1985 in meinen Besitz
gekommen
„Bitte mit der Brust vor die Platte treten –
Schultern bitte nach vorne an die Platte – Arme locker hängen lassen – tief einatmen – tief
ausatmen – tief einatmen – PIIEPS – bitte zur Seite drehen – die Arme über den
Kopf – tief einatmen – PIIEPS – Danke, Sie können sie wieder anziehen und auf
die Station zurück.“ Thorax p.a. und – jetzt fällt mir den Fachbegriff nicht
mehr eine – jedenfalls seitlich. 20 bis 30 Lungen mindestens täglich, dazu HWS,
LWS und was es sonst noch für Knochen im Menschen gibt, gar nicht so einfach
übrigens Jochbein und Daumen. Das war meine erste Tätigkeit als ZDL und dass
man wusste wo lechts und rinks ist, legte man das entsprechende Symbol auf die
Platte (die man im Anschluss auch noch entwickelte, die Platte neu bestückte
und den nächsten Patienten röngte). Ein paar Monate habe ich diese recht stupide
Arbeit ausgehalten – und der Himmel sein Dank, derweil P. kennen gelernt – bis
ich dann, weil ich mit den ca. 30 weiblichen RTA’s als einziger (junger) Mann
nicht so zurecht kam, auf eine Onkologische Abteilung wechselte. Und dieses
Ding war auch im Einsatz, als ich eines Tages morgens kurz vor 8, es herrschte
Personalnot und ich war gerade da, einen 16-Jährigen komplett durchröntgen
musste, während er auf dem Tisch beatmet wurde. Gegen Ende rief der Arzt: „Sofort
in den OP!“ und alles rannte los. Man hat ihn nicht retten können, die Bauchschlagader
war gerissen, drei Stunden später war er tot. Genug – ich könnte Stunden von
dieser Zeit erzählen.

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