25.
März 1993
Was
war / bin ich stolz auf diese Lesekarte. Für meine Magisterarbeit bin ich extra
nach Marbach gefahren, um im originalen Briefwechsel von Hermann Broch mit
seinen Zeitgenossen und besonders mit einem seiner Verleger für meine Magisterarbeit etwas zu finden. Es war ein
Versuch, viel Hoffnung hatte ich nicht. Und es war so klasse dort zu sitzen,
einen Handapparat zu haben, von dem man nur träumen kann, echte Briefe von
Broch vor sich zu haben … und gefunden habe ich dann ein dreizeiliges Zitat,
was dann in meiner Magisterarbeit zu einer Fußnote wurde (was der Erstgutachter
nicht gut fand, ich hätte es seiner Meinung nach prominent in den Text
übernehmen sollen.) Gott sei Dank half mir ein Bibliothekar für dieses Zitat
die Rechte zu bekommen, daher landete meine Arbeit bei Brochs Witwe und als die
ein Jahr später starb fragte mich eine amerikanische Universität an, die den
Nachlass übernommen hat, ob es für mich OK sei, dass meine Magisterarbeit für
die Öffentlichkeit in Amerika zugänglich gemacht würde. Aber selbstverständlich doch.

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