Edle Einfalt und stille Größe. Winckelmann, Johann Joachim. Ein Klassiker für die griechische Antike. Einen Überblick über die Rezeptionsgeschichte erspare ich mir an dieser Stelle - ich müsste auch noch das ein oder andere nachlesen.
Mir fällt immer dieses Zitat komischerweise dann ein, wenn ich in irgendeinem Zusammenhang eine mehr oder weniger deutlich aus-/angesprochene, mehr oder weniger deutlich gelebte, mehr oder weniger stark gefühlte erotische Komponente für mich spüre. OK, heute Abend war es die Kategorie "etwas mehr".
Und es hat jetzt nicht, wie es auf den ersten Blick anmuten mag, etwas mit "still" und "groß" zu tun, mit "edel" und "Einfalt" erst rech nicht. Wohl eher damit, dass die griechische Antike mit seinen Skulpturen ja ein Körperbild zeigt, welches, wohl für die meisten, wohl doch durchaus ansprechend ist. Und es sabbert - normalerweise - niemand im Museum vor so einer Statue.
Es mag "edel" sein, das zu fühlen, "einfältig" im positiven Sinne ist es ja auch, da es etwas Direktes und nicht Vermitteltes ist, "still" ist es - zumindest bei mir - einfach viel zu oft (oder die Situation erfordert es) und "groß" das Gefühl, beim dazugehörigen Organ mögen sich die Geister meinetwegen scheiden, um das geht es nicht.
Also eine Chiffre für "nicht gelebtes Leben" oder - aber dieses Credo postuliere ich schon seit meiner Pubertät: Die Unmöglichkeit des Möglichen.
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