Samstag, 25. Januar 2014

R.-A.

Rolli-A. nach langer Zeit mal wieder zum Abendessen hier. Sie isst ja recht wenig, bringt ja wohl auch gerade knapp 30 kg auf die Waage. Heute dann ganz spontan beim Kochen die 'Rezepturen' umgestellt, weil ich dachte, wenn sie schon so wenig isst, dann soll in jedem kleinen Bissen so viel wie möglich drin sein, dass ein Gabel Reis eben mehr ist, als eine Gabel Reis. Also alles gepimpt, alles so klein wie möglich geschnitten, echt Gedanken über Kombinationen gemacht, dass es abwechslungsreich ist. Und da es ja dauert, bis man sie Häppchen nach Häppchen satt hat und ich kaltes Essen hasse, bekam sie ihren Teller auf einem Stöfchen. 

Und mal wieder die vertraute Unsicherheit, jemanden das Essen zu geben, zu schauen, dass die Portion auf der Gabel nicht zu groß, nicht zu klein ist, das Tempo stimmt … und es dann doch als Normalität zu betrachten. Und dann über die Zeit die Vertrautheit, dass ich hier die Vorspeise auch mit den Fingern in den Mund stecken kann, dass andere dann elegant mit Gabel, wobei ich nach wie vor mich konzentrieren muss, um nicht jedesmal auch den Mund aufzumachen. 

Und dann ihre Lebendigkeit, die ansteckt, auch wenn sie gerade mal ihre rechte Hand maximal einen Zentimeter bewegen kann (sonst nichts). 

Es gibt Momente, wo dir 30 Jahre (!) Altersunterschied nicht relevant sind, dann Momente, wo ich mich ihr gegenüber nur alt fühle, dann wieder andere, wo ich denke, ich kann da einen Impuls setzen, Momente, wo ich einfach abschalte, weil es pubertäres Geschwätz ist, Momente, wo ich dieses Sozialsystem einfach nur verfluche, Momente, wo ich das Sozialsystem als einzigarti empfinde … es ist so ein anders Leben, was sie führen muss, und was dann doch so gleich mit dem meinen ist. 

Aber es sind dann die Kleinigkeiten. Sie hat eine Kur genehmigt bekommen. Sie möchte einfach mal aus der Familie raus, drei Woche einfach mal ohne Familie. Kann man verstehen. Und an was scheitert es? Sie kann sich für die Kur keinen Assistennten leisten der sie in der dortigen freien Zeit 'betreut', d.h., ihr die Mahlzeiten gibt, in den freien Zeiten dort dann ihr mal was zu trinken gibt, sie mal aufs Bett legt, sich mit ihr unterhält, wohl mal am Computer was zu machen, also nur Dinge, die eh jeder kann. Alles Dinge, die ich kann, machen würde. Der "Assistent" hätte keinlerei pflergische Aufgaben wie waschen, anziehen usw. Ich vermute mal, dass mein 'Betreuer' bei der Arbeitsagentur sagen würde: "Ok, wenn Sie sich wie vereinbart bewerben und telefonisch erreichbar sind, dann machen Sie das für die drei Wochen" - aber dann würde er auch fragen: "Und was ist, wenn Sie dann ein Vorstellungsgespräche haben?" 

Ich bin moralisch gerade in einem echten Dilemma.

Freitag, 24. Januar 2014

Camille Saint-Saens: Romanze Des-Dur

Total übermüdet höre ich gerade diese geile Romanze von Saint-Saens, die ich vor Jahren auch mal gespielt habe. Und während ich derweil aus dem Fenster schaue, sehe ich plötzlich die Noten wieder vor mir. Total abgefahren! Sehe total konkret das Notenbild, erinnere mich an (fast) jedes Atempausenzeichen, an Hinweisen, an Ausrufezeichen und sonstige Anstreichungen und vor allem diese kleine Notengewusel dieser einen total vertrackten Stelle, durch die ich nur seltenst durchgekommen bin. Und wenn ich da durchgekommen bin, dann hat es mich an der nächsten, einfachen Stelle geschmissen. Und die letzten Noten, die man so ewig aushalten muss, was habe ich mich da abgemüht, weil sie etwas hoch sind aber in mehreren Ansätzen von f nach ppp gehen. 

Ich höre die Romanze echt hin und wieder - aber das gerade eben war echt wie ein Flash.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Frauen!

Es gibt schon so Momente, wo ich denke, dass Frauen irgendwie 'besser' sind als wir Männer. Seit drei Jahren schule ich zwar meinen Bauch und das "Hinfühlen" und was auch immer, ich schärfe meine Aufmerksamkeit und übe auf Kleinigkeiten zu achten etc. pp. - aber ich vermute, ich werde 15-20 Jahre brauchen, um auf das Niveau von so mancher Frau zu kommen. (Die "Konkurrenz" der Männer, der stelle ich mich.) Heute nachträglich zum Geb. von S. ein Moleskin bekommen. Ich bin mir sicher, dass ich ihr gegenüber nie erwähnt habe, dass ich diese Dinger liebe. Aber ich vermute - Quatsch, ich bin mir so gut wie sicher - dass sie bei der gemeinsamen "Ausbildung" gesehen hat, dass mein jetziges bald voll ist. 

Und diese Verschaltung, darauf kann man echt neidisch werden. Moleskin bald voll (und das bemerkt man halt mal so irgendwie) und dann das im Gedächtnis zu behalten um schalten zu können wenn es heißt: der hat Geburtstag, was schenke ich ihm. 

Im Nachhinein (!) kann ich das auch schon recht gut, aber halt im Nachhinein.

So gewonnen wie ...

Die Arbeitsagentur schlägt mir eine Fortbildung vor. 4 Monate. Ich rufe beim Bildungsträger an. Kurs ist voll.

Dienstag, 21. Januar 2014

So kommt's

Bei der Supervision heute klar gemacht, dass sie mir, so wie sie derzeit abläuft, überhaupt nix bringt und ich daher meine Teilnahme einstellen werde. Erst großes Schweigen und dann von der Gruppe die Rückmeldung: Ja, das hätten sie so ähnlich auch schon gedacht.

Jetzt wird das Ganze neu ausgerichtet und ich "darf" also weiterhin dahin dackeln.

Sonntag, 19. Januar 2014

Nachtrag zu gestern


Man ist halt dumm

Was "sozial" ist, meine ich ja zu wissen.
Was "Grammatik" ist, auch.

Was aber - Schande über einen studierten Germanisten - man unter der "sozial-grammatikalischen Struktur" eines Satzes versteht, das kann ich nur mit Arno Schmidt ausdrücken: …??!?

+2

Heute mich noch an zwei Bücher erinnert, die ich gelesen habe, die aber noch nicht in meiner Statistik stehen. 0,06 % näher am Ziel.

Samstag, 18. Januar 2014

ARNO SCHMIDT ZUM 100.!

Wenn es einen deutschen Schriftsteller gibt, der völlig zu unrecht vom Publikum, von der Kritik, von den Medien und nicht zuletzt von der Literaturwissenschaft nicht wahrgenommen wird, dann ist es Arno Schmidt! Das liegt wohl daran, dass er klar sagt was er denkt und wohl an der Faulheit der Leser, sich mal mit einem leicht anderen Schriftbild auseinanderzusetzen. 
Die halbe Nazion iss irre; (& die andre Hälfde nicht ganz bei Groschn!)
Tja, so was überfordert die 'intellektuellen' Deutschen natürlich und von so einem "Nestbeschmutzer" will man halt nix lesen, ihn erst gar nicht wahrnehmen.

Dabei gehört Schmidt zum Innovativsten, was die deutsche Literatur im vergangenen Jahrhundert zustande gebracht hat. Das Aufbrechen der Sprache, sein untergründiger Witz, seine extrem gute Beobachtungsgabe des Alltäglichen - all das zusammen mit seinem überbordendem Wissen machen ihn wahrlich zu einem Großen der deutschen Literaturgeschichte. Man muss nicht gleich mit "Zettels Traum" beginnen, zugegeben, das ist schon komplizierte Kost (und mit knapp 300 Euro auch nicht gerade billig), aber es gibt soviel, was er sonst noch geschrieben hat. "Brands Haide" beispielsweise oder - einer meiner Lieblinge - "Aus dem Leben eines Fauns". Dann seine Hörstücke oder seinen schönen Text über Karl May, dem er, recht elegant, dessen Homosexualität aus dem Text klopft. Klug ist das und elegant, befreiend und erweiternd. 
Eine alte Frau, auf ein Fahrrad gestülpt, unsicherte durch Schulkinder. 
Man kann sagen was man will - aber jeder sieht die Szene doch absolut deutlich vor sich. Da fehlt nix, da ist nix zu viel. Oder hier - es ist der Satz, der mich endgültig hat zum Schmidtianer werden lassen:
Kinder kolumbisieren im Rinnstein.
Also los, ab in die nächste Buchhandlung und sich einen Schmidt gegriffen. Er verändert! Und er ist aktueller, als es manchmal einem lieb ist.
Früher als junge Mensch, hab' ich mir wohl auch eingebildet, die Mienen=  und Gebärden=Sprache sei von Liebenden erfunden worden - so <Nachbarskinder>, von <harten Eltern> vorsichtshalber auf Armlänge auseinander gehalten; (obschon mir dunkel schwante, daß die sich nach & nach nachdenkliche Sachen telegrafiert, gewinkt, hinundhergezeigt haben würden; a=part a=part.) Später dacht' ich, es könnten kluge Diebe gewesen sein, nachts, in behelfsmäßig erleuchteten Juwelierläden; oder auch abhörgerätumstellte Politiker, in den Sieben Bergen, ruhend auf Rasengrund, zur Koalition bereit. Heute weiß ich, daß es zwei ältere Männer an der Kreissäge gewesen sein müssen; nach ungefähr 40 Minuten.

Freitag, 17. Januar 2014

Auf eine Pizza ...

… in Hannover.

Aber nicht wegen der Pizza!

Interessant, interessant

Laut Kreditkartenabrechnung war ich am 22. November in London und acht Tage später in Mumbai. Komisch, kann mich sogar nicht daran erinnern!

Die Bank hat mir aber Aussichten gemacht, die 90 Euro zurück zu bekommen.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Weltidee!

Maultaschen Hawai!

Also Maultaschen abkochen, dann über die Fläche halbieren, Annanasscheibe drauf, Käse drauf, Kirsche drauf, mit gerösteten Zwiebelringen bestreuen, dann überbacken. 

(Wer's ausprobiert - ich wäre schon interessiert, wie das schmeckt!)

Weil es heute nichts zu sagen gibt ...


Dienstag, 14. Januar 2014

Es ist was es ist sagt die Liebe

Er: "Das ist doch von der aus Rom, die verbrannte."
Ich: "Du meinst die Bachmann."
Er: "Ja."
Ich: "Das ist Fried, nicht Bachmann!"
Er: "Google mal."
Ich: "Das ist Fried! Ich kenn doch die Bachmann!"
Er: "Google!"
Beigeb - 40 Sekunden später
Er: "Respekt!"

Nachtrag:

Ein paar gute Minuten später kommt Er wieder, um zu erklären, dass er die Zeile wohl verwechselt haben müsste, denn das was er meinte, war das Gedicht "Erklär mir Liebe". Und das stammt nun wirklich von Ingeborg Bachmann, wie ich ihm zusicherte - und es ihm vorlas. Darauf Er: "Und ihr Mann, wie hieß der doch gleich, die beiden waren doch hier aus Kassel, irgendetwas mit K war das doch." Und da hatte ich quasi eine Zweigsche Sternstunde, da ich ihn aufklären könnte, dass die Bachmann zwar mit Max Frisch liiert war, er aber wohl Christine Brückner und Otto Heinrich Kühnert meine, wobei letztere zwar auch lyrisch unterwegs war, aber nun wahrlich seiner Frau "Erklär mir Liebe" nicht ins Ohr geflüstert hätte.

Es tut gut zu wissen, ihm gegenüber auch mal was zu wissen!

Montag, 13. Januar 2014

Gedankenexperimentswunschlistenversuch

Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin. Aber im Augenblick plane ich im Kopf für eine fiktive (!!!) Radiosendung eine Playlist mit der Musik, die mir nicht nur gefällt, sondern die quasi irgendwie auch einen biographischen Zug hat. (OK, ich glaube, das ist einfach, denn das hat Musik ja eh meist - wo man sie mit wem wann wie zum ersten Mal gehört hat und so.) 120 Minuten dauert die fiktive (!!!) Sendung und für Musik sind 90 Minuten Zeit. Bisher sind nur zwei Titel auf der sich ständig wechselnden Kopfliste, die noch nicht ausgetauscht wurden. "Kozmic Blues" von Janis Joplin und "Syrinx" von Debussy. Die ersten Takte des vierten Satzes von Dvoraks "Symphonie aus der neuen Welt" halten sich auch sehr, sehr hartnäckig. 

Der Rest ist derzeit noch 'Verhandlungssache'. Einige Komponisten stehen natürlich fest - Bach, Messiaen, Händel, Rachmaninoff, Ligeti - aber welche Stücke? Ist echt ein schönes Gedankenexperiment. Vor allem weil ich mir sicher bin, dass es "Lux aeterna" von Ligeti es nicht auf die Liste schaffen würde, weil es eins der seltenen Musikstücke ist, die man nur kapiert / versteht, wenn man es sieht! 

Ich mach' es mir jetzt einfach

Um nicht dauernd mit "Da bewegt sich gar nichts!" auf die Frage zu antworten, was es denn Neues an Jobfront gibt, lasse ich mir jetzt einfach einen Bart wachsen. Und wenn der dann mal weg ist, dann wissen alle: "Aha - es gab ein Vorstellungsgespräch"!

Effizient

Eine Stunde - zwei Sätze.

Je mehr mir eine Stellenausschreibung zusagt, desto schwieriger wird das Formulieren. Aber bei dem Tempo schaffe ich es noch bis Ende Januar.

Sonntag, 12. Januar 2014

Die Macht des Buches

Lese gerade den neuen Hollinghurst - da konnte die Sonne nichts ausrichten. 

Samstag, 11. Januar 2014

Gulasch

Ist eins von wohl drei Gerichten, an denen ich mich immer überfresse!

Einen Schnaps bitte!

Freitag, 10. Januar 2014

*lach*

Gerade mal vor 30 Minuten (!) in der fotocommunity hochgeladen - und über 500 Klicks! Anscheinend beflügelt die Homodebatte!



500 Klicks für ein Bild bekomme ich so nach ca. 2-3 Monaten, wenn überhaupt in der fc. Bei Flickr läuft das Bild dagegen überhaupt nicht, da dümpelt es so um die 70 Klicks.

Nachtrag 23:30 Uhr: Und weg ist es aus der FC. Gelöscht. Keine Mail dazu, nix. Überrascht bin ich deswegen nicht.

"Heten"

Heute gab es ne Mail auf einen meiner Blogeinträge von gestern. Darin auch, im Nebenbei, so eine leise Kritik zur Bezeichnung "Hete" für Heterosexuelle. Wirklich nicht das erste Mal, dass ich da leichte 'Kritik' höre. Aber, wie sollte ich ich sie sonst bezeichnen? "Hete" ist einfach nur die Abkürzung von Heterosexuelle, genauso wie wir "Homos" von Homosexeullen abgekürzt werden. Zugegeben, beides weder großartig kreativ noch besonders schön.

Frag ich mich doch glatt, haben Heten einen eigenen Namen für sich? Ich kann mir schwer vorstellen, dass sie sich "Normalos" oder ähnlich nennen. Aber die "Namenlosen" werden sie sich ja auch nicht nennen. Und sollten sie, dann wird man ein breites Grinsen aus meinem Gesicht nicht mehr wegbekommen, denn John Henry Mackay, den schwulen Lesern eher bekannt als "Sagitta", hat ab 1906 einem schwulem (!) Romanzyklus den Titel "Die namenlose Liebe" gegeben, weil damals noch hart um einen Bezeichnung gerungen wurde. "Urninge" war darauf kurz modern - und ich bin froh, dass da aber wieder verschwunden ist.

Aber wie jetzt? Ich bin ein Homo oder ein Schwuler oder ein Schwanzlutscher oder ein Arschficker oder eine Weichei oder …
Und was sind denn die Heten? Die letzten drei Begriffe ja auch, aber darüberhinaus, so eher was allgemeineres?

Ich bin gespannt!

Gestern

Gestern war ich mir sicher, dass der Winter kommt. Heute bin ich mir sicher, dass der Frühling kommt.

Donnerstag, 9. Januar 2014

c h l s u w

Im epochemachendem (?) Interview von Thomas Hitzelsperger in Die Zeit kann man gleich zu Beginn den Satz von ihm lesen:
Am häufigsten ist aber zurzeit "homosexuell", vor allem mit der genüsslich-denunziatorischen Bewertung "schwul".
Ein O-Ton-Interview hat wirklich so seine Tücken, ohne jede Frage, aber das heißt noch lange nicht, dass man leicht verschwurbelte Sätze, wie sie in der gesprochenen Sprache vorkommen, eben nicht auch glätten kann, der Interviewpartner muss es ja dann auch absegnen. Dass nur mal als Hinweis an Carolin Emcke und Mortiz Müller-Wirth, die das Interview führten und ich mich schon frage, dass das niemand aufgefallen ist.

"Schwul" als ein denunziatorischer Begriff zu bezeichnen ist, und um das geht es mir, eine sehr persönliche Interpretation Hitzelsberger, die ich so gar nicht unterschreiben kann. Eher das Gegenteil.

Ich bezeichne mich nach wie vor lieber als "schwul" als als "homosexuell", was damit zu tun hat, dass "homosexuell" sich rein auf die Sexualität beschränkt. "Schwul" umfasst für mich mehr, denn es beschreibt auch ein Lebenskonzept, dass nicht nur für Toleranz und Verständnis steht, sondern auch für das aufbrechen nach wie vor bestehender konservativer, einengender Lebensformen. "Schwul" bedeutet für mich auch die Auseinandersetzung mit Sexualität und Liebe / Beziehung, bedeutet verantwortliche Selbstentfaltung.
Damit gehöre ich quasi noch zu einem alten Vertreter, der "schwul" weder genüsslich noch denunziatorisch verstanden wissen will und versteht, sondern als ein anzustrebendes Lebenskonzept.

Aber ich bin Germanist genug um zu wissen, dass Begriffe inhaltlich Bedeutungsveränderungen erfahren. In der jetzigen Zeit geht das relativ rasant von statten. Es ist schon etwas her, da meinte der 16-jährige Sohn einer Freundin von mir, "kochen ist schwul". Ich habe das wirklich nicht kapiert und musste nachfragen, wie er dass den meine. Kochen kann zwar schon verführerisch sein, aber das schaffen dann auch die Heten - und das kochen schwul macht, ist mir auch nicht bekannt. Er druckste etwas herum bis er mir erklärte: "Schwul, schwul bedeutet einfach soviel wie langweilig, öde, tröge, altbacken".

Das ist jetzt schon länger her und wenn ich mir ein paar Schwule aus meiner Bekanntschaft so anschaue, dann sind sie genau da wieder angelangt, wo die Schwulenbewegung vor ein paar Jahrzehnten gestartet ist. Am heimischen, gemütlich eingerichteten Küchentisch, mit Einbauküche, Doppelbett, ewiger Treue und Hund im Ein'familien'haus. 

Letzte Bemerkung: Es ist interessant, wie die Auswirkungen der Schwulenbewegung, die ich teilweise unterstützt habe, uns Schwule wieder zurück in den Schoß des Konservatismus treibt. Spätestens mit der Forderung nach der Schwulen-"Ehe" bin ich aus der Bewegung ausgestiegen, denn genau das war die Kehrtwende heim zu 'heimischen Herd', zur geregelten und überwachten 'stabilen' Beziehung, die die erarbeitenden Freiheiten wieder zu Nichte machen. 

Noch ein paar Jahrzehnte, und entweder werden die schwulen wieder in die wertkonservative und vertrocknete Gesellschaft zurückgekehrt sein - oder die Homophobie wird die Oberhand gewinnen und wir müssen wieder in den 'Untergrund'. Keine schöne Aussichten - und im Grunde liegt es an uns Schwulen, dass es möglich ist, ein anderes Lebenskonzept zu leben, ein freieres und dennoch verantwortungsvolles. Aber davor scheuen viele, denn es bedeutete nachdenken und kommunizieren - und das geht vor der x.ten Soap, mit dem Quoten-Homo, eben nur schwer.

Mittagsschlaf

Drei Stunden - und plötzlich scheint der Winter da zu sein. 

Echt zum heulen

Vor drei Monaten ein Gespräch geführt, was mich anschließend hat hemmungslos heulen lassen - ohne ersichtlichen Grund. In der Zwischenzeit habe ich eine ferne Ahnung, was der Grund möglicherweise vielleicht sein könnte. Einer Freundin gerade eben davon kurz geschrieben - und gleich nochmals ne Runde geheult. 

Edel geht die Welt zugrunde

Zwar nicht ganz so in dem Sinne, wie HIER gemeint, aber gestern gab es zum Wurstsalat Champagner. Hatte ich noch nie - aber: Gegen eine Wiederholung hätte ich absolut nichts einzuwenden.

Aus gegebenen Anlaß

Versunken in die Nacht. So wie man manchmal den Kopf senkt, um nachzudenken, so ganz versunken sein in die Nacht. Ringsum schlafen die Menschen. Eine kleine Schauspielerei, eine unschuldige Selbsttäuschung, daß sie in Häusern schlafen, in festen Betten, unter festem Dach, ausgestreckt oder geduckt auf Matratzen, in Tüchern, unter Decken, in Wirklichkeit haben sie sich zusammengefunden wie damals einmal und wie später in wüster Gegend, ein Lager im Freien, eine unübersehbare Zahl Menschen, ein Heer, ein Volk, unter kaltem Himmel auf kalter Erde, hingeworfen wo man früher stand, die Stirn auf den Arm gedrückt, das Gesicht gegen den Boden hin, ruhig atmend. Und du wachst, bist einer der Wächter, findest den nächsten durch Schwenken des brennenden Holzes aus dem Reisighaufen neben dir. Warum wachst du? Einer muß wachen, heißt es. Einer muß da sein.
 Franz Kafka: Nachts

Montag, 6. Januar 2014

Uff

So ein klein wenig habe ich in den letzten Jahren schon etwas über Gesprächsführung gelernt. weiß auch von Rogers und arbeite gerade Seidlitz / Theis durch. Aber als Supervisor sehe ich mich absolut nicht - obgleich die Ausbildung gerne machen würde. Aber heute Abend habe ich die Rolle einfach mal bekommen. Eine entfernte Bekannte rief vorhin an, die gerade ein Gespräch geführt hatte und nun nicht wußte, ob sie es 'richtig' gemacht hat. Die 30 Minuten haben mich richtig gefordert, denn wollte ich sie stützen und entlasten, aber das war nicht so einfach, denn ihr 'Fall' war nicht gerade einfach und dass sie sehr geschickt damit umgegangen ist, könnte ich nun auch nicht behaupten ... dazu ihre etwas spezielle Persönlichkeit.

Sie hat sich, was mich echt freut, für das Gespräch bedankt und gesagt, dass sie sich nun leichter fühlt.

Ich hab' nach dem Auflegen erstmal für eine halbe Minute tief Luft holen müssen.

Trost?

Jeden Tag kann der Mensch einen inwendigen Stoß bekommen und auf einmal geht ihm der Knopf auf.
Werner Schwab: Die Präsidentinnen - 1. Szene

Menno

Ich sollte einfach nicht mehr Fernseh schauen. Sobald irgend ein Ort gezeigt wird, dann will ich da hin. Heute Abend alleine nach Lissabon und irgendwo in die Pampa von Mexiko. War das Mexiko oder Argentienien? Egal, Hauptsache weg. Und dazu gleich noch ein etwas anderes Leben, wäre auch ganz OK. 

Ich hab' mich schon dazu hinreißen lassen, auf Google Earth die Orte zu finden, wo "Stolz und Vourteil" stattfindet - würde ich auch sofort hinfahren, wenn ich sie denn gefunden hätte. 

Es hat was von einer Art Gefangenschaft und ich weiß nicht, wie viele Kilometer ich heute schon allein in der Wohnung zurückgelegt habe ...

Schon arg nervig, wenn man mit so gut wie allem unzufrieden ist und was ändern will aber der 'Dreh' fehlt. 

Na also, geht doch

Endlich mal wieder schwimmen gewesen. Aber mir war einfach so kalt, dass ich irgendwie was tun musste, um den Kreislauf in Schwung zu bekommen. Und Dank U. hab' ich einige freie Eintritte.

Sonntag, 5. Januar 2014

Samstag, 4. Januar 2014

Wunschzettel

Ok, ok - der Eintrag zum Thema Wünschen hat ja schon für etwas Verwirrung gesorgt. Und zu 'Strafe' bzw. als logische Konsequenz haben ein paar Leute beschlossen, mir zu Weihnachten nix zu schenken.  Und den Eintrag mit dem Titel: "Ich will ja nicht undankbar sein" entfällt aus diesen Gründen, denn darin wäre es darum gegangen, dass ich aufgelistet hätte, dass 90 Prozent von den Geschenken, die ich erhalten habe zwar gut gemeint waren (ohne jede Frage!!!), aber dennoch daneben. Zugegeben, so eine kleine Chance will ich mir ja dann doch offen lassen, mal was Passendes geschenkt zu bekommen.

Und da das heute Mittag wieder Thema war, habe ich fix nachgedacht. Meine Bücherwunschliste kann ich hier ja schlecht einstellen, denn dann bekomme ich ggf. 3 mal das gleiche Buch oder so, oder andere fühlen sich vor den Kopf gestoßen, dass ich nur 'Teures' will. 

Also gilt für dieses Jahr: L Y R I K

Lyrik ist das Gebiet, was ich bisher etwas vernachlässigt habe. In den letzten Monaten lese ich aber, wenn ich wo was sehe, es recht gerne, wenn auch noch ohne den ganz richtigen Verstand. Und ich würde einfach davon gerne mehr lesen, wobei ich da schon wieder eins auf Speziell mache. Gedichte der Romantik oder die vom ollen Goethe interessieren mich jetzt echt weniger, wenn, dann welche aus dem 20. Jahrhundert, deutschsprachige.

Die von Ingeborg Bachmann habe ich, einige von Gottfried Benn, alle von Paul Celan. Dann habe ich diese Anthologie aus dem Reclam Verlag und schon einen guten Teil von Oskar Pastior.

Ansonsten herrscht Leere. Also, konkret gesagt, wer mir was schenken will, warum nun auch immer und zu welchem Anlass nun auch immer, der möge sich der Lyrik zuwenden. Entweder ne Anthologie oder eine Sammlung mit Schwerpunkt 20 Jahrhundert (ok, 19. ist auch ok, so genau nehme ich das nicht, aber man verschone mich bitte mit 'Schäfer-Dichtung') oder eben was von einzelnen Lyrikerinnen / Lyrikern, ob noch lebend oder schon tot.

Mir fallen - in Unkenntnis der Werke - folgende Menschen ein (die ich gerade nachgeschaut habe!):


  • Georg Trakel
  • Hugo Ball
  • Franz Fühmann
  • Ernst Goll
  • Max Hermann-Neise
  • Georg Heym
  • Klabund
  • Oskar Loerke
  • Peter Rühmkorf
  • Ernst Toller
  • Kurt Tucholsky (muss nicht, hab ich schon was)

Bei den Zeitgenossen kenne ich mich überhaupt nicht aus, außer Ingrid Mylo (von der ich nix habe). Aber da gibt es sicher auch schon jetzt gute, die nicht erst sterben müssen, bis man sie erkennt.  Die Namen, die ich gerade gefunden habe:


  • Hans Magnus Enzensberger
  • Günter Eich
  • Christoph Meckel
  • Wilhelm Lehmann
  • Rainer Kirsch
  • Durs Grünbein

Wie gesagt, so gut wie keine Ahnung bei dem Thema - daher bin ich offen für alles, was nicht viel älter als 125 Jahre ist. (Und ich lasse jetzt bewußt offen, ob sich das auf Geburts- oder Sterbedatum bezieht oder auf EV.)

Ach so, für die ganz Spitzfindigen: "Das Wasserzeichen der Poesie oder die Kunst und das Vergnügen Gedichte zu lesen. In Huntertvierundsechzig Spielarten vorgestellt von Andreas Thalmayr" von "Die andere Bibliothek" habe ich schon, die Erstausgabe, und die ließe sich nur mit einem signierten Exemplar toppen, aber wer das investieren will, möge sich bitte bei mir melden, denn dann könnte man sich mal über ne Co-Finanzierung für ein paar andere Machwerke unterhalten.

Und, wenn ich schon dabei bin. Ich will Lyrik lesen, nicht hören.

Ach ja, und wenn ich schon beim wünschen bin: Wer so gar keinen Bezug zur Lyrik hat, der kann mich mit Musik beglücken. Bitte nichts aus dem Barock oder so, da bin ich einfach zu speziell und hab' schon ne Menge und hör ja auch nicht alles, aber wo mein Herz einfach nur aufgeht, auch wenn viele es als 'Kitsch' bezeichnen (und daher keine Ahnung von Musik haben *lach*) das sind italienische Cantatori. Also Lucio Battisti (aber von dem hab' ich schon viel) oder Paole Conte (ja, ja, der gehört dazu!, von dem habe ich nur "900" und eine andere), oder Vicinio Caposella (davon hab' ich zwei) … aber da gibt es noch viele, viele, viele, die ich nicht kenne. Da muss man einfach nur mal auf ein paar italienischen Seiten gehen, die Topseller nachschauen … ich kenn da keine Schmerzgrenze, Hauptsache italienisch und etwas Schmalz in der Stimme und Lebensgefühl und nicht immer nur 'amore' (aber das lässt sich kaum vermeiden). Denn mit dieser Musik (laut) in der Badewanne mit einem Glas Weißwein - das ist so ne Art Strandurlaub für mich.

Und wem das nun alles zu anstrengend oder kompliziert oder was auch immer ist, ich freu mich auch über folgende Verbrauchsgüter:


  • Weißwein (trocken und ein einfacher, also kein Muskateller, Gewürztraminer oder so, Riesling muss auch nicht sein, einfach nen italienischen, da macht man nix falsch)
  • (italienische) Teigwaren
  • leere, zu beschreibende Notizbücher
  • echte (!) italienische Kochrezepte von der mama der freundin des kollegen der bekannten
  • große, dicke Kerzen (weiß, ohne Verzierung)
  • Ne Flasche Cremant d' Alsace (hihi, schwer zu bekommen jenseits Süddetuschlands)
  • Und in Baileys könnte ich baden
  • Jede erdenkliche italienische Leckerei

… und mehr fällt mir beim besten Willen einfach nicht ein. Echt nicht.

Und immer wieder ...

… muss ich erkennen … So aus einem Psalm. Ich beziehe das gerade auf 'Literaturverfilmung' Schaue gerade im TV "Anna Karenina". Zufällig in diesem Sommer (mal wieder) gelesen und ich entdecke in dem Film nichts von dem Witz, der Boshaftigkeit, von den Skurrilitäten, die Dostojewskij den Figuren gegeben hat. Das ist alles einfach nur aalglatt, auf Liebesschmerz und Romantik getrimmt. Da kann man nur froh sein, dass Dostojewskij schon tot ist, denn der würde sofort eine Schadensersatzklage einreichen - und ich würde ihn kostenfrei unterstützen wie ich nur kann.

Die einzige Literaturverfilmung die ich akzeptieren kann ist die von Erich Kästners "Fabian" - aber die wird ja nicht mehr gezeigt.

Wann?

H. hat bei FB dieser Tage einen Spruch gepostet, den ich wirklich spannend finde: "Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?" (Sinngemäß, bin gerade zu faul, es nachzuschauen.)

Mir fällt, beschämend wie das ist, gerade echt nix dazu ein, also für 2013. OK, ein paar Kleinigkeiten wie Kochrezepte, aber etwas nur geringeres Größeres … Fehlanzeige bisher.

Mir gefällt der Spruch echt - und H. ist heute zum ersten Mal in seinem Leben in der Oper. 

Wirkt wie ein Ansporn - auch wenn mir gerade echt nix einfallen will, aber ich bin am denken.

Freitag, 3. Januar 2014

Donnerstag, 2. Januar 2014

Für was wohl?

Binde - Bindfaden - nasses Tuch - Kasten - Fingerfarbe - Mehl - …

Der arme S. Aber für Kunst muss man auch mal leiden können!

Morgen II

Heute Morgen recht wirre von M.S. geträumt. Den hab' ich gut 20 Jahre nicht mehr gesehen, aber weder aus dem Kopf noch meinem Herzen entschwindet er. Im Traum war er nach wie vor der agile, hübsche Typ, der mich in vielerlei Hinsicht ganz schön reizte. Sein Gesicht konnte ich nicht 'sehen', da hat mein Hirn wohl einfach zu wenig Leistungen gehabt, es mal 20 Jahre altern zu lassen. Aber der Rest war eindeutig M., alleine schon die Ahnung, was die Hose verbirgt. Wir haben uns über unsere Job's unterhalten, beide an einer Kasse. Ich erwiderte, dass das schon ganz schön Zeitverschwendung gewesen wäre mit der Schule und dem ganzen Studium, um jetzt was zu machen wofür vier Jahre Grundschule ausreichen.

Etwas bitter aufgewacht. 

Morgen I

Seit bald einem halben Jahr denke ich, kurz nach dem Aufwachen, ein Radiowecker wäre ja auch ganz fein. Mit dem Aufstehen ist der Gedanke dann immer weg gewesen. Jetzt hat er es in den Tag geschafft, mal sehen, ob das etwas ändert.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Vorurteil?

Lese gerade "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen. Vor ein paar Monaten versucht, es als Hörbuch zu hören - grandios gescheitert, weil ich nach eine Stunde schon nicht mehr wußte, wer wer sein soll bzw. ist. Und das Gleiche jetzt mit dem Buch. Bei jedem Namen muss ich neu überlegen, wer das jetzt eigentlich ist. Wundert mich etwas. Die 'Russen' gelten ja gemeinhin als schwierig, wegen ihrer vielen Namen. Da hat ja normalerweise jeder drei und noch ein paar Spitznamen. Aber so ein Dostojewskij macht mir weniger Probleme als die Austen jetzt.

Na dann, auf ein neues