingeborg Bachmann habe ich, einige von Gottfried Benn, alle von Paul Celan. Dann habe ich diese Anthologie aus dem Reclam Verlag und schon einen guten Teil von Oskar Pastior.

Ansonsten herrscht Leere. Also, konkret gesagt, wer mir was schenken will, warum nun auch immer und zu welchem Anlass nun auch immer, der möge sich der Lyrik zuwenden. Entweder ne Anthologie oder eine Sammlung mit Schwerpunkt 20 Jahrhundert (ok, 19. ist auch ok, so genau nehme ich das nicht, aber man verschone mich bitte mit 'Schäfer-Dichtung') oder eben was von einzelnen Lyrikerinnen / Lyrikern, ob noch lebend oder schon tot.

Mir fallen - in Unkenntnis der Werke - folgende Menschen ein (die ich gerade nachgeschaut habe!):


  • Georg Trakel
  • Hugo Ball
  • Franz Fühmann
  • Ernst Goll
  • Max Hermann-Neise
  • Georg Heym
  • Klabund
  • Oskar Loerke
  • Peter Rühmkorf
  • Ernst Toller
  • Kurt Tucholsky (muss nicht, hab ich schon was)

Bei den Zeitgenossen kenne ich mich überhaupt nicht aus, außer Ingrid Mylo (von der ich nix habe). Aber da gibt es sicher auch schon jetzt gute, die nicht erst sterben müssen, bis man sie erkennt.  Die Namen, die ich gerade gefunden habe:


  • Hans Magnus Enzensberger
  • Günter Eich
  • Christoph Meckel
  • Wilhelm Lehmann
  • Rainer Kirsch
  • Durs Grünbein

Wie gesagt, so gut wie keine Ahnung bei dem Thema - daher bin ich offen für alles, was nicht viel älter als 125 Jahre ist. (Und ich lasse jetzt bewußt offen, ob sich das auf Geburts- oder Sterbedatum bezieht oder auf EV.)

Ach so, für die ganz Spitzfindigen: "Das Wasserzeichen der Poesie oder die Kunst und das Vergnügen Gedichte zu lesen. In Huntertvierundsechzig Spielarten vorgestellt von Andreas Thalmayr" von "Die andere Bibliothek" habe ich schon, die Erstausgabe, und die ließe sich nur mit einem signierten Exemplar toppen, aber wer das investieren will, möge sich bitte bei mir melden, denn dann könnte man sich mal über ne Co-Finanzierung für ein paar andere Machwerke unterhalten.

Und, wenn ich schon dabei bin. Ich will Lyrik lesen, nicht hören.

Ach ja, und wenn ich schon beim wünschen bin: Wer so gar keinen Bezug zur Lyrik hat, der kann mich mit Musik beglücken. Bitte nichts aus dem Barock oder so, da bin ich einfach zu speziell und hab' schon ne Menge und hör ja auch nicht alles, aber wo mein Herz einfach nur aufgeht, auch wenn viele es als 'Kitsch' bezeichnen (und daher keine Ahnung von Musik haben *lach*) das sind italienische Cantatori. Also Lucio Battisti (aber von dem hab' ich schon viel) oder Paole Conte (ja, ja, der gehört dazu!, von dem habe ich nur "900" und eine andere), oder Vicinio Caposella (davon hab' ich zwei) … aber da gibt es noch viele, viele, viele, die ich nicht kenne. Da muss man einfach nur mal auf ein paar italienischen Seiten gehen, die Topseller nachschauen … ich kenn da keine Schmerzgrenze, Hauptsache italienisch und etwas Schmalz in der Stimme und Lebensgefühl und nicht immer nur 'amore' (aber das lässt sich kaum vermeiden). Denn mit dieser Musik (laut) in der Badewanne mit einem Glas Weißwein - das ist so ne Art Strandurlaub für mich.

Und wem das nun alles zu anstrengend oder kompliziert oder was auch immer ist, ich freu mich auch über folgende Verbrauchsgüter:


  • Weißwein (trocken und ein einfacher, also kein Muskateller, Gewürztraminer oder so, Riesling muss auch nicht sein, einfach nen italienischen, da macht man nix falsch)
  • (italienische) Teigwaren
  • leere, zu beschreibende Notizbücher
  • echte (!) italienische Kochrezepte von der mama der freundin des kollegen der bekannten
  • große, dicke Kerzen (weiß, ohne Verzierung)
  • Ne Flasche Cremant d' Alsace (hihi, schwer zu bekommen jenseits Süddetuschlands)
  • Und in Baileys könnte ich baden
  • Jede erdenkliche italienische Leckerei

… und mehr fällt mir beim besten Willen einfach nicht ein. Echt nicht.

Und immer wieder ...

… muss ich erkennen … So aus einem Psalm. Ich beziehe das gerade auf 'Literaturverfilmung' Schaue gerade im TV "Anna Karenina". Zufällig in diesem Sommer (mal wieder) gelesen und ich entdecke in dem Film nichts von dem Witz, der Boshaftigkeit, von den Skurrilitäten, die Dostojewskij den Figuren gegeben hat. Das ist alles einfach nur aalglatt, auf Liebesschmerz und Romantik getrimmt. Da kann man nur froh sein, dass Dostojewskij schon tot ist, denn der würde sofort eine Schadensersatzklage einreichen - und ich würde ihn kostenfrei unterstützen wie ich nur kann.

Die einzige Literaturverfilmung die ich akzeptieren kann ist die von Erich Kästners "Fabian" - aber die wird ja nicht mehr gezeigt.

Wann?

H. hat bei FB dieser Tage einen Spruch gepostet, den ich wirklich spannend finde: "Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?" (Sinngemäß, bin gerade zu faul, es nachzuschauen.)

Mir fällt, beschämend wie das ist, gerade echt nix dazu ein, also für 2013. OK, ein paar Kleinigkeiten wie Kochrezepte, aber etwas nur geringeres Größeres … Fehlanzeige bisher.

Mir gefällt der Spruch echt - und H. ist heute zum ersten Mal in seinem Leben in der Oper. 

Wirkt wie ein Ansporn - auch wenn mir gerade echt nix einfallen will, aber ich bin am denken.

Freitag, 3. Januar 2014

Donnerstag, 2. Januar 2014

Für was wohl?

Binde - Bindfaden - nasses Tuch - Kasten - Fingerfarbe - Mehl - …

Der arme S. Aber für Kunst muss man auch mal leiden können!

Morgen II

Heute Morgen recht wirre von M.S. geträumt. Den hab' ich gut 20 Jahre nicht mehr gesehen, aber weder aus dem Kopf noch meinem Herzen entschwindet er. Im Traum war er nach wie vor der agile, hübsche Typ, der mich in vielerlei Hinsicht ganz schön reizte. Sein Gesicht konnte ich nicht 'sehen', da hat mein Hirn wohl einfach zu wenig Leistungen gehabt, es mal 20 Jahre altern zu lassen. Aber der Rest war eindeutig M., alleine schon die Ahnung, was die Hose verbirgt. Wir haben uns über unsere Job's unterhalten, beide an einer Kasse. Ich erwiderte, dass das schon ganz schön Zeitverschwendung gewesen wäre mit der Schule und dem ganzen Studium, um jetzt was zu machen wofür vier Jahre Grundschule ausreichen.

Etwas bitter aufgewacht. 

Morgen I

Seit bald einem halben Jahr denke ich, kurz nach dem Aufwachen, ein Radiowecker wäre ja auch ganz fein. Mit dem Aufstehen ist der Gedanke dann immer weg gewesen. Jetzt hat er es in den Tag geschafft, mal sehen, ob das etwas ändert.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Vorurteil?

Lese gerade "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen. Vor ein paar Monaten versucht, es als Hörbuch zu hören - grandios gescheitert, weil ich nach eine Stunde schon nicht mehr wußte, wer wer sein soll bzw. ist. Und das Gleiche jetzt mit dem Buch. Bei jedem Namen muss ich neu überlegen, wer das jetzt eigentlich ist. Wundert mich etwas. Die 'Russen' gelten ja gemeinhin als schwierig, wegen ihrer vielen Namen. Da hat ja normalerweise jeder drei und noch ein paar Spitznamen. Aber so ein Dostojewskij macht mir weniger Probleme als die Austen jetzt.

Na dann, auf ein neues