Wie immer, wenn ein Nachtdienst bevorsteht. Ich kann es mir nicht vorstellen, die Nacht wach zu bleiben, in einem Zimmer zu sitzen und zu warten, sie durch zu machen. Und wenn ich dann dort bin, dann hat das was von Normalität an sich. Selbst wenn es nichts zu tun gibt, bin ich irgendwie beschäftigt. Und wenn all zu wenig los ist, dann lege ich mich hin, höre mir das Nachtprogramm an und döse in so einem interessanten Halbdämmer vor mich hin - bin aber permanent auf der Hut. Und spätestens ab 3 Uhr morgens freue ich mich auf den Kaffee, den ich mir immer um 6 Uhr mache.
Von einer (kleinen) Zeitschrift habe ich die Zusage, einen "Versuch über die Nacht" schreiben zu dürfen. Nicht, das ich mich auf die Stufe von Peter Handke stellen möchte, aber wenn ich daran denke, in welchen Situationen ich schon Nächte durchgemacht habe: bei Partys, als Nachtwache im Krankenhaus, am Sterbebett meines Vaters oder einfach so, alleine mit mir am Schreibtisch.
Zur Zeit bin ich dann schon wieder zu Hause, aber es ist sonst immer wieder ein besonderer Moment, die Sonne aufgehen zu sehen.
Auch diese Nacht wird lang und dunkel.