Mittwoch, 29. Mai 2013

Morgen

Schön, das dieser Tag ein Ende findet!

Morgen um die Uhrzeit werde ich mindestens einmal schon mit dem Schiff über den Bosporus geschippert sein, werde derweil einen Cai getrunken und eine Zigarette geraucht und werde mir diese Minuten von niemanden genommen haben lassen. 

Morgen um die Uhrzeit liege ich entweder schon im Bett oder sitze lauter Leuten, teils bekannt, teils unbekannt, irgendwo rum, haben was in den Gläsern und ich vermute, es könnte lebhaft sein. 

Und ich vermute, es wird ganz gut tun, nach diesen letzten sieben Tagen Europa zu verlassen, zwar werden die Gedanken mitreisen, aber die anderen Eindrücke dürften ihre Macht haben.

Dienstag, 28. Mai 2013

o.T.


Das Gute im Schlechten / "Momente ohne Datum"

Auf der Suche nach dem vermaledeiten Arbeitsvertrag das halbe Arbeitszimmer umgekrempelt, weil er nicht da zu finden war, wo er sein sollte. Letztendlich war er da, wo er sein sollte, im Ordner, ordentlich abgeheftet. Über situative Blindheiten demnächst vielleicht mal was.

Dafür aber auf ein dünnes Konvolut gestoßen, von dem ich wußte, dass es das gibt, aber wohl gut und gern 15 Jahre nicht mehr in der Hand gehabt: "Momente ohne Datum" ist es betitelt und beinhaltet kleine Begebenheiten aus dem Alltag. Ich habe sie während meiner Studienzeit notiert, mit Bleistift auf Papier, in fast mikroskopischer Handschrift. Aber es existiert auch ein Typoskript - und trotz Suche nach dem Vertrag konnte ich es nicht sein lassen, rein zu lesen. Es fällt mir echt schwer das zu schreiben, aber einen Großteil der kleinen Texte finde ich einfach nur klasse. 

Ich geh' nochmals in mich und dann gibt es vielleicht die "Momente ohne Datum" auch hier in lockerer Folge zu lesen. 

Einvernehmlichkeit um 14:51 Uhr

Der Chef hat heute einvernehmlich mit sich selbst, mit seiner Frau und wohl gefühlt auch mit der ganzen Welt, wobei es da aber klar definierte Ausnahmen gibt, eine Liste müsste ich extra erstellen, mir heute die Kündigung auf den Tisch gelegt. Bis dato habe ich "Einvernehmlichkeit" etwas anders interpretiert.

Tja, was sollte daraufhin die Rechtsanwältin groß anderes sagen, nach dem er sich / er mir die Möglichkeit genommen hat, einen anderen Weg zu gehen, als den, von dem ich vermutete, dass er ihn wenigstens einmal vermeiden wollte? 

Jetzt kann ich mir also ein Maßband kaufen, an dem ich die Tage abschneiden kann. Denn ob und wann er mich freistellt - spätestens ab heute wage ich keine Prognosen mehr. 

Montag, 27. Mai 2013

Genau!!!

Ich hab' zwar erst in zwei Jahren einen runden Geburtstag, aber immerhin weiß ich jetzt schon, was ich mir wünschen will, dank meines Mannes, der das gerade in einem ganz anderem Zusammenhang erwähnte und von dem Wunsch (noch) nichts weiß: Ein Profi-Messer-Set.

C.

C. hat sich immerhin gemeldet. Irgendetwas mit ihm ist los, aber er hat zugesichert, dass er dabei ist. Wenigstens das. Zwei Wochen haben wir jetzt nur noch für die Proben und ich sollte wohl mal langsam die Einladungen verschicken.

Egal was gerade los ist, ich freu mich sehr auf die Lesung, denn der Ulysses ist schon eine tolle Welt. Eine Besucherin ist so gut wie klar, jetzt fehlen nur noch zwei weitere. Denn es gilt die alte Schauspielerregel: Es muss eine Person mehr im Publikum sitzen als auf der Bühne stehen. Was mich daran erinnert, dass ich mal zu einem Stück von Lars Noren (oder so ähnlich) gegangen bin, und es dann abgesagt wurde. Drei auf der Bühne, drei im Publikum. Beim zweiten Versuch hat es dann geklappt, da waren es fünf im Publikum. Das Stück begann, wenn ich mich recht erinnere, so gegen Mitternacht und dauerte dann drei oder vier Stunden. Immerhin hatte man genügend Platz, mal die Beine auf den Nachbarsitz hochzulegen. 

Phantastische Realität

Wunderbar surreal an der Arbeit zu sitzen, etwas zu tun, und zu wissen, die wollen einen nicht mehr und sind froh, wenn man weg ist. Die Motivation ist derzeit wirklich unterirdisch - aber das ist ja nun nicht überraschend. Der Chef kam, brachte die Post, wünschte einen "Guten Tag" und war wieder verschwunden. Kommunikation findet nicht mehr statt. Aber was hätte ich unter diesen Bedingungen noch zu sagen?

Rechtsanwältin angerufen und sehr überrascht gewesen, gleich morgen einen Termin zu haben. Heute wäre es auch schon gegangen - während der Arbeitszeit.

Einer meiner Autoren rief an, dem ich am Freitag eine kurze Nachricht geschickt hatte, damit er Bescheid weiß. Durch das Telefon hörte man erst sein Kopfschütteln und dann lachte er, als nach ein paar Fragen herausgefunden hatte, dass mir eigentlich vorerst gar nichts passieren kann. Wenn ich genug Nerven hätte, könnte der Zustand noch Jahre andauern. Aber ich weiß wirklich nicht, ob ich die Nerven habe. 

J. überschüttet mich weiterhin mit Mails zum Aufbau, heute gab es ein Kinderbuch als Geschenk.

Sonntag, 26. Mai 2013

Schwere Geburt

Das war vielleicht ein Kraftakt gestern und heute zu entscheiden, was wir dieses Jahr im Urlaub machen wollen. Einfach zu viele Bedingungen und Wünsche, die sich einfach nicht unter einen Hut bringen lassen. Und dann sind wir ja auch mal wieder richtig früh dran ggf. für Flüge oder Häuser oder was auch immer. Nun sieht es so aus, als dass es Auto wird (nicht meine Präferenz) und Frankreich (geht, müssen uns nur noch über die Region einigen) und Zelt (das was ich sehr mag). Dann muss ich halt ne Alternative noch fürs Rad finden in diesem Jahr, aber das bestimmt ja wohl das Wetter.

Donnerstag, 23. Mai 2013

"Das macht keinen Spaß mehr."

Das meinte der Chef heute Nachmittag und will sich deswegen von mir trennen. Wie das einvernehmlich vonstatten gehen könne, ist das Thema der nächsten Tage.

Richtig überrascht hat mich das nicht, auch nicht, dass es zu keinem Gespräch kam, sondern nur zu einer 'Verkündung'. Aber Macht ist Macht und wenn ich, von dem ich überzeugt bin, das Bauernopfer bin, damit er in seiner Ehe Ruhe hat, dann wünsche ich ihm ein langes, langes, langes Eheleben mit dieser hasserfüllten Zicke.

Dienstag, 21. Mai 2013

Wo ist C.?

Langsam mache ich mir schon Sorgen. C. meldet sich einfach nicht. Mit ihm will ich ja die Ulysses-Lesung machen und langsam wird es zeitlich eng. Einen Ersatz wüßte ich nicht. 

Montag, 20. Mai 2013

Wir professionalisieren uns

Ein Bild für Götter. Mein Mann und ich sitzen mit der Lupe (!) vor dem Rechner (!), um einen Timer auf Inhalte zu untersuchen, die vielleicht relevant sein könnten. So richtig haben wir da nix gefunden, dafür die Zeitungsannoce entschlüsseln können, was aber auch gute 20 Minuten gedauert hat. Und jetzt müssen wir bis morgen warten, damit es weiter geht. 

Um was es geht? HIER KLICKEN.

Aus der Reihe "Eigenartige Wünsche"

Irgendwann würde ich gerne eine Rezension mit diesem Zitat von Alfred Kerr beginnen - ohne aber davor 'leiden' zu müssen:
Die Vorstellung begann um 8 Uhr. Als ich um 10 Uhr auf die Uhr schaute, war es erst halb 9.

4 + 3 + 4 ist nicht gleich 15

Es ist gerade schön zu wissen, dass ich drei verkürzte Arbeitswochen vor mir habe. Wie stressig es deswegen sein wird in der Arbeit, interessiert mich überhaupt nicht, fahre ich halt ein schmales Programm, merkt sowieso niemand, die Chefs eh zu letzt. 

Diese Woche ist Feiertag, nächste Woche auch, zusätzlich mache ich mich auf eine Hochzeit nach Asien* auf, was mir in der dritten Woche eben einen Arbeitstag erspart.

* Hört sich doch gut an was, Asien! Das klingt nach großer weiter Welt, internationaler Kontakte, was weiß ich alles. Aber so ganz spektakulär ist es dann nicht, ein guter Freund heiratet, wenige Kilometer von Europa entfernt, aber der asiatische Kontinent ist es dann schon. Und ich freu mich echt, wieder auf dem Bosporus hin und her schippern zu können mit einem Tee in der Hand.

JCS

Vorhin lief im Fernsehen Jesus Christ Superstar. Mein Mann hat zufällig reingezappt und es dann leider gelassen. Ich habe tapfer weiter in meinem Buch gelesen, aber hin und wieder drang dann doch die ein oder andere Melodie an mein Ohr. Oh Gott, was für ein Kitsch. Und dabei war das mal DIE Platte. Als Jugendlicher hab' ich sie echt rauf und runter gehört, konnte alles mitsingen - auch wenn ich es nicht immer so ganz genau verstanden habe - bis ich mich wohl überhört hatte. Dann ganz spontan  dieses 'Heiligtum' einfach einer Freundin geschenkt. War gut so.

Sonntag, 19. Mai 2013

P.


Das Erste nach dem Sex

Vor zwei, drei Wochen mir bei 2001 ein "Erotikdrama" bei 2001 bestellt, En la Cma. Heute Zeit, es mir auch mal anzuschauen, aber lange hat das nicht gedauert. Der Film begann mit einer Sex-Szene, von der man nichts sah, dafür hörte. So weit so gut. Als dann aber die Kamera die beiden wirklich zeigte, waren sie als aller erstes dabei, sich was anzuziehen, um sich dann wieder ins Bett zu legen.  Mein Interesse erlahmte da dann doch schon arg.

Ich weiß, das Nacktheit im Film nicht einfach ist, aber dann ein Kammerspiel inszenieren zu wollen, in dem sich ein Paar liebt wozu dann doch meist Nacktheit gehört, das aber auszuschließen, ist in meinen Augen eben ein grundlegender Fehler. Für mich funktioniert das dann einfach nicht.

Letztes Jahr habe ich mal einen Film gesehen, weiß aber leider nicht mehr, wie der hieß, der an sich jetzt nicht so der Knaller war, aber in der Hinsicht 'gut', da die Leute, wenn es darauf ankam, eben auch nackt vor der Kamera standen und die Regie sich nichts hat einfallen lassen, wie man jetzt die 'Blöße' geschickt verbirgt. 

Na ja, wir leben halt im Zeitalter der "Neuen Prüderie", damit muss man sich abfinden. Gayromeo - für die, die es nicht kennen, dass ist ein Portal für Schwule - hat jetzt ein App für Smartphones entwickelt, man geht halt mit der Zeit. Jetzt haben aber Apple und Google gefordert, dass über das App keine Nacktbilder angezeigt werden dürfen. Bin mal gespannt, wie Gayromeo sich entscheiden wird. Entweder es sagt nein und bleibt sich 'treu', oder es beugt sich Computerfirmen. Ich vermute letzteres, sie werden einknicken, irgendwie eine Notlösung finden, so tun, als sei alles beim Alten, aber sie werden einknicken - und sie werden mit Sicherheit nicht die ersten gewesen sein. 

Jede neue Technik verändert die Welt, aber verändert jede neue Technik auch gleich 'Freiheit'? Mich kotzt jedenfalls die inhaltliche Gängelei durch das Internet / Computerfirmen immer mehr an. Wenn Internetfirmen sich als Moralwächter aufschwingen können, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, worauf sie sonst noch mächtigen Einfluss nehmen werden. 

Und da wird - unfreiwillig - Angela Merkel zur Prophetin mit ihrem immer und imm wieder genanntem: "alternativlos".

Mal so - mal so

Gestern aus Frust vor dem Wetter mich in die Badewanne gelegt, heute in der Sonne geschmort und spontan einen kleinen Radausflug gemacht.

Samstag, 18. Mai 2013

Für heute abend

  • Steinpilz-Risotto
  • Erdbeeren mit Sahne
Kochaufwand: gering
Gast: J. 

Freitag, 17. Mai 2013

Auf in die Nacht.

Möge sie gnädig sein.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Blooms-Day

Am 16. des nächsten Monats mache ich ja eine Blooms-Lesung. Diese und letzte Woche habe ich das zwei Leuten erzählt, die dann wissen wollten, was das eigentlich genau ist, weil es ihnen so gar nichts sagte. Kurz: Leopold Bloom ist der Protagonist aus der Ulysses von James Joyce und der Roman spielt eben am 16. Juni.

Was mir aber so richtig gefallen hat war, dass, da Interesse bestand, mehr zu erfahren, aus dem Stehgreif mir echt eine gute 'Würdigung' des Romans gelungen ist und ich auf Nachfragen mir keine Blöße geben musste. Tja, das Herz schlägt halt zum Teil literarisch.

Neues Leseprojekt

Bin schon wieder am überlegen, ob ich nicht das nächste Leseprojekt starte. OK, "Jahrestage" lief ja etwas schief bzw. nicht so, wie erwartet, aber dennoch, irgendwie war doch kein all zu schlechtes Projekt. Überlege gerade, ob ich mir irgendwie an Proust wagen sollte. Na ja, ich denk einfach noch weiter darüber nach. 

Dienstag, 14. Mai 2013

Schwarmintelligenz

Alle 14 Tage muss ich ja zur Supervision. Normalerweise leider verlorene Zeit, denn auf "piep-piep-wir-haben-uns-alle-lieb" habe ich meisten nicht so Lust. Und dann das dauernde hin-gefühle auf Stimmungen und Stimmungchen. Nun ja, es gehört halt eben dazu, und da ich im Prinzip nur jedes zweite Mal hingehe und hin und wieder da auch Ferien sind, hält sich die Aufwand gerade so in Grenzen.

Heute war es zum erstenmal gut, denn es lagen zwei Themen in der Mitte des Stuhlkreises, ja, ja, das muss so sein, und es kamen richtig guten Anmerkungen dazu. Wir sind ja alle keine Fachleute - und Frau Supervisorin ist von unserem Thema gänzlich unbeleckt - aber die Erfahrung und das gemeinsame Überlegen hat es dann doch gebracht. 

Eine spürte heute einen kleinen Aspekt auf, der sich dann zwar bis jetzt nicht als der Schlüssel erwiesen hat, aber der Ansatz ist zumindest ganz schön vielversprechend. 

Montag, 13. Mai 2013

Wenn das Wörtchen 'wenn' nicht wäre ...

... und es nicht meinen Mann gäbe, dann würde ich gerade am liebsten alles hier hinschmeißen, mein Geld nehmen, nach Rom oder Padua fahren, italienisch lernen, mich als Barrista ausbilden lassen und für den Rest meines Lebens hinter der Theke stehen und Kaffee zubereiten. Und wer dann von meinen Freunden / Bekannten vorbei kommen will, kann es gerne tun, bekommt auch einen ausgegeben, oder auch zwei und dann kann man ja weiter sehen. 

Sonntag, 12. Mai 2013

Der Sex des Un(ter)bewußten

Mein Un(ter)bewußtes, aber wohl vor allem meine sehr katholische Erziehung, so mag ich mal vermuten, verbietet mir ja erotische Träume. Ich meine damit richtige Träume, nicht die Phantasien, die man sich hin und wieder mal macht, wenn man mit sich Lust auf Lust hat. Und so komme ich selten in den Genuß, nachts beim schlafen Sex zu haben. Gestern war so eine der äußerst seltenen Ausnahmen. An viel kann ich mich leider nicht erinnern, nur, dass ich jedenfalls sehr lustvoll mit mir selbst beschäftigt war und es immerhin schaffte, meinen Ständer auch an meine Wange drücken zu können. (Ja, ja, ich geb' ja schon zu, dass ich das als Jugendlicher schon mal probiert habe - ohne Erfolg, wer's wissen will.) Im Traum gelang das jedenfalls auf das Leichteste und ich fand das auch recht schön, doch dann verrannte ich mich in der Überlegung, ob ich das jetzt einfach so sein lassen soll, oder ob ich jetzt nicht mal versuchen sollte, mir selbst einen zu blasen.

Leider keine Ahnung, wie es ausgegangen ist. 

Zeitreise

Ich kenne zumindest eine, die mich für außerordentlich bekloppt hält, ein ganzes Wochenende nichts anderes getan zu haben, außer gut 6.000 Negative zu scannen. Aber das war echt eine spannende Zeitreise, alleine nur zu sehen, wie verschiedene Menschen eine Zeit lang ganz oft zu sehen sind, dann verschwinden und verschwunden bleiben, oder nach Jahren plötzlich wieder auftauchen. 

Da ich die Negative so einigermaßen gut datiert hatte, war es überraschend, welche Ereignisse doch in einem viel näheren zeitlichen Zusammenhang standen, als ich es davor behauptet hätte. Natürlich auch umgekehrt, da waren Ereignisse, die ich viel früher eingeschätzt hatte. Und dass ich mal in Holland mit meiner Patentochter war - das hätte ich bis gestern Abend auch bestritten.

Und ich habe eine Menge über Photographie gelernt. Man kann den Bilder einen gewissen biographischen Reiz ja nicht absprechen, photographisch gesehen sind sie meist eine reine Katastrophe. Jetzt nicht, weil die Belichtung nicht optimal ist oder das Licht oder die Schärfe - nein, der Bildaufbau ist teilweise einfach nur dumm, geknipst halt, ohne Verstand. Richtige Schätzchen sind kaum zu finden.

Wie unbedacht ich photographiert habe, sieht man an den Akten. Ab 1985 tauchen sie auf, aber immer züchtig noch mit Unterhose (und wie es scheinen will, für die nächsten Jahre immer mit der selben, als hätte  ich keine andere gehabt). Erst 1987 dann einen echten Akt - aber ein versteckter. Diese Bilder gehören wirklich zum Schlimmsten, denn da steh ich, doof blickend vor unmöglichen Hintergründen (nur einmal auch nur annähernd neutral) und erwarte wohl, dass die Kamera von sich aus Wunder wirkt. Hat sie aber nicht getan. 

Interessanterweise habe ich in den ersten Jahren meine Wohnungen alle photographiert - das war ausnahmsweise mal so richtig spannend - sollte ich jetzt dann auch mal tun.

Und dann, aber darüber muss ich noch nachdenken, gibt es Dinge, die mich teilweise seit fast 30 Jahren begleiten. Der Schreibtischstuhl, auf dem ich sitze, der Schreibtisch an sich, mein Bücherregal, mein Kaffeebecher und ein paar Gegenstände mehr, wie die eine Pflanze. Ist das Stagnation oder 'Treue'? Ist das 'Bescheidenheit' oder Ignoranz?

Und zu guter letzt noch ein Akt von vor 20 Jahren - der geht ja gerade noch so halb vielleicht ...


Samstag, 11. Mai 2013

Pfff!

War ich gestern auf die 800 Klicks stolz, so sag ich heute nur "pfff" dazu. Aktueller Klick-Stand für das Photo allein nur für den heutigen Tag, Stand 11:25 Uhr: 5.099!

Oder sitzt irgendwo einer in der Welt der nichts besseres zu tun hat, als sich immer und immer wieder dieses Photo neu anzuschauen?

Freitag, 10. Mai 2013

Wie nun auch immer

Bei tumblr schwirren ja vier oder fünf Bilder von mir rum - geklaut natürlich. Vor drei Tagen hat nun jemand von meinem Flickr-Account ein weiteres bei tumblr hochgeladen, aber immerhin so 'geschickt', dass flickr mitzählt. Wie das geht, entzieht sich vollständig meiner Kenntnis. Nun schießt gerade die Klick-Statistik durch den Himmel, locker 800 Klicks am Tag, davon ca. 780 für das Bild hier:


Ich find's gerade so OK und hab' es mehr aus Verlegenheit als aus 'Stolz' hochgeladen. In meinen Augen ist es nun nicht gerade der 'Bringer', aber nun ja, das Leben wäre ja auch langweilig, könnt man sich nicht mehr wundern.

P.S. Die anderen 20 Klicks pro Tag gehen gerade für das gestern erwähnte Self aus jungen Jahren drauf.

!

YES I SCAN!

Gut 2.200 Negative sind - zugegebenermaßen provisorisch gescant - schon mal auf den Festplatten. Wenn  ich den Ordner und das, was auf dem Regal steht, so grob hochrechne, werde ich so auf ca. 8.000 kommen. Heißt, das WE wird dazu nicht ausreichen, außer es ist totales Mistwetter.

Einige interessante Entdeckungen gemacht - aber darüber demnächst. 

Donnerstag, 9. Mai 2013

Locken

Scannen macht süchtig. Den ganzen Nachmittag und den halben Abend damit verbracht. OK, die Qualität lässt zu wünschen - aber die Bilder sind jetzt auch nicht wirklich so grandios. Andererseits ist das schon recht spannend, in die Vergangenheit zu blicken. Manche Negative habe ich scheinbar nicht ausbelichtet, bei manchen habe ich keine Ahnung, wo und / oder wer das sein soll. 

Selfs scheine ich schon von Anbeginn der Zeit gemacht zu haben *lach*, so dass ich mir eine gewisse Eitelkeit nicht absprechen kann. Und da gibt es welche, von denen ich echt nicht wusste, dass ich sie gemacht habe. Ich mit Locken (!), dass hat mich dann doch umgehauen.

WE bin ich ja Strohwitwer, da kann ich dann bedenkenlos weiter machen. Irgendetwas zwischen 1/8 und 1/4 des Ordners habe ich immerhin schon mal durch. Aber dass sich noch andere Negative finden werden ist sicher - alleine da oben links im rechten Regal!

Eins auf flickr hochgeladen, einfach so, ohne es einer Gruppe zuzufügen, ohne Tags. Und was ist? Die Klickrate ist überraschend hoch und innerhalb einer Stunde vier Kommentare. Wenn ich über ein paar Wochen zwei bekomme, bin ich schon zufrieden. 

Awa


Bin gerade dabei, meine Negative provisorisch zu scannen, als Sicherung. Und obwohl ich erst seit zwei Stunden dabei bin, bin ich auf ein paar Schätze gestoßen, auf ein paar Erinnerungen. 

Das hier ist Awa, die habe ich im April 1984 in Polen kennen gelernt, in Poznan. Ich war damals mit dem Maximilan-Kolbe-Werk unterwegs, um ehemalige KZ-Häftlinge zu besuchen. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, in welchem sie war. Ravensbrück? Sie sprach - ich vermute, sie ist in der Zwischenzeit gestorben - wirklich gut deutsch und war für uns zwei Tage lang Dolmetscherin. Bei ihr haben wir auch übernachtet, in einem häßlichen Hochhauskomplex. Sie ist mir deswegen in Erinnerung geblieben, weil, als wir ankamen, es erstmal Kuchen gab. Bei der Gastfreundschaft in Polen eigentlich nichts ungewöhnliches, doch als wir den ersten Bissen im Mund hatten, wollte sie gleich wissen, ob er schmecke. Das tat er auch, war eben ein ganz normaler Rührkuchen. Auf unsere Antwort hin strahlte sie über das ganze Gesicht: "Das ist mein erster Kuchen, den ich im Leben gebacken habe!"

Das war so ein Moment, wo mir damals nichts mehr einfiel. Sie, die durch die deutschen Nazis über Jahre gequält wurde backt ausgerechnet irgendwelchen Deutschen ihren ersten Kuchen. 

Dienstag, 7. Mai 2013

Volle Dröhnung

Heute war es heftig, richtig heftig. Volle Breitseite Leid. Irgendwann geht es dann doch unter die Haut und hat in einem Fall eigenes Leid geweckt. Es gibt Situationen, da gibt es eigentlich keine Worte mehr.

Wird dauern, bis ich heute im Bett bin. 

Wie jetzt?

Der rechte Ellenbogen ist blau, geschwollen und aufgeschürft. Nun, das passiert halt. 

Was mich aber so irritiert - ich kann mich nicht erinnern, wo und wann das passiert sein sollte. Und ich war die letzten Tage weder stockbesoffen noch übervoll bekifft. 

Montag, 6. Mai 2013

Dramolettchen: Die Fürsorge

Ort der Handlung: Ein Redaktionsbüro mit Schreibtischen und Computern irgendwo in Europa.
Zeit der Handlung: An einem Möchte-gern-Sommermorgen.

Handelnde Personen:
Der Chef
Der Redakteur


Akt I

Der Redakteur sitzt an seinem Schreibtisch hinter dem Computer. Konzentriert schaut er auf den Bildschirm. Hin und wieder bewegt er die Maus, hin und wieder tippt er etwas in die Tastatur. 


Akt II

Man hört von Ferne Schritte, dann steht Der Chef in der Tür. Der Redakteur blickt von seiner Arbeit auf

Der Chef: Guten Morgen.
Der Redakteur: Guten Morgen Herr F. 

Der Chef geht ein paar Schritte auf den Schreibtisch des Redakteurs zu.

Der Chef: Geht es wieder?
Der Redakteur: Denke schon.

Der Chef geht ein paar weitere Schritte auf den Schreibtisch des Redakteurs zu.

Der Chef: Was war's denn?
Der Redakteur: Die Nerven.

Der Chef dreht sich um und verlässt zielstrebig den Raum. Der Redakteur schaut ihm nach.


Akt III

Der Redakteur sitzt an seinem Schreibtisch hinter dem Computer. Konzentriert schaut er auf den Bildschirm. Hin und wieder bewegt er die Maus, hin und wieder tippt er etwas in die Tastatur. 

Top Ten

  1. No Stars Again Shall Hurt You - Purcell: The Tempest
  2. Cinéma - Les Yeux D' La Tête
  3. Le dormeur du rail -  Les Yeux D' La Tête
  4. In clandestinità - Vinicio Capossela
  5. Qual nave smarrita - Händel: Radamisto
  6. Var. 20 - Bach: Goldberg Variationen
  7. Voglio strage, e sangue voglio - Graun: Cleopatra & Cesare
  8. Muzika - Les Yeux D' La Tête
  9. Danser sur les toits - Les Yeux D' La Tête
  10. Skeezo - Les Yeux D' La Tête

Sonntag, 5. Mai 2013

Wunsch oder Warnung?

Aus einer Mail meines Kollegen zu meinem Arbeitsbeginn nach sechs Wochen 'Krankheit':  "Möge die Begegnung mit den Chefs von menschlicher Wärme, Milde und Güte geprägt sein!"

Lange Leitung

Heute Morgen von A. aus Australien angerufen worden. Ausnahmsweise mal Technik, die begeistert. Ich bin nach wie vor so naiv, dass mich das wirklich beeindruckt, mit der anderen Seite der Welt sprechen zu können, ohne dass man groß was an der Leitungsqualität merkt. 

Und während A. jetzt wohl noch schläft, mache ich mich an das Abendessen, was er heute morgen auch gerne gegessen hätte, doch statt Spargel mit Schnitzel und Kartoffeln gab es bei ihm nur Würstchen. Nun ja, im August ist er ja dann wieder da, dann werden wir uns schon was für ihn einfallen lassen - Bärlauchsuppe? (*grins*). 

A tree is a tree is a tree


Samstag, 4. Mai 2013

Gute Nacht mit eia-popei

Heute Abend gibt es mit Sicherheit noch eine 'Tüte'. Warum auch immer die letzten drei Nächte katastrophal geschlafen. Keine Ahnung warum, denn die Bedingungen waren mehr als optimal. Und sicher werde ich auch geschlafen haben, aber der subjektive Eindruck war der, dass ich eben nur vielleicht ein, oder zwei Stunden geschlafen haben. Und wenn man aufstehen muss und merkt, dass man das noch müder tut, als wie man ins Bett gegangen ist, dann ist das psychologisch einfach nur doof. 

Früher führte eine "Tüte" dazu, dass ich entweder total albern geworden bin oder / und unendlich geil. Und in den besten Zeiten war das eine Mischung von beiden, gepaart mit einer Aufmerksamkeitssteigerung, die mich Dinge wahrnehmen ließ, die ich normalerweise nicht bewußt registriere. Heute führt es einfach zum Knock-Out - und das ist, zumindest heute, wirklich gewollt.

So isses halt - Alltagsweisheit Nr. 4.593

Das weg-sein war die letzten Tage sehr schön, das da-sein ist aber auch wieder schön. Schade eigentlich, dass es davon keine Kombination gibt.