Dienstag, 12. März 2013

Nr. 4

Ich war ein ungeküsster Gymnasiast, als ich zum ersten Mal ein Konklave verfolgte. Der damalige Religionslehrer, ein Gemeindepriester ohne große pädagogische Ausbildung aber mit Stimmproblemen, setzte uns vor den Fernseher mit der Begründung: "So was werdet ihr lange nicht mehr sehen!" Was damals zu sehen war - Live-Übertragung? - weiß ich nicht mehr, fand es aber eher langweilig, auch wenn mir bewußt wurde, an einem doch eher seltenen historischen Ereignis 'teilzunehmen'. Johannes Paul I war mir jedenfalls irgendwie symphatisch - aber mehr verstand ich damals davon jedenfalls nicht.

Gut einen Monat später wiederholte sich das Ganze, das war noch langweiliger und die "historische Teilnahme" hatte eine kleine Schramme bekommen. Johannes Paul II war mir nicht so symphatisch und irgendwie hätte ich es,  jetzt im Nachhinein, doch schon lieber gehabt, wenn JPI länger dran gewesen wäre, dafür JPII etwas kürzer.

Von einer der beiden Papstwahlen erfuhr ich in einem Gottesdienst. Kurz vor dem Schlusssegen kam plötzlich der Sakristan an den Altar, übergab dem Priester ein Zettel, flüsterte etwas und ging zum Organisten. Auf die Verkündigung folgte - wenn ich mich recht erinnere - ein "Großer Gott wir loben Dich" mit ausnahmsweise so gut wie allen Strophen und einer Orgel, die kaum ein Register ausließ.

Bei Benedikt XVI war ich viel zu beschäftigt, um es am Fernsehen verfolgen zu können. Seine Wahl bekam ich auf dem Handy in München mit - ja, ja, damals hatte ich eins, eins der modernsten, die es damals gab - vier Anrufe und acht SMS in fünf Minuten. Überrascht war ich da gar nicht.

Ab heute Nachmittag schiele ich dann mal auf die Presseagenturen, aber ich vermute mal, sie brauchen ca. drei Tage, um meinen Kandidaten zu wählen. 

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