Samstag, 6. April 2013

Geplant / Ist

Geplant:
Aufstehen - einkaufen - Kleinigkeit als Mittagessen - Sofa mit Dostojewskij - Nachmittagsschlaf - Sofa mit Dostojewsikij - Kleinigkeit als Abendessen - gemütlicher Fernsehabend

Ist:
Aufstehen - einkaufen - Gulasch kochen für den Abend - Spontanbesuch empfangen - Computernothilfe leisten - Kochen - Gäste

Es geht auch so

Es gibt hier so einen gemeinnützigen Laden. Da kann man alle Sachen hinbringen, die man selber nicht mehr braucht. Und es ist vollkommen egal, was es ist. Bücher, Klamotten, Möbel, Geschirr, Spiele, Schuhe, Rahmen ... Die nehmen es dort einfach unkommentiert an und verkaufen es. Der Erlös, nach Abzüge der Fixkosten, geht dann an gemeinnüztige Organisationen. Und da kommen mehrere Tausend Euro im Jahr zusammen. Ich meine, knapp 6-stellig. 

Mein Mann geht da ja regelmäßig hin und bringt auch immer was mit. Kommen wir auf die Idee, bspw. wir bräuchten einen Espuma, stehen drei am Ende der Woche auf dem Küchentisch, wir können die ausprobieren, einen behalten wir, zwei schmeißen wir weg oder bringen sie wieder zurück. 

Heute war ich mal mit, weil ich dachte, ich könnte vielleicht ein paar Klamotten fürs Shooting finden. Raus gegangen bin ich dann mit einer Hose, einem Overall, einer Männer-Strick-Lang-Unterhose, drei engen Boxerhshorts. An der Kasse dann das, was der genialste Verkaufstrick aller Zeiten ist. Die nette Dame, schaute sich mein Paket an und überwand sich dann, ihren Preis zu nennen. "Ist alles für 2,50 Euro OK? Sonst machen wir auch 2 Euro!" Der Effekt ist einfach klasse. Ich, wie all die anderen, die ich beobachten konnte, lehnten diesen Preis innerlich ab - und zahlten das, was sie meinten, was es ihnen wert ist: mehr.

Nachtrag: Die Dinge waren echt nur für Shootings gedacht, aber diese engen Boxer sind so klasse, dass  ich die eine beim Probieren gleich angelassen habe, obwohl ich ja einer bin, der Boxer für absolut lächerlich halte. Der Overall, orange, und steht mir überraschend gut, wird hoffentlich demnächst seiner Bestimmung zugeführt, ebenso die Hose, die aber noch leiden werden wird. Dieser lange Unterhose wird eh der Hit werden, die ist so lächerlich veraltet, dass sie schon wieder gut ist, irgendein Strick-Gedöhns mit Eingriff.

Freitag, 5. April 2013

Es kütt wie es kütt

Irgendwie war's 'ungerecht' heute mit der Hospitantin. Ich bekam, ok, mit einer Ausnahme, echt die Heftigen ab, sie dagegen die, die man sich wünscht. 

Aber es ist schon was anderes, wenn man danach gleich darüber reden kann und nicht alleine da sitzt. 

Let's talk about

Schon komisch, selten so viel über Sexualität nachgedacht. Mittwoch hatte mich, irgendwann morgens, P. auf die meinige angesprochen mit zwei wirklich intelligenten Fragen. Das führte dazu, dass ich das gestern einfach für mich nochmals aufgeschrieben habe, denn manchmal hilft beim Denken das Schreiben. Und dann bin ich bei M. über einen Blogeintrag gestolpert, der ganz allgemein, aber zum Teil sehr dezidiert über die eigene Sexualität Fragen stellte. Aus Lust auch gleich mal das beantwortet, was dazuführte, dass es Nachfragen gab, die ich mir so konkret auch noch nicht beantwortet. Heute also wieder einen Text dazu geschrieben. 

Eigentlich könnte ich mich mal hinsetzten und aus allen dreien dann einen Text zu machen - aber das würde dann doch zu lang werden schätze ich, und ob meine "vita sexualis" noch für die Nachwelt erhaltenswert  ist, wage ich dann auch mal zu bezweifeln. 

Aber spannend ist es das schon, wenn man, wie im Blog von M. Klartext reden kann und es hat eine eigene Stimmung, wenn die dortigen es auch machen. 

Donnerstag, 4. April 2013

Die andere Seite

Als ich gestern zu P. gefahren bin, fand ich das, als ich dort war, überhaupt keine gute Idee mehr. Viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt, viel zu depressiv, um einen netten Abend haben zu wollen, geschweige denn, dazu etwas dazu beitragen zu können. Doch als wir beim Italiener saßen kippte die Stimmung auf die andere Seite - was ich mich daran erinnert, ich sollte unbedingt mal wieder von Arno Holz Die andere Seite lesen - und meine Stimmung marschierte, ganz Thomas Bernhard mäßig, "in die entgegengesetzte Richtung" (Der Keller). 

Später noch einen Pomerol getrunken, noch später ein paar selbstgemachte Schnäpse und noch später lagen wir nebeneinander auf der Matratze und haben - wie in guten alten Zeiten - die Nacht zerredet. (Schlafentzug soll ja bei Depressionen helfen, das nur mal nebenbei.) Ungewöhnlich offen hat P. Themen angesprochen, die sonst nicht so sein Ding sind. Irgendwann, dass muss aber schon nach vier Uhr gewesen sein, sind wir dann doch eingeschlafen, wie eigentlich immer, auf eine eigene Art und Weise verknotet, die Schlaf eigentlich  unmöglich macht. 

Keine drei Stunden später waren wir wieder auf. 

P. bleibt für mich nach wie vor ungewöhnlich und zusammen sind wir es dann auch irgendwie. 

Kurz: Das hat richtig gut getan.

Mittwoch, 3. April 2013

Für dann

Vor ein paar Tagen: U. winkte mich irgendwann aus der Gruppe raus. In einem anderen Zimmer kramte er rum, zeigte etwas, ob ich es vielleicht wolle. Sie hätten keine Verwendung mehr dafür. 

Kurz geschaut, kurz in die Hand genommen - dass ich das Teil für mein zukünftiges Unterhosen-Museum unbedingt haben musste, stand außer Frage. Kurz genickt. 

Ob ich nicht auch das und das ..

Drei Exponate mit Seltenheitswert - und das eine trag ich mal noch selber.

Montag, 1. April 2013

Unten ohne

Immerhin, heute morgen, an der Heizung, in der Sonne, da konnte ich es schon mal ein paar Minuten ohne aushalten. Hat gut getan.

Gegeneinladung

  1. Hühnersuppe mit Nudeln 
  2. Salat
  3. Schweinebraten aus dem Römertopf, Karotten, Borcolli,  Spätzle (Tüte)
  4. Bratapfeln mit Vanillesoße (Tüte)
Gastgeber: L. + U.
Gäste: 7
Kochaufwand geschätzt: recht hoch, mehr als 2 Stunden.

Sonntag, 31. März 2013

Puh!

Das letzte war jetzt richtig heftig. Froh, dass ich dann auch gleich gehen konnte. Ein anderes hätte ich zwar eh nicht angenommen, aber ich musste echt raus, kalte Luft, Wind. Mal sehen, wie lange mir das noch nachhängen wird.

Samstag, 30. März 2013

Weniger ist mehr

Mehr oder weniger.

Ist mir gerade so


Von Dostojewskij lernen

Gestern noch den ersten Teil zu Ende gelesen. Zum Schluss eine große Szene, aus der so gut wie alle Beteiligten beschädigt herausgehen. Der Fürst steht mal wieder als Idiot da, die Pläne von Iwan Fjodorowitsch Jepantischin und Afanassij Iwanowitsch Tozkij sind genauso dahin wie der von Gawrila Ardalinowitsch (sic!), ganz zu Schweigen von Nastassja Filippowna Baraschkowa*, die sich wohl vollkommen ins Aus gesetzt hat. 

Die ganze Szene entbehrt nicht einer gewissen Skurrilität oder auch Surrilität, doch Dostojewskij lässt abschließend das Ganze in einer Art und Weise kommentieren, die ich mir unbedingt merken muss. Es heißt da lapidar: "[Das] hat Kolorit."

* Ach, diese Namen. Hält ja viele von der Lektüre der Russen ab, da die Namen ja in einigen Variationen vorkommen können. Gawrila wird bspw. auch Ganja, Ganjka oder Ganjetschka genannt. Aber mal ganz ehrlich. Wenn man konzentriert liest ist gar kein Problem und für den Notfall gibt es in fast allen Ausgaben ein Namensregister. 

Freitag, 29. März 2013

Im "Wannenbad"

Gestern unbedacht in einer Mail geschrieben, ich würde mich nun "mit Dostojewskij in die Badewanne" verziehen. Seitdem werde ich dauernd gefragt, wie es denn "mit Dostojewskij" im "Wannenbad" gewesen wäre.* Klar, da will mich jemand bewußt mißverstehen, schließlich ist Dostojewskij ja schon lange tot und gemeint war auch nur der "Idiot" von ihm. 

Aber Dostojewskij kann man, wie ich finde, eh nur in der Badewanne oder in der Sauna lesen. Einem selber muss jedenfalls warm sein und draußen kalt - passt ja gerade hervorragend. Und das nicht, weil die Romane in Rußland spielen, wo es ja angeblich immer kalt ist (was ja gar nicht stimmt). Ich hab die "Brüder Karamasov" mal  im Sommer gelesen - irgendwie ging das gar nicht. 

Was mich gerade am "Idiot" so völlig fasziniert, ist, dass ich dauernd glaube, mit im Raum zu stehen. Es gibt ja schon einige Bücher, bei denen ich sofort Bilder habe. Es gibt aber auch Bücher, da passiert gar nichts. "Wellen" von von Keyserling beispielsweise. Wenn morgen ein Produzent kommt und sagt: "Herr X., hätten sie nicht Lust, Regie bei 'Wellen' zu führen?" würde ich spontan zusagen. Denn beim Lesen hatte ich alles im Kopf, jede Kamerafahrt, die verschiedenen Schnitte, selbst die Musik war im Kopf. Beim "Idiot" ist das dagegen anders. Es gab gerade eine Szene, da wurde es im Salon etwas eng, und ich meinte wirklich zu spüren, wie es mir körperlich unangenehm wurde, so nahe beim Fürst oder bei Warwa stehen zu müssen. Der nimmt mich jedenfalls komplett mit in die Szene. Mann, den Thomas meine ich, hat das nie geschafft, da ist immer eine Distanz, da ist man als heimlicher Zuschauer dabei, nie mit in der Szene. 

* Ich hab heute sogar noch nach Bildern von ihm gesucht, wollte wissen, wie er in jungen Jahren aussah. Leider nix gefunden. Ist ja nicht so, dass ich nicht auch mal den ein oder die andere in die Wanne zu mir einlade.

Geht auch ohne Orchester ganz gut

Bin ja kurz davor, meinen Taktstock aus Jugendtagen zu suchen, um die 1. Symphonie von Prokofiev 'trocken' zu dirigieren.

Donnerstag, 28. März 2013

Zeitreise: minus drei Monate und vier Tage

Beim Einkaufen heue haben die meisten am Ende gesagt: "Schöne Feiertage", nur die wenigsten: "Schöne Ostern". Wenn ich aus dem Fenster blicke, dann weiß ich auch warum: "Leise rieselt der Schnee ..."

Dann halt direkt

Schade, P. kann mir "Helianth" von Schaeffer nicht besorgen. P. bekommt Prozente und bei 84 Euro, was die drei Bände kosten, wären die Ersparnisse ein weiteres Taschenbuch gewesen. So schreibe ich dann halt Hr. Weidle morgen direkt an.

Dass P. dagegen den Irving bekommen hat, wundert natürlich nicht. Die Einsparnisse sind da aber gering - hat aber den Vorteil, dass ich dieser Tage bei ihr vorbeigehe, um mir das Buch abzuholen, dann führte es eben zu einen 'sozialen Event'. 

Da ich immer panisch bin, nichts zum lesen zu haben - im Regal stehen ja nur ein paar hundert gelesene (!) Bücher - , habe ich mir sicherheitshalber gestern den "Idiot" von Dostojewskij in der neuen Übersetzung von Geier bestellt und heute morgen abgeholt. (Hab' ich zwar schon gelesen, aber eben nicht in der neuen Übersetzung.) Knapp 900 Seiten, werden über Ostern reichen.

Ich liebe Excel

Gerade mal aus Lust und Laune meine Playlist vom Ipod nach Excel kopiert und schnell ausrechnen lassen, wie lange ich seit Ende August letzten Jahres Musik gehört habe. Excel kommt auf 32.747 Minuten und 34 Sekunden. Das wären also 545 Stunden oder 22 Tage am Stück. Kommt das hin bei 8.669 gehörten Titeln? Und da sind noch nicht einmal die Hörbücher dabei. 

Top Ten

  1. Qual nave smarrita - Händel: Radamisto
  2. Grapefruit Moon - Tom Waits: Asylum Years
  3. Var. 20 - Bach: Goldberg Variationen
  4. Voglio strage, e sangue voglio - Graun: Cleopatra & Cesare
  5. Cinéma - Les Yeux D' La Tête: Danser sur les toits
  6. Le dormeur du rail - Les Yeux D' La Tête: Danser sur les toits
  7. Nulla già di speranza - Händel: Radamisto
  8. Il gigante e il mago - Vinicio Capossela: Da solo
  9. In clandestinità - Vinicio Capossela: Da solo
  10. Sante nicola - Vinicio Capossela: Da solo
Vormonat

Mittwoch, 27. März 2013

Breaking News!

Mutter, 79 (!), beginnt zu mailen!

Will nicht so

Zur Zeit habe ich einfach nur Pech mit meiner Lektüre. Nichts gefällt. Gerade "Muttersohn" von Walser abgebrochen, komme da einfach nicht zurecht mit den ganzen Spinnereien und frage mich, was das überhaupt soll. "Abschaffel" von Genazino fand ich irgendwann einfach zu lang und zu substanzlos. Letzeres erst recht für "Er ist wieder da" von Vermes. Nette Idee, aber einfach zu weit ausgewalkt. Davor, immerhin, das war klasse, "Schweinkram" von Bennett. Zwei skurrile Geschichten. "Liebesdienst" von Jacobson ebenfalls extrem dünn. Ein Mann sucht für seine Ehefrau aus Liebe einen Liebhaber - nun ja, das hätte ja was werden können. Konjunktiv!. Völlig enttäuscht von "Landgericht" von der Krechel. Liegt es daran, dass ich darüber schon so viel gelesen habe? Die ersten 100 Seiten waren wirklich gut - und dann gibt es einen Bruch und alles plätschert so vor sich hin. Warum dafür den Buchpreis. Unverständlich. "Shakespeares Hühner" von Rothmann. Der geht ja immer, selbst seine Erzählungen - und mit Erzählungen kann ich nicht so. Dann gab es noch "Mimis Badereise", nett, aber nicht tief. An "Nach fünf Jahren" von Schlüter kann ich mich schon gar nicht mehr erinneren und "Weiskerns Nachlass" von Hein ist nun auch nicht gerade der Brüller. 

Bisher also nur neun Bücher, davon nur eins, was ich empfehlen könnte. Komisch, komisch.

Bis "Helianth" von Schaeffer kommt und der neue Irving versuche ich mich mit Dostojewskij über Wasser zu halten. Denke, es wird "Ein grüner Junge" (früher: "Der Jüngling") werden in der neuen Übersetzung von Geier. Und dann kann ich nur hoffen, dass mir endlich was Gescheites in die Finger fällt.