Donnerstag, 31. Januar 2013

Ohne Begründung

Der Großcousin - so nenne ich ihn immer - hat sich, nach Jahren, mal wieder gemeldet. Sehr rudimentär, der kurze Text ist überaus interpretationsfähig bzw. interpretationstief. Und doch ist einfach schön, dass er mal wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist. Vielleicht schaffen wir es ja, dass wir uns ein fünftes Mal in unserem Leben sehen. Dann läge der Durchschnitt etwas unterhalb von "alle zehn Jahren".

Das Besonders an ihm, ist nicht in erster Linie, auch wenn es mich immer irritiert, dass er den gleichen Vornamen hat wie ich (und ich außer ihn noch genau zwei Menschen kenne, die ihn tragen), sondern dass ich seit dem ersten Treffen - er war sechs, ich wohl zwölf (oder so, ich müsste das echt mal ausrechenen) - ihn in mein Herz geschlossen habe. Wir wissen wenig voneinander, haben bis auf Interesse an Literatur so gut wie keine Gemeinsamkeiten, aber jede Mail, jedes Telefonat, jedes Treffen ist ein einziges wohlfühlen, ein "Wir-sind-Freunde-auf-ewig", so kitschig sich das auch immer anhören mag. 

Fünf Treffen, fünf oder sechs Telefonate, etwa ein Dutzend e-mails, mehr war nicht und doch, in dem Moment, wo wir uns zuwenden, ist "etwas" da. Warum das so ist, interessiert mich nicht die Bohne, sondern ich lebe das (Wenige), was da ist.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen