L. ist vor ein paar Tagen gestorben, aber erst heute habe ich es erfahren. Hat mich schon traurig gemacht, auch wenn ich sie wirklich nicht gut kannte. Aber sie war so eine alte Frau, die man einfach für so in sein Herz schloß. Und das, weil sie einen auch in das Herz schloß, einfach so. Und weil sie mir gegenüber so neugierig war, mit ihren gut 80 Jahren unbedingt bis ins Detail meinen E-Book-Reader kapieren wollte. Und als sie dann erzählte, sie sei Buchhändlerin gewesen … unsere Übergaben haben seit dem immer etwas länger gedauert.
Und sie hat mir wohl auf die bisher besonderste Art das Du angeboten nämlich mit den Worten: "Da wir ja eh früher oder später in der gleichen Supervisionsgruppe landen, können wir uns ja auch jetzt gleich dutzen." Ich wäre gerne mit ihr in einer Gruppe gewesen - aber es hat nicht sollen sein.
R. hat Krebs. Irgendwo zwischen Nase und Ohr, an einer wichtigen Aterie. Wohl jetzt nur Chemo und Bestrahlung möglich. R. war mal ein richtig guter Freund von mir. 15 Jahre waren wir richtig dicke und dann ist es zerbrochen. Würde man uns zwei fragen warum, gäbe es wohl sehr unterschiedliche Antworten. Ich mache das nach wie vor an seiner damaligen Freundin (jetzigen Frau) fest. Solange er solo war, war ich wichtig (notwendig - was auch immer), dann eben nicht mehr so und war wohl auch zu 'speziell'. Egal. Tut mir weh, davon zu hören. Wie ich darauf reagieren werde, weiß ich noch nicht.
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