Montag, 2. Dezember 2013

AIDS und RV 727


Gerade auf ARTE noch eine Film geschaut: "Wir waren Zeugen", F von 2006. Spielt so um 1985 als AIDS als "Seuche" plötzlich die Welt eroberte und verdammt viele total verunsicherte. Der Film zeigt mit wenig Personal die Auswirkungen von AIDS und die Hilflosigkeit der Wissenschaft - was ja noch richtig angedauert hat.

Mir war, wie wohl allen, die mal ne Zeitung gelesen oder Nachrichten gesehen / gehört haben, AIDS ein Begriff, ein Angstbegriff - und der machte Sex jetzt gerade nicht einfacher, war man damals doch total unsicher, ob es nun wirklich nur die Schwulen betrifft. Dooferweise war ich damals auch hin und wieder schwul unterwegs, auch wenn ich mein Heterogehabe mit Freundin und so natürlich nach außen aufrecht erhielt.

Dennoch, die 'heiße' Zeit von AIDS habe ich nicht mitbekommen, aber wenn während des Films ist mir schon ganz schön aufgegangen, wie heftig das damals gewesen sein muss, welche Verunsicherungen, welche Verzweiflung. Da einen klaren Verstand zu behalten und dennoch seine Lust zu leben … ich glaub, ich führ da mal ein paar Interviews, in meinem Bekanntenkreis habe ich ja einige, die das so richtig miterlebt haben und zum Teil auch was getan. 

Am Anfang und am Ende des Films lief obige Arie Qual favellar? … Abderò, volerò, griderò (ab 1:24 geht's zur Sache - absolut geil!!!). Vivaldi, das tippte ich sofort interessanterweise, auch wenn ich bisher nur eine Vivaldi-Oper wirklich kenne. Dass es Cecilia Bartoli sein müsste, dafür habe ich etwas länger gebraucht. Den Rest des Abends werde ich wohl damit verbringen zu schauen, ob es eine Aufnahme von "L' Orlando finto pazzo" (RV 727) gibt. Die will ich!

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