Sonntag, 30. Juni 2013

Für heute Abend

  • Geschnezeltes mit gebackenen Kartoffelschnitzen, gebratenen Paprika und Zucchini
  • Kirschplotzer
Kochaufwand: normal

Spontangäste: C. und T. 

Samstag, 29. Juni 2013

Versuch von Gelassenheit

Wir haben angeblich Juni. Und ich liege gerade a) gerne in der Badewanne und b) benutze den Backofen genauso oft wie im November oder Dezember. Manchmal fällt es schwer gelassen zu bleiben.

Momente ohne Datum (III)

Später, am Schreibtisch mit einer Zigarette. Die Kaffeetasse an den Mund gedrückt, nicht zum Kuße, nicht als Pfropfen gegen den Schrei. Lange, weite, nichts erblickende Blicke. Momente des Nachdenkens, des Grübelns ohne Ziel, ohne Erfolg. Imanuel Kant lag aufgeschlagen auf dem Tisch - wieder nicht gelesen, keine Disziplin, keine Konzentration. 

Donnerstag, 27. Juni 2013

Wirklich?

Irgendwann und irgendwo habe ich mal gelesen, dass der Körper sich schon seinen Schlaf nimmt, den er braucht. Jetzt bin ich seit gut 36 Stunden auf den Beinen und ich merke schon, dass ich so richtig fit nicht mehr bin. Das merkte ich aber schon heute Nachmittag. Da habe ich mich dann ins Bett gelegt und fast zwei Stunden auf den Schlaf gewartet, der aber nicht kommen wollte. 

Jetzt versuche ich es mit einer Badewanne - das hat den schönen Nebeneffekt, ich kann gleich etwas Sommer spielen, wenn ich die Augen zu mache und meine Phantasie bemühe  - mit einem weiteren Glas Rotwein. Zur Sicherheit lege ich aber Buch und Ipod ans Bett. 

Vielleicht sollte ich Kafkas "Hungerkünstler" noch mals lesen, vielleicht könnte ich die Erzählung adaptieren und mit "Der Hungerschläfer" zu Weltruhm kommen, wobei das Finanzielle dann schon besser laufen sollte als bei Kafka.

Außerhalb der Reihe

Schon eine leicht komische Szene gestern Abend kurz vor halb elf. Ich sage meinem Mann "Gute Nacht, schlaf gut" - wie immer - und verlasse das Haus. 

Mittwoch, 26. Juni 2013

Protokoll

Ich schreib die Dinger ja wirklich gerne, aber heute war es richtig Arbeit. Zwei Zweier-Gespräche sollten zusammengefasst werden - vier Stunden später bin ich immer noch nicht so richtig zufrieden, aber das liegt an einer etwas komplizierten Struktur, die das Thema erfordert. Auf dem Papier sieht das jetzt alles so leicht und einfach aus - aber das wird noch ein hartes Stück Arbeit, wenn wir auch nur 20 Prozent gut umsetzen wollen. 

Dienstag, 25. Juni 2013

Am Boden


Also im übertragenen Sinne. Mir schlägt das Wetter jetzt langsam aber so richtig auf's Gemüt, merke, wie ich zumindest heute unausgeglichen bin. Computer läuft auch nicht so wie er soll. Zu viele Fragen gestellt bekommen in einer Situation, in der ich lieber still bin und dann noch irgendwelche trüben Gedanken. Menno, geht's denn nicht mal auch ein kleinwenig leichter?

Momente ohne Datum (II)

Er lag auf dem Bett, nicht im Bett, eine Lage, die er immer dann einnahm, wenn er dachte, sich zurückziehen zu müssen, um seinetwillen. Wäre er im Bett gelegen, so hätte er sich krank gefühlt, unfähig und hilflos. Aber das war er ja nicht, trotz der Wut, trotz eines Schmerzes, der nicht zu lokalisieren war. Er war nicht krank, ihm war es nur elend. Die Beine an den Körper gezogen, mit einem Arm die Augen abgedunkelt, lag er, fühlte sich trotz der Mauern um ihn nicht geschützt oder bewacht. Doch die Dunkelheit ließ ihn glauben, er wäre unantastbar. Dass das Meiste auf Einbildung beruhte, war ihm klar, aber nicht Gegenstand seiner Gedanken, auch nicht Gegenstand seiner Empfindungen. 

Sonntag, 23. Juni 2013

Es ist Sommer

Also kalendarisch. Und ich tue jetzt einfach mal so, es sei so. Und es geht überraschend gut.

Samstag, 22. Juni 2013

Urlaub 2013 (2)

Es scheint dann doch Norditalien zu werden. Mein Mann hat schon mal im Kochbuch geschaut, was es da so an Spezialitäten gibt.

Urlaub 2013

Werden wir es je schaffen dieses Jahr, ein Reiseziel zu finden? Bis vor 33 Minuten war es, wie in den letzten Wochen Frankreich, nun hängen wir schon wieder mit den Fingern in Italien. Mir ist das gerade recht egal, ich werde in zwei Wochen auf's Rad steigen und kurzfristig an die Ostsee fahren, wenn es das Wetter zu lässt, dort den Arsch für einen Tag in die Sonne hängen und aufs Meer gucken. Zu mehr Meer reicht es dieses Jahr nicht.

Freitag, 21. Juni 2013

Das mag ich sehr


Momente ohne Datum (I)

Vielleicht stand das Glück ja vor der Tür - er machte jedenfalls nicht auf. Nicht, weil ihm das Glück, von dem er keine große Ahnung hatte, wie es aussehen könnte, egal gewesen wäre, sondern weil er sich aus Protest, aus Trotz Allem verweigern wollte, was da käme. Es hätte, so dachte er, auch das Pech vor der Tür stehen können, und somit wäre es ja dann sein Glück gewesen, nicht aufzumachen - doch die ganzen Überlegungen krankten an einem Prinzip, das alles betraf: Man wusste es ja nicht.

Sonne Sonne Sonne

Wenigstens gestern mal in der Sonne gesessen. Ausführlich.Mir die Frage gestellt, warum ich so gerne nackt in der Sonne rumsitze / -liege? Und was mich treibt, die Hosen auszuziehen, sobald es warm ist?  Und warum es mich dann nervt, wenn Gäste kommen, und ich mir wieder etwas anziehen muss, weil es sich ' so schickt'? Ne Antwort von einem Psychologen würde mich ja schon mal interessieren. 

Mittwoch, 19. Juni 2013

Familie, Familie

Sonntag erzählte ich beim sonntäglichen Telefonat meiner Mutter von der Kündigung. Heute rief der Rest der Familie an, um zu hören wie es mir geht etc. pp. Das Interessante dabei. Mutter hat alle inständig gebeten, mich doch gleich am Montag anzurufen. *grins*

Auf dem Lande

Zwei Tage mit E. auf dem Lande. Es war seine Idee, mit einem Spiegel in den Wald zu gehen. Und es war auch seine - ich wäre nie auf diese Idee gekommen - mich auszuziehen, ok, warm war es ja wenigstens. Geile Idee von ihm auf alle Fälle und hat eine Menge Spaß gemacht. Die Idee harrt noch dem Ausbau, aber dafür braucht man dann doch noch einen Menschen mehr - und etwas mehr Draht. 


Sonntag, 16. Juni 2013

Lesung

Überraschend viele Zuhörer. Um die 40 werden es schon gewesen sein, H. der Veranstalter hoffte auf um die 15. Und ich kannte weniger als ein Viertel. Drei Zwischenapplause, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Am Schluss, "dankbarer Applaus", wie ich das als Rezensent bezeichnen würde. Und der Hut ergab dann für jeden von uns beiden 75 Euro, sprich, einen pro Minute.

Viele Lobe danach, aber das schönste kam von einer alten Dame, die ich nicht kannte, die beim Herausgehen ihre gleichaltrige Freundin fragte: "Waren das eigentlich zwei Schauspieler?"

Und E. wollte dann noch wissen, woher ich C., den Mitleser, eigentlich kenne. "Der ist doch mein aktuelles Photomodell" antwortete ich leicht überrascht, dass er ihn nicht erkannt hatte. Darauf E. entschuldigend: "Ja, stimmt - aber den habe ich ja bisher immer nur nackt gesehen."

Leopold Bloom und ich

Ist schon lustig, heute ist ja Blooms-Day und an einem 16.6. habe ich meinen Führerschein bestanden und das Datum der Magisterurkunde ist auch auf einen 16.6. ausgestellt. 

Freitag, 14. Juni 2013

71

So viele Minuten habe C. und ich heute für die Textausschnitte gebraucht. Die Auswahl finde ich recht gut gelungen. Aber es war heute dann doch irgendwie anstrengend, denn jeder von uns hat jeweils nur einmal fünf Minuten, wo er sich entspannt zurücklehnen kann. Wird schon werden.

Muss dann wohl sein

Nächste Woche wird erst einmal das Arbeitszimmer gründlich aufgeräumt, ich bin dauernd nur am Suchen. *nerv*

Donnerstag, 13. Juni 2013

Akt V

Genau so, wie gestern vorgestellt. Nur hingesetzt habe ich mich nicht.

Mittwoch, 12. Juni 2013

"Klar, toll, danke!"

Nach der Arbeit mit letzten Kräften zu J., die mich gebeten hat, sie wegen einer Bewerbungssituation (sic!) zu coachen. Was zum Essen gab es dann auch. Derweil länger überlegt, ob ich sie fragen soll, ob sie spontan meinen Dienst heute übernehmen könne, dafür würde ich ihren nächsten übernehmen, den sie wohl gerne los haben wollte (Montagmittag - aber da habe ich ja jetzt frei). Ich hab' echt Mut gebraucht zu fragen, denn mit einem 'nein' fand ich, war zu rechnen, aber ich merkte auch, dass ich heute den Dienst echt nicht packen würde und absagen geht einfach nicht. Herzklopfen - gefragt - sie schaut über die Gabel: "Klar, toll, danke!"

Showdown in vier plus einem Akt - mit zwei Zwischenszenen

Akt I
Am Vormittag stürzt der Chef ins Büro. Er hat gerade meine Kündigungsschutzklage in der Post vorgefunden. Er ist so richtig erbost. Was dass den solle, ob das 'einvernehmlich' sei und was ich mir denn davon verspreche. Ich erkläre ihm, dass ich die Überreichung einer Kündigung nicht unter "einvernehmlich" verstehen würde. Es geht hin und her. Er verlässt den Raum mit einem nachdrücklichem: "Na, dann waschen wir halt schmutzige Wäsche, wie Sie wollen!" Rums.

Akt II
Irgendwann am späteren Nachmittag. Wieder Auftritt Chef, diesmal aber wesentlich ruhiger, beherrschter. Er will von mir wissen, was ich mir denn so vorgestellt hätte. Ich kann bei sowas schlecht verhandeln, ziere mich erst und führe dann doch die beiden Punkte an: sofortige Freistellung und Abfindung. Dooferweise verspreche ich mich bei der Abfindung und nenne eine spontan aufgestockte Anzahl von Monatsgehälter und nicht, wie üblich, halbe Monatsgehälter. Er braust wieder auf und verlässt den Raum mit einem: "Sie wissen ja, dass ich auch einfach 'Nein' sagen kann", oder so ähnlich.

Akt III
Eine halbe Stunde später ist er wieder da. Irgendetwas treibt ihn. Er rechnet mir, in seiner übliche Spitzfindigkeit vor, dass ich mit meiner Forderung weit über den Normalen liege - dass ist mir in der Zwischenzeit aber schon selber längst bewusst. Ich habe aber aus Trotz keine Lust, mich zu berichtigen und frage stattdessen, was er denn anbieten würde. Er nennt Freistellung ab dem 17. und eine Summe. "Ich geb' Ihnen morgen Bescheid" sage ich, er geht.

Zwischenszene
Ich rufe nach kurzem Überlegen meine Rechtsanwältin an, die glücklicherweise sofort am Apparat hat. Sie hört sich seinen Vorschlag an, rechnet ein bisschen herum und gibt zufriedene Grunzlaute von sich. Ich verstehe das so, als ob das Angebot gut ist. "Aber wir können versuchen da noch mehr rauszuholen, soll ich?" Da ich manchmal schon zu früh aufgegeben habe, gebe ich ihr das OK.

Akt IV
Eine Viertelstunde - nicht überraschend - Auftritt Chef. Aber jetzt so richtig erbost. Diese Frau da, brauche ihn nie mehr anzurufen, er würde mit ihr nie wieder ein Wort wechseln und was ich mir denn da für eine Person gesucht hätte, die wolle doch eh nur mein Geld und würde nicht an mein Wohl denken. Er würde jetzt nur noch mit mir verhandeln. Dann verkündet er sein letztes Angebot. Freistellung wie gehabt, etwas mehr Geld, das Zeugnis kann ich schreiben, wie es mir gefällt. "Ich geb' Ihnen morgen Bescheid" sage ich, er geht.

Zwischenszene
Ich rufe wieder die Rechtsanwältin an. Berichte von seinem Auftritt, wir unterhalten uns kurz, ich merke, dass sie mehr nicht erreichen wird, vor Gericht würde es wohl weniger werden. Ich bitte sie, den Vergleich dem Gericht mitzuteilen.

Morgen dann, so wie ich es mir vorstelle:

Akt V
Ich gehe in sein Büro, lehne die Tür an, setze mich auf den niedrigen Besucherstuhl vor seinem Schreibtisch, sage: "Ok, machen wir das so, wie gestern besprochen", greife in die Hosentasche, lege ihm die Schlüssel auf den Tisch und gehe wieder. 


Dienstag, 11. Juni 2013

Irgendetwas mit A.

In der langweiligen Runde heute fast 90 Minuten überlegt, wie meine Nachbarin, mit der ich Ausbildung gemacht habe, mir Vornamen heißt. Am Ende ist es mir dann doch noch eingefallen.

Montag, 10. Juni 2013

Ist mir gerade danach


Nun ja.

Dieses Jahr habe ich irgendetwas verpasst. Bin gerade total überrascht, dass ich so müde bin, obwohl es draußen noch so hell ist. dabei ist es gleich halb zehn. Irgendeine Angleichung hat nicht stattgefunden. Und U. ist auch noch im Chat. Alles etwas eigenartig derzeit. 

Sonntag, 9. Juni 2013

Entschluss

Diese Woche arbeite ich noch, es ist sauberer und fairer, gerade dem Kollegen gegenüber, auch wenn es mir extrem schwer fallen wird. Aber danach ist Schluss, dann ziehe ich den Schlußstrich, notgedrungen zwar, dann bin ich halt krank, hab Urlaub und bin wieder krank, falls es vor Gericht eben nicht schon früher zu einer Freistellung kommt. 

Mit dem Ende vor Augen sind die nächsten fünf Tage vielleicht einigermaßen machbar.

Typisch

Gestern lange nackt in der Sonne gesessen und mir, als C. kommen sollte, schon mal ein T-Shirt angezogen. Die kurze Hose wollte ich dann anziehen, wenn er klingeln würde. Das tat er dann auch pünktlich, doch dooferweise stand er nicht vor der Haustür sondern schon vor der Wohnungstür, die ich reflexartig öffnete. Aber in dem Moment war es mir dann auch schon egal - ihm übrigens auch. Letztendlich ausgleichende Gerechtigkeit, sonst muss er sich immer ausziehen, wenn ich ihn photographiere. (Die ästhetische Diskussion dazu lasse ich aus Faulheit beiseite.)

*räusper*

Über das Wochenende an die sechs Stunden 'lesen' geübt. Mussten dann doch noch einiges kürzen, manches hat auch beim vorlesen nicht 'funktioniert'. Jetzt scheint die Auswahl aber so einigermaßen zu sein, die Stimmen sind verteilt und meine Lieblingsstelle aus dem 14. Kapitel ist drin geblieben.

Freitag, 7. Juni 2013

Relativismus?

Mit "Mein Gott, siehst Du aber Scheiße aus!" begrüßte mich heute Abend auf einem Gartenfest die haarlose, krebserkrankte Bekannte M.

Kann sie wirklich in meinem Gesicht lesen oder ist das eine Übertragungsleistung?

Ich hatte heute einen Tag Urlaub, weil ich es diese Tage in der Arbeit echt nicht mehr ausgehalten habe, dachte, ich würde schiziophren werden. Etwas länger geschlafen, meine Homepage auf einen neuen Provider umgesiedelt, die Abschlussarbeit meiner Patentochter Korrektur gelesen, die Lesung für Sonntag gecheckt und dazu Überlegungen gemacht, einen Mittagsschlaf gehalten - den ich zugegebenermaßen nur über die Uhrzeit dann feststellen konnte, das Gefühl war, gar nicht geruht zu haben - und weitere Dinge erledigt, die erledigt gehören, also ein produktiver, selbstbestimmter Tag. 

Aber M. hat nicht ganz unrecht. Dieser Tage Photos bekommen von der Hochzeit letztes Wochenende in Istanbul. Sie sind schlecht,  schlimmste Knipserei, Photos, die die Welt nun wirklich nicht braucht, aber auf diesen Bildern sehe ich so alt aus, wie ich bin. Ganz schön Scheiße.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Uff!!!

Am 16. mache ich ja die Ulysses-Lesung zusammen mit C. Den habe ich seit vier Wochen aber gar nicht erreicht und bin jetzt davon ausgegangen, dass ich es irgendwie alleine machen oder mir noch einen Ersatz besorgen muss - bloß wen? Jetzt hat er gerade angeurfen - Mails mag er gerade nicht und unter den Nummern, unter denen ich ihn angerufen habe, konnte er sich nichts vorstellen. Samstag und Sonntag wird jetzt geübt. Mal zwei schöne Termine.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Kündigungsschutzklage

Echt, ich hätte gerne darauf verzichtet, wirklich. Aber wenn er das Spiel spielen will ... dass erwachsene Menschen sich nicht vernünftig einigen können ... Sandkastenstreitereien vor einem Gericht ... peinlich, peinlich ... 

Mal sehen, wann der 'Gütetermin' ist ... und heute, ausnahmsweise, alle so scheißfreundlich.

Welt, dein Name ist Verlogenheit. 

Das Auge denkt mit

Gerade auf Rezeptsuche gewesen. Mein Mann wollte was machen, was ich vor zwei Jahren das letzte Mal gemacht habe, Brandteig mit Käse in einer Gugelhupfform. Aber wo das Rezept? Interessanterweise konnte ich mich nur daran erinneren, dass es ein blaues Buch war und der Seitensatz eng. Französisch war auch noch so ein Begriff. Jetzt haben wir einige blaue Kochbücher, davon einige französisch - doch die Angaben haben gereicht, es dann doch zu finden. Das Ding nennt sich Gougère und schmeckt hervorragend zu einem Glas Wein. Aber bloß keinen Gouda oder Emmentaler nehmen, Greyerzer heißt das Zauberwort. 

Dienstag, 4. Juni 2013

Nackte Männer

Ich guck ja jetzt schon seit längerem bei tumblr rum. Männerakte in erster Linie, durchaus auch erotisch bzw. pornographisch. Überrascht ja jetzt wohl niemanden. Aber je länger ich schaue, desto mehr denke ich, dass ein guter Männer-Akt echt ne Herausforderung ist und es nur die wenigsten können. Denn Bilder, auf denen Männer ihren steifen Schwanz einfach in die Kamera halten, ist so ein männliches Gebahren, dass selbst einem Mann nach dem 10. Bild lächerlich vorkommt, auch wenn es da durchaus respektable Schwänze zu sehen gibt.

Dann gibt es die Masse der in meinen Augen 'unehrlichen' Akten, weil die Männer unbedingt ihre Unterhose anbehalten müssen, was selbst bei dem schönsten Setting, dem besten Licht einfach 'begrenzt' wirkt. Akt ist Akt und Erotik ist Erotik. Dooferweise funktioniert das bei den meisten Bildern mit Männer nicht, wenn sie etwas 'verhüllt' halten, denn überwiegend haben sie dann Dinger an, die zwar nicht an Liebestöter erinnern, aber an den Einkauf der Mutter denken lassen. 

Handy-Bilder vor dem Spiegel lassen natürlich interessante Rückschlüsse zu, sind aber aus photographischer Sicht eben das, was sie sind: selbstverliebte Schnappschüsse.

Über die Menge der Spaßbilder braucht man nicht zu reden. Runtergelassene Hose irgendwo im Grünen, Griff an den Schwanz eines anderen in der Öffentlichkeit usw. usw. 

Aber dann gibt es doch immerhin eine Anzahl von Photos, die es genau treffen, ohne verrenkte, "klassische" Posen, ohne Küche im Hintergrund. Und das auch bei Typen, die jetzt nicht aus der Modell-Kartei entsprungen sind. Ganz interessant wird es dann, wenn Sperma mit im Spiel ist. Zu 95 Prozent sind diese Bilder billig, männliche Demonstrationsmacht. Doch dann gibt es welche, die über das Sperma die Lust der Autoerotik zeigen, das Gefühl transportieren, die Intimität. 

In der Hinsicht ist tumblr eine hart Lehre - aber ich will hoffen, dass ich daraus was lerne.

So-tun-als-ob

Ich hasse es, so zu tun als ob nix wäre. Und dieses Spiel wird an der Arbeit gespielt. Bis auf die Chefin, der ist die Freude im Gesicht zu lesen, dass ihr Mann mich gekündigt hat. Das freut sie - aber so richtig.

Morgen nochmals Rechtsanwältig, ein paar wenige Sachen abstimmen, dann werde ich rechnen mit dem Ziel,  so wenig Tage wie möglich dort noch zu verbringen. 

Montag, 3. Juni 2013

Gibt es ein anderes Wort für 'Impressionen'?












Hochzeit mit Familienanschluss

Dass Familie des deutschen Bräutigams bei der Hochzeit in Istanbul dabei sein werden würde, das wußten wir ja. Nicht aber wie viele. Und genauso wenig wußten wir vorab, wo wir eigentlich nächtigen würden. Es stellte sich dann heraus, dass wir mit der Familie zusammen im Haus des Brautvaters wohnen würde, wo Nachbarn Zimmer und Betten bereit stellten. Und so trafen sich in einer Wohnung zum Frühstück und sonstigem als: die Mutter (87), der Bruder der Mutter (nicht unwesentlich jünger), Schwester 1 des Brätuigams mit Mann und zwei Söhnen (12, 15), Schwester 2 mit einem Sohn (17), einer Tochter (+20) nebest Freund sowie der Bruder - das war der 'harte' Kern. Je nach dem kamen dann noch zwei bis sechs deutsche Freunde dazu.

Der Abstimmungsaufwand war enorm, denn die Mutter konnte in ihrem Alter ja nicht mehr alles so locker mitmachen, trotz spontan gekauftem Rollstuhl für die weiten Wege, den Jungs stand es eher nach McDoof als landestypisch, wir wollten eher ins Museum als zum x.ten Mal auf den Basar, dazwischen gab es Standesamt und Hochzeitsfeier, Mädels-Abend und Männerabend, auf dem Basar verlorene Jungs, Bierknappheit und Cheesburger-Fress-Attacken, lange Erklärungen zu Katzen, deutsch-englisch-türkisch geführte Unterhaltungen ... und über allem schwebte nichts anderes, als gute Stimmung, Freude und Rührung und was weiß ich.

Ernsthaft, da ist nie jemand richtig ausgetickt, da war kein Egoist darunter, jeder packte da an, wo er meinte, es sei gerade wichtig, alle ertrugen die teils lange Fahrten durch Istanbul und alle waren sich, so altmodisch das auch klingen mag, "wohlgesonnen". Hat richtig, richtig Spaß gemacht und auf lange Strecken konnte ich den hießigen Stress echt vergessen.

Guten Kontakt zu den drei Jungs bekommen, die wohl auch etwas froh waren, dass da einer ist, der sie in ihrem so-sein wahrnimmt, immerhin F. (15) dazu gebracht nachzudenken, dass man Speisen, die man nicht mag (und die Liste, was er mag, ist die wesentlich kürzere), mal doch auch überprüfen könne (OK, Fisch bleibt auf der schmeckt-nicht-Liste, dafür sind Kirschen nun gestrichen), wirklich schön auch mit T. (12), einem wirklich klugem Kerlchen, zu 'philosophieren' und seine Zuneigung ungefiltert abzubekommen. Die letzten 36 Stunden hatten wir ihn quasi durchgehend an der Backe, so dass seine Cousine schon schnippisch fragte, wann wir ihn den adoptieren würden. Den würde ich sofort nehmen, hab' ich geantwortet, da war sie dann doch etwas perplex. 

Die Braut natürlich ein Traum in weiß, der Bräutigam dürfte, nach dem wir alle abgeflogen waren, wohl nicht mehr wissen, welches seine Muttersprache ist ... ein chaotischer Mikrokosmos mit Selbstorganisation. Normalerweise stehe ich da nicht wirklich drauf, aber ich hab' mich echt mit ihnen wohl gefühlt.

Nur eins, wird in den nächsten Tagen spontane Aggression auslösen: Wer mich dieser Tage auf Katzen anspricht, dem scheuer ich eine - ich kann es echt nicht mehr hören. 

Samstag, 1. Juni 2013

Multi

Ein Deutscher, der in Indien lebt, heiratet eine Türkin, die in Ägypten lebt. Wenn die Hochzeit dann noch in, sagen wir mal, Malawi stattfinden würde, dann wäre das "multi" perfekt. Aber, Traditionen sind weit verbreitet, wird in dem Heimatland und in der Heimatstadt der Frau geheiratet, also im alten Konstantinopel. 

Und ich möchte nicht wissen, was für das pefekte 'multi' an Amtsgängen nicht noch alles nötig gewesen wäre, die Kombination war jetzt schon kompliziert genug und ich werde E. anregen, darüber zumindest eine Geschichte zu schreiben. 

Wie auch immer: Ich finde, sie passen zusammen und da ich nicht Trauzeuge bin, haben sie auch große Chancen, zusammen zu bleiben. 

Und E., falls Du das liest: Nächstes Jahr wollen wir Euch besuchen kommen!